Städtetrip
Aurélies Geheimtipps für Paris
Eine Pariserin verrät, wo ihre Stadt am schönsten ist: Geheimtipps für Paris, vom sonnigen Lieblingscafé bis zum schrägen Kulturzentrum.
Aurélie Mydlarz zeigt uns das andere Paris
Für eine BRIGITTE-Modeproduktion haben wir Aurélie Mydlarz über den Dächern von Paris fotografiert - und sie gleich nach Geheimtipps in ihrer Heimatstadt gefragt. Als erstes erzählte sie uns von dem Dach ihrer besten Freundin. Charlotte wohnt im Herzen des Marais, in einer so genannten "chambre de bonne". So werden in Frankreich die ehemaligen Dienstmädchenzimmer genannt, winzige Einzimmerwohnungen, die sich traditionell im letzten Stock befinden. Im Flur vor Charlottes Zimmer gibt es eine kleine Luke, über die man auf das Dach des Hauses klettern kann. Hier treffen sich die beiden Freundinnen im Sommer regelmäßig zum "apéro", um von hier aus den Sonnenuntergang über den Dächern der Stadt zu genießen.
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Für diejenigen, die keinen Zugang zu diesem magischen Fleckchen haben, weiß Aurélie allerdings noch einen anderen Ort, an dem man Blick und Gedanken wunderbar schweifen lassen kann. Im Parc de la Villette, herrlich am Canal de l’Ourcq gelegen, treffen sich die Pariser zum Joggen, Picknicken, Freilichtkino oder einfach nur zum Spazierengehen. Aurélie liebt an diesem Ort vor allem die kulturelle Vielfalt, schließlich handelt es sich um mehr als nur eine Grünanlage: Der Parc de la Villette ist ein buntes Freizeitzentrum mit einer Ausstellungshalle, dem Konzertsaal Zenith, dem Tarmac-Theater und der Cité de la Musique, einem Museum zum Thema Musik.
Nicht weit von diesem Park entfernt liegt das Centquatre, ein Kunst- und Kulturzentrum, das 2008 eröffnet wurde und von dem Aurélie sagt, dass "bisher niemand so richtig verstanden hat, was hier eigentlich genau passiert." Trotzdem gehöre es unbedingt zum heutigen Paris und sei ein Muss für alle Kulturinteressierten, sagt sie. Das ständig wechselnde Programm bietet Lesungen, Ausstellungen, Konzerte und während der Fashion Week werden hier sogar Modenschauen veranstaltet. Allein das wunderschöne, riesige Gebäude aus dem Jahr 1874 ist die Reise in die etwas verlassene Gegend des 19. Arrondissements wert. Der industrielle Charme des Viertels mit den entlanglaufenden Bahngleisen des Gare de l’Est hat es Aurélie jedenfalls angetan.
Ihrem Sinn für zeitgenössische Kunst und außergewöhnliche Orte geht die Grafikdesignerin ansonsten in der Fondation Cartier nach. 1994 wurde die Kunststiftung des Schmuckherstellers Cartier am Boulevard de Raspail im 14. Arrondissement neu eröffnet. In dem von Stararchitekt Jean Nouvel entworfenen, modernen Gebäude gibt es seither ungewöhnliche Ausstellungen zu Themen wie Graffiti, Voodoo oder derzeit Mathematik zu sehen.
Am Wochenende zieht es Aurélie in die Miroiterie im Quartier Ménilmontant im 20. Arrondissement. Denn jeden Sonntagabend veranstaltet hier der älteste Künstlersquat von Paris seine legendären Jam sessions. Als "squat" bezeichnet man in Frankreich übrigens ein besetztes Haus. In der Miroiterie wohnen und arbeiten circa 30 internationale Künstler, von Bildhauern bis Musikern. Die Galerie ist jeden Tag, außer montags und dienstags, von 17.30 Uhr bis 20.30 Uhr geöffnet.
Als überzeugte Pariserin der Rive Droite, also der rechten Seine-Seite, wo die nichtbourgeoisen "Bobos" ihr Zuhause haben, liebt Aurélie nicht nur Kunst und alternative Musik, sondern auch Vintage-Mode. Zu ihrem Glück gibt es in Paris Second-Hand-Läden an jeder Ecke. Vor allem im Marais und am Fuße von Montmartre wird man auch als Paris-Neuling ohne weiteres fündig. Für Schuhe und Stiefel geht Aurelie allerdings am liebsten in die Boutique "la petite fripe" auf der Rue Oberkampf.
Und nur ein paar Häuserecken weiter, in der Rue Jean-Pierre Timbaud, befindet sich dann auch ihr Lieblingscafé, die Onze Bar. Wer hier einen der wenigen Tische draußen vor dem Eingang ergattert, hat Blick auf einen hübschen, kleinen Platz, an dem man noch bis zum Abend die Sonne genießen kann. Am hinteren Ende der Bar gibt es einen kleinen Bühnenbereich, auf dem es immer wieder Live-Musik zu sehen gibt. Für Aurélie ist hier der perfekte Ort für den Apéro – es sei denn natürlich, Charlottes Dach ruft.
Aurélie Mydlarz
Die Pariser Grafikdesignerin hat gerade eine schwere Trennung hinter sich - von ihrer Katze, die sie lieber zu ihren Eltern gebracht hat, weil sie es dort im Garten besser hat als in Aurélies klitzekleiner Stadtwohnung. Beim Fotoshooting für BRIGITTE hat uns die 32-Jährige ihre Geheimtipps für Paris verraten.
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