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"Der neue Luxus hat nichts mehr mit Prunk und Protz zu tun", schreiben die Autoren Petra Percher und Robert Kropf in ihrem Buch Green Hotels, "ein gutes Gefühl, authentische Erlebnisse und einfach nur Zeit: Das sind die neuen Luxuswährungen von heute." Die 125 "Green Hotels" rund um den Globus, die sie in ihrem Buch vorstellen, haben tatsächlich wenig mit Pomp zu tun. Dafür haben sie sich den sanften Tourismus auf die Fahnen geschrieben, sind umwelt- und sozialverträglich. Alle Hotels erfüllen folgende Kriterien:
1) Ökologische Bauweise
2) Bewusster Umgang mit erneuerbaren Energien
3) Verwendung von regionalen und biologischen Lebensmitteln
4) Der Rückfluss von Geld in den lokalen Wirtschaftskreislauf und die Schaffung von Arbeitsplätzen
5) Die Finanzierung von sozialen Projekten über den Zimmerpreis
Auf den folgenen Seiten finden Sie eine Auswahl der schönsten "Green Hotels" - von der Schweiz bis nach Kenia. Leider zeigt sich auch hier: Schönheit hat ihren Preis. Die gute Nachricht ist: Den Preis bezahlen wir nur mit unserem Geld - und nicht mehr die Natur und die Menschen vor Ort.
Die Massai am Tourismus beteiligen, Armut bekämpfen und bedrohte Arten schützen: Das sind drei Ziele der "Shompole Lodge Kenia", die von ortsansässigen Massai mit Materialien aus der Umgebung gebaut wurde. Bei Eröffnung hielten die Ureinwohner 11 Prozent an der Öko-Lodge, Jahr für Jahr gehen mehr Anteile an die Massai über, bis sie eines Tages die Mehrheit halten werden ...
Mit den Einnahmen werden zum Beispiel Schulen unterstützt und Wasserverleitungen verlegt, so dass die Frauen jetzt weniger Zeit mit Wasserholen und mehr Zeit mit ihren Perlenstickereien verbringen können, die sie in der Lodge vertreiben. Ehemalige Massai-Jäger begleiten heute Touristen auf Fotosafaris, statt die Wildtiere zu töten.
Info: Die "Shompole Lodge Kenia" liegt 120 km von Nairobi entfernt im Great Rift Valley (Villa ab 330 Euro/Nacht, www.wilderness-ventures.com).
Rauer Luxus: In der einsam gelegenen Poststation aus dem 17. Jahrhundert zwischen Engadin und Valposchiavo wird noch mit Holz gekocht und geheizt und im Kerzenschein gegessen. In den traditionell kalten Schlafzimmern gibt es kein fließendes Wasser, nur in Stube und Küche wird es kuschelig warm. Handgewebte Stoffe, handgemachte Matratzen aus Rosshaar, der Verzicht auf Plastik selbst bei den Stromleitungen: Hier ist alles noch wie früher ...
Sogar das Einkaufen: Dreimal pro Woche gehen die Köche ins Dorf, um die Zutaten für ihre regionalen Gerichte einzukaufen - Milch und Käse liefern die hauseigenen Ziegen. Hausherr Jürg Mettler hat außerdem den Verein "Fraternità la Rösa" gegründet, der Förderprojekte der Bernina-Region des Puschlavs unterstützt.
Info: Das "La Rösa" im Kanton Graubünden hat nur im Sommer geöffnet (EZ und DZ ab 96 Euro, www.larosa.ch).
"Soneva Fushi" ist die Mutter aller Ökoressorts: Seit 16 Jahren arbeiten Sonu und Eva Shivdasana auf dem Baa Atoll der Malediven daran, Luxusurlaub umweltverträglich zu machen. Die Solaranlage von "Soneva Fushi" ist die größte des gesamten Archipels. Das Ziel des Hotelierspaares ist es, im Jahre 2020 mehr CO2 zu absorbieren als zu produzieren ...
