1. Kleiner Strand, großes Glück
Am Straßenrand stand ein Mann, in der Hand ein zerknittertes Blatt Papier. Ich hielt an. Er suche einen Strand, sagte er, einen winzigen, eine Frau in einer Bar habe ihm davon erzählt und ihm diese Karte gemalt. "Suchen wir ihn!", sagte ich. Wir fuhren den Bukit hoch, den "Hügel", wie die Halbinsel im Süden Balis heißt, Richtung Uluwatu, ein Klippentempel. Bogen rechts ab, wie es der Plan wollte, in die Jalan Labuan Sait, dann weiter eine Kurve nach der anderen, dichtes Grün links und rechts. Irgendwo sollte eine Juicebar sein - richtig, links "Jiwa Juice" -, später rechts ein Mexikaner kommen, dann zwei steinerne Säulen. Da parkten wir das Auto.
Wir sollten an einer angebundenen Kuh vorbeigehen, die war auch da. Aber sonst nur Feld und dahinter der Ozean. Wir gingen weiter, stießen auf eine Steiltreppe, stiegen hinab - und da war er. Bildschön. Ein Strand wie ins Padang- Padang-Kliff gehauen, winzig, aber vollkommen. Er gehört zu einem Mini-Resort, in dem ausschließlich Surfer, die wie verschwiegene Mitglieder einer Loge wirken, residieren - kein Schild, kein Wegweiser macht darauf aufmerksam. Wir blieben den ganzen Tag, sahen der Flut und der Ebbe beim Steigen und Fallen zu und wechselten von Kaffee auf Saft auf Bier. Schauten den Surfern zu, die sich wie spielende Welpen im Wasser tollten. Und sahen die Sonne am Abend die Klipwpen in loderndes roséfarbenes Licht tauchen und im Meer versinken.
Wer es nicht so einsam mag, geht zum Padang- Padang-Beach, einen Steinwurf vom Kliff entfernt: weißer Sand, türkisblaue See. Darin haben Julia Roberts und Javier Bardem geplanscht, als "Eat, Pray, Love" gedreht wurde (die Strände liegen bei Pecatu auf der Halbinsel Bukit).












