Sporturlaub

Bootcamp auf Ibiza: Fitness für die Bikinifigur

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Die Aussicht auf die Bucht von Benirràs genießen? Nichts da! Trainer Stuart scheucht seine Fitness-Untertanen die steile Auffahrt zur Hotel-Villa hoch. Sieben Mal! Schnell! Das Workout in Rückenlage ist auch knackig – aber zumindest kann man sich dabei kurz mal ablegen

Die Aussicht auf die Bucht von Benirràs genießen? Nichts da! Trainer Stuart scheucht seine Fitness-Untertanen die steile Auffahrt zur Hotel-Villa hoch. Sieben Mal! Schnell! Das Workout in Rückenlage ist auch knackig – aber zumindest kann man sich dabei kurz mal ablegen

Am nächsten Abend bin ich dermaßen erschossen, dass ich nicht genau sagen könnte, in welcher Reihenfolge wir gequält wurden. Wir sind gerannt, gewandert, haben Gewichte gehoben und Situps im Pool gemacht. Waden auf dem Beckenrand, Oberkörper im Wasser, dann hochstemmen und dabei möglichst versuchen, nicht zu ertrinken. Alles zusammen sieben Stunden lang. Und alle haben durchgehalten. Verónica, die eine Knieverletzung hat, aber boxt wie eine Weltmeisterin. Rob, der beim Intervalltraining eine Gesichtsfarbe kriegt wie ein gekochter Hummer, und trotzdem bis zur letzten Liegestütze mitmacht. Nick, der uns jeden Abend beim Essen mit seinen Trinkgeschichten zum Grölen bringt - extra Bauchmuskeltraining! - und bei den Übungen dennoch brutal ernst ist. Ihnen geht es genauso dreckig wie mir. Wir kennen einander nicht, aber der Schmerz verbindet. Der unausgesprochene Pakt: Wir stehen das gemeinsam durch.

Es mag lächerlich klingen, aber es ermutigt mich wirklich, wenn Justine mich nach jeder Übung abklatscht. Es wirkt allerdings auch, dass Stuart und sein Co-Trainer Ashley gnadenlos auf uns einbrüllen: "Schmerz ist gut! Konzentriert euch auf den Schmerz! Reißt euch zusammen! Gebt alles!" Ich stelle mir vor, dass Truppen so auf eine Invasion vorbereitet werden. Die Tage sind präzise durchgetaktet, Ruhe gibt es nicht. Am Dienstag, dem Tag, an dem ich kaum aus dem Bett komme, laufe ich nachmittags schon wieder den nächsten Berg hoch, weit vor den anderen. Nicht, weil ich sie schlagen will. Sondern mich. Ich bin allein, ich höre nichts außer meinem eigenen Atem und spüre jeden Meter in meinen Waden.

Mein Körper läuft auf Automatik, der Kopf ist im Leerlauf. Zum ersten Mal seit Langem denke ich nicht an Mails oder Abgaben oder die nächste Umsatzsteuer- Voranmeldung, nur daran, einen Fuß vor den nächsten zu setzen, bis zur Biegung, bis über den Berg, bis zum Ende. Die Wut vom Morgen ist weg. Ich bin auf einmal seltsam entspannt. Es ist eine Erleichterung, keine Entscheidungen treffen zu müssen, nicht mal darüber, was ich esse. Karen kocht, und zwar so gut, dass ich Fett und Zucker kein Mal vermisse. Ich esse trotzdem sogar die Petersilie, die als Dekoration auf dem Omelett liegt. Als wir drei Stücke Banane mit Magerjoghurt zum Snack bekommen, sagt Penny sehr ernst: "Ich weiß nicht, wann ich je nur eine halbe Banane gegessen habe." Dann kichern wir hysterisch. nde der Woche wird überhaupt einiges komisch. Heute nur fünf Kilometer wandern? Selten so gelacht!

  • Fotos: Sabine Braun; ein Artikel aus BRIGITTE 10/12
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