Die beiden legen auch Wert auf den Einsatz einheimischer Arbeitskäfte; Gemüse und Obst werden direkt im Ressort angebaut. Ein halbes Prozent des Gewinns geht in Umweltprojekte und Schulen.
Info: Im Ressort "Soneva Fushi" gibt es 65 Villen (ab 390 Euro/Nacht, www.sixsenses.com).
Italien wie vor 500 Jahren: Das erleben die Gäste des Hotel "Sextantio" in den Abruzzen. 1998 entdeckte Daniele Kihlgren das verfallene Dorf Santo Stefano auf 1.200 Metern Höhe und verliebte sich augenblicklich. Er kaufte ein Drittel des Dorfes und verwandelte es in eine "Albergo Diffuso" - die 32 Hotelzimmer sind im ganzen Ort verstreut. Anders als früher: Das Frühstück wird in der Dorfkirche serviert. Natürlich stammen alle verwendeten Materialien aus der Region, selbst die Möbel sind original. Viele Wände sind noch rußgeschwärzt vom offenen Feuer ...
Hausherr Kihlgren engagiert sich auch jenseits seines Hotels für die Region: Er hat Werkstätten für traditionelle Handwerkskunst und einen Naturkostladen mit regionalen Produkten ins Leben gerufen. Im Festsaal veranstaltet er Konzerte.
Info: Das Hotel Sextantio liegt ca. 150 Kilometer von Rom entfernt in den Abruzzen (DZ ab 160 Euro, www.sextantio.it).
Riesenschildkröten laufen den Gästen über den Weg, selten gewordene Vögel pfeifen ihr Liedchen. Nur elf Villen stehen auf der Insel North Island, die maximal 30 Gäste werden von 150 Angestellten nach allen Regeln der Kunst verwöhnt. Der Preis? Die 450-Quadratmeter-Villa mit Pool kostet mindestens 2.115 Euro pro Person und Nacht. Das Öko-Konzept? ...
Mit dem Geld der Gäste wird ein Renaturierungsprogramm finanziert, dessen Ziel es ist, einheimischen bedrohten Tieren und Pflanzen auf North Island ihren natürlichen Lebensraum zurückzugeben: etwa Meeresschildkröten, den gefährdeten Seychellen-Brillenvogel oder den Schwarzen Paradiesschnäpper.
Info: Die "North Island Luxury Lodge" liegt auf der Privatinsel North Island, gut 30 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Mahé (www.north-island.com).
Green Hotels: Mehr als 150 exklusive Reiseziele für nachhaltige Erholung
Der Bildband "Green Hotels: Mehr als 150 exklusive Reiseziele für nachhaltige Erholung" von Petra Percher und Robert Kropf zeigt Ökoressorts in der ganzen Welt und versteht sich als Anleitung für den sanften Tourismus (Christian Brandstätter Verlag, 19,90 Euro).
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Hallo, ich finde auch, wir sollten immer beachten, dass weite Flüge sehr klimaschädlich sind! Auch wenn Fernflüge immer billiger werden, bitte auf ökologisches Reisen achten und gegebenenfalls ausgleichen. Hier gibts Tipps zum nachhaltigen Reisen: http://www.abacho.de/ratgeber/nachhaltiger-tourismus-oko-angebote-prufen/
Babsi1710
am 04.09.11 um 15:23
Frage mich gerade, wie umweltverträglich es ist, auf die Malediven zu fliegen. Hatte da so was wie Treibhauseffekt in Erinnerung, und dass die Malediven insgesamt vom steigenden Meeresspiegel (wegen Schmelzen des ewigen Eises) bedroht sind, sprich, absaufen werden.
Ich war auch mal in so einem Öko-Hotel in Malaysia. Durch den Kontakt mit einem örtlichen Führer auf einer Dschungelwanderung stellte sich heraus, dass die hübschen Blüten, die morgens immer als Tischdekoration dienten, von geschützten Pflanzen stammten. Ich schätze mal, es ist