Gemeinsam in den Urlaub
Urlaubsknigge: Ferien mit Freunden

Mit Freunden in die Ferien - herrlich! Doch leider ist der Knatsch oft unvermeidlich. Unser Knigge hilft, die Freundschaft zu erhalten.

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Foto: Bengelsdorf/photocase.de

Ferien mit Freunden - was nach einer höllisch guten Zeit klingt, geht schnell auch mal nach hinten los: dicke Luft, Streitereien, schlechte Laune. Dabei hatte man sich alles so schön vorgestellt: Endlich mal wieder Zeit füreinander, endlich mal wieder Spaß miteinander. Doch leider ist der perfekte Reisebegleiter "eine Utopie", sagt Philosoph Alain de Botton. Besonders von Freunden ist man enttäuscht, wenn der Urlaub nicht so läuft wie erhofft. Alles ganz normal, aber zum Glück nicht unabwendbar.

Wir haben Diplom-Psychologin Hildegard Belardi gefragt, wie man vorbeugt:

  • Was ist bei der Planung wichtig?
    MACHEN
    Entweder gemeinsam planen oder aber bewusst delegieren, nach dem Motto: "Das ist mir im Moment zu viel, entscheidet ihr das ruhig alleine."

    LASSEN
    Hinterher meckern, wenn's mir dann doch nicht so gut gefällt.
  • Das Geld: Gemeinsame Kasse – oder doch lieber getrennt?
    MACHEN
    Jeder zahlt in die Haushaltskasse denselben Betrag ein - am besten für vorher definierte Dinge wie Lebensmittel oder gemeinsame Unternehmungen.

    LASSEN
    Darauf bestehen, dass auch der zweisame Kinobesuch mit dem Liebsten aus dieser Kasse bezahlt wird.
  • Wer kocht? Und was wird gekocht, wenn die einen Steak, die anderen Tofu wollen?

    MACHEN
    Zuerst einmal: Nach individuellen Vorlieben entscheiden. Nicht jeder muss kochen, es gibt genügend andere Dinge, die erledigt werden müssen. Und das Essen bitte so zubereiten, dass es allen schmeckt, also nicht nur Steak, sondern auch Tofu braten.

    LASSEN
    Die Freundin anmeckern, weil sie noch nie gekocht hat – obwohl sie jeden Tag abgewaschen hat.
  • Wer putzt? Und wie geht man mit unterschiedlichen Schmutzschmerzgrenzen um?

    MACHEN
    Am besten vorher absprechen, wie mit dem leidigen Thema verfahren wird. Wer die niedrigste Schmerzgrenze hat, ist leider selbst dafür verantwortlich, dass er sich wohl fühlt: Bin ich die einzige, die keine Wollmäuse unterm Sofa erträgt, muss ich sie wohl oder übel selbst wegsaugen.

    LASSEN
    Dauernörgeleien à la "Mann, ist das hier wieder versifft!"
  • Martina und Grete feiern bis in die Puppen, Peter und Lisa wollen früh schlafen ...

    MACHEN
    Jeder bringt seine individuellen Grenzen mit. Daher: Ruhezeiten festlegen. Vielleicht kann man sich darauf einigen, dass es zwischen 0 Uhr und 9 Uhr still ist. Zumindest im Haus.

    LASSEN
    Die vereinbarten Ruhezeiten stören und den anderen Vorwürfe machen, weil sie nicht drei Stunden am Stück "Mensch ärgere Dich nicht" spielen wollen.
  • Unternehmungen – lieber gemeinsam oder getrennt?

    MACHEN
    Jeder sollte sich vor der Reise klar werden: Was will ich? Sowohl Gleichschritt als auch Alleingänge müssen erlaubt sein.

    LASSEN
    Zwanghaftes Beisammensein.
  • Nun ist es doch passiert: Was tun bei dicker Luft?

    MACHEN
    Reden, reden, reden - und dabei gemeinsam nach Lösungen suchen. Das erhöht ganz nebenbei die Konfliktfähigkeit. Im schlimmsten Fall den Urlaub abbrechen.

    LASSEN
    Vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen und frühere Konflikte aufwärmen, die mit dem aktuellen Problem überhaupt nichts zu tun haben.
  • Was muss jeder Einzelne mitbringen, damit die Freundschaft den Urlaub übersteht?

    MACHEN
    Tolerant sein und akzeptieren, dass nicht alle das Gleiche denken - jeder Mensch tickt in seiner eigenen Geschwindigkeit.

    LASSEN
    Erwarten, dass alles reibungslos läuft und dass das der absolute Traumurlaub wird!
  • Artikel vom 11.07.2014
    Text: sar
    Foto: Getty Images
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