Sporturlaub
Bootcamp auf Ibiza: Fitness für die Bikinifigur

Klar, Bootcamp-Urlauber sind auch mal am Strand und im Pool. . . An der Playa de Benirràs boxt sich unsere Autorin Marlene Sörensen (im weißen Top) mit Sport-Partnerin Justine durchs Trainingsprogramm; später geht's ins Wasser - zum Bauchmuskel-Stählen

Klar, Bootcamp-Urlauber sind auch mal am Strand und im Pool. . . An der Playa de Benirràs boxt sich unsere Autorin Marlene Sörensen (im weißen Top) mit Sport-Partnerin Justine durchs Trainingsprogramm; später geht's ins Wasser - zum Bauchmuskel-Stählen

Ich entscheide, dass ich mich in einem warmen Klima und auf einer schönen Insel sicher lieber für meine Bikinifigur schinden werde, und buche das selbstbewusst benannte "No. 1 Bootcamp" auf Ibiza. In meiner Vorstellung werden dort außer mir nur Fitnessfreaks in atmungsaktiver Freizeitkleidung sein, die viermal pro Woche zum Cardiotraining rennen und an den anderen Tagen für einen Marathonlauf trainieren. Auf dem Fragebogen des Bootcamps schreibe ich unter Sportart zaghaft "regelmäßig Pilates". Lächerlich. Und nebenbei gelogen. Meine Angst ist unbegründet. Die Truppe ist sogar beruhigend gewöhnlich: sieben Frauen und zwei Männer zwischen Mitte 20 und Anfang 60. Die meisten Frauen wollen ein paar Kilo loswerden. Rob, Pensionär, hat Lust, "mal was Neues" auszuprobieren.

Nick, ein gestresster TV Moderator aus London, sagt: "Ich könnte mich auch eine Woche auf den Malediven unter die Palmen hauen. Aber da kann ich nicht abschalten." Keiner von ihnen ist unsportlich, aber es sind auch keine Profis dabei. Bis auf Justine, die einen Personal Trainer hat und Oberarme, die es beweisen. Ich werde in einem Mehrbettzimmer mit Susie, einer lustigen PR-Frau, und Karen, der Managerin des Camps, einquartiert. Klingt nach Jugendherberge, erinnert aber eher an ein Boutique-Hotel. Die Villa im Norden ist groß, schön, hat einen Pool und ist drei Minuten vom Strand von Benirràs entfernt. Nicht, dass wir den Strand genießen werden. Ich darf gar nicht dran denken, was ich auf Ibiza Schönes erleben könnte, wenn ich hier nicht von früh bis spät jeden einzelnen Muskel trainieren würde.

Wer gerade nichts zu tun hat, lungert auf der Hotelterrasse rum. Und kommt auf seltsame Gedanken: Wollen wir freiwillig Wasserball spielen? Au ja!

Wer gerade nichts zu tun hat, lungert auf der Hotelterrasse rum. Und kommt auf seltsame Gedanken: Wollen wir freiwillig Wasserball spielen? Au ja!

Tag 1: Appell um 7.30 Uhr. Stuart (sieben Jahre Royal Air Force; sein Motto: "Do or Die") sagt, wer je zu spät kommt, rennt 300 Treppenstufen hoch und runter. Vor dem Frühstück machen wir den Fitness-Test, einen Geländelauf, der mit den 300 Stufen endet. Ich beschließe, nie zu spät zu kommen. Schon ziemlich aus der Puste, geht es gleich weiter mit Boxen, meine Box-Partnerin für den Rest der Woche wird Justine sein, die Frau mit einem Bizeps wie Gwyneth Paltrow. Na toll. Auf das anschließende Zirkeltraining folgt dann ein flotter 13-Kilometer- Marsch. Ich frage Stuart, ob denn eigentlich jeder Tag so verlaufen wird. "Nö", meint er, "das Programm heute war ja nur zum Aufwärmen."

  • Fotos: Sabine Braun; ein Artikel aus BRIGITTE 10/12
Sie interessieren sich für unsere Themen? Kostenlosen Newsletter bestellen