Ein Ferienhaus in Dänemark: Alles unser!

Ein Ferienhaus in Dänemark macht glücklich: Als Kind, mit Freunden, als Paar - und natürlich als Familie.

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Sage noch einmal einer, Urlaub in einem dänischen Ferienhaus sei langweilig. Allein die Anreise – ein Abenteuer: Gelingt es, zur Schlüsselübergabe bis 15 Uhr den kleinen dänischen Ort zu finden, der irgendwie auf -lyst, -jord, -rup, -toft, oder –gard endet? Die Beschreibung des Ferienhausvermieters ist eigentlich präzise formuliert. Und kurz nach dem Grenzübergang Harrislee scheint noch alles ganz klar - aber dann wird es doch verwirrend: "Nach der Brücke (Welche Brücke?) links in den kleinen Sandweg (Was macht die Schnellstraße hier?) einbiegen, vorbei an der Surfschule (Geht auch eine "ensrettet"? Nein!!), dann das dritte Haus mit der Nummer 5"!

Irgendwann landet man tatsächlich bei einer freundlichen Frau Nielsen (oder Herrn Larsen oder Sardemann). Die Schlüsselhüter der feriehusudlejning sind meist sehr nachsichtig mit den anreisenden Deutschen und schließen ihren Kiosk (oder auch Bernsteinshop, Surfschule, Tankstelle) auch zu späterer Stunde noch auf. Eine besondere Herausforderung ist es übrigens, wenn gleich mehrere Parteien ein Haus ansteuern und einander über Mobilfunk gute Ratschläge geben, wo man denn wohl langfahren solle. "Mit ein paar guten Freunden gemeinsam ein dänisches Ferienhaus mieten" gilt in manchen Kreisen als Sonderform des modernen Extrem-Urlaubs. Aber am Ende kommen doch alle an.

Jedes Jahr urlauben rund eine Millionen Deutsche in einem dänischen Ferienhaus. Die Dänen sind – auch wenn das kaum vorstellbar ist – aber immer noch die größten Fans der Sommerhusets. 200 000 Ferienhäuschen stehen zwischen Nordjütland und Südlolland, aber nur 40- bis 50 000 werden überhaupt an Urlauber vermietet.

Hat man sich mit dem Schlüssel in der Jackentasche auf holprigen "vejs" zwischen Dünen und Kiefernwäldchen zu seinem Häuschen vorgearbeitet, überfällt den Kurzzeitmieter das erhebende Gefühl des Hausbesitzers: "Alles meins!" – jedenfalls von Samstag bis Samstag. Die Schlafzimmerchen mit den Kiefernbetten, die offene Küche, Sauna und der Wohnbereich werden in Besitz genommen. Die Dänen haben eine beeindruckende Designkultur, aber auf Arne Jacobsen-Stühle oder Verner Panton-Lampen ist vermutlich noch kein Ferienhausurlauber je gestoßen. Von ihrer Innenarchitektur sind die konsequent zaunlosen Ferienhäuser eher eine Art über das ganze Land verteiltes IKEA-Museum. Bei der Einrichtung geht es von frühem Ivar bis zur "Wohnst du noch oder lebst du schon?" Epoche ab etwa 2003. Aber "hyggelig", gemütlich, ist es immer.

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  • Almut Siegert
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