Shwezigon-Paya-Tempel
400000. Mönche, die in ihren roten Umhängen, kahl geschoren und barfuß mit einer Almosenschale durch Dörfer und Städte ziehen. Denen Respekt, Demut und Essen zuteil wird. Sogar von den Militärs. Die Mönche aber rührten deren Essen nicht an. Und gingen 2007 auf die Straße. Ein stiller Protest gegen die Regierung, dem sich zehntausende Zivilisten anschlossen. Mindestens zehn Mönche wurden getötet. Min-Min, 27, unser Reiseführer in Bagan, ließ sich damals den Kopf kahl scheren, zog die karminrote Robe an und reihte sich in die Kette der Mönche rund um Bagan ein, die ihre dunklen Almosenschalen als Zeichen des Protests mit der Öffnung nach unten drehten. Min Min sagt, er sei froh, dass die Zeit jetzt eine andere ist. Dass die Lady den Touristen gesagt hat, dass sie nun kommen sollen, weil ihr Land "am Rande des Durchbruchs zur Demokratie" stehe.
Min-Min wohnt in Alt-Bagan. Er hat Englisch studiert in Rangun. Seine Mutter hat ihre Ohrringe verkauft, damit sie die Studiengebühren bezahlen konnten. In Rangun war er einsam, sagt er. Jeden Burmesen ziehe es immer wieder zurück an den Ort, "wo seine Nachgeburt begraben ist". Alt-Bagan existiert heute nur noch als eine kleine Häuseransammlung zwischen den Tempeln, denn Tausende wurden zwangsumgesiedelt, weil die Generäle den Platz für die Touristen, für neue Hotels, für die Zukunft wollten.
Vor der Bambushütte seiner Eltern stehen ein Pferd und die Taxi-Kutsche seines Vaters. Hinter dem Haus, direkt neben einem kleinen Tempel, steht der Toilettenverschlag, davor trocknen auf dem Boden ausgelegte rote und gelbe Mirabellen. In dem Küchenhaus brennen zwei offene Feuer auf dem Boden, schwere Töpfe hängen darüber. Min-Mins Mutter fragt, ob die vom Sohn mitgebrachte deutsche Frau kochen kann. Seine Tante fragt das auch, seine Nichten, die Nachbarin. Und alle begutachten nach einer Stunde die geputzten Möhren, den gewaschenen Salat, die in Fett gewendeten Sardinen, lachen laut und wollen das Huhn lieber selbst in Stücke hacken.












Ich hoffe sehr, dass Birma nicht zu einem Rummelplatz verkommt, wie es leider in weiten Teilen Thailands der Fall ist und nicht nur ausländische Investoren, sondern die einheimische Bevölkerung vom zunehmenden Tourismus profitieren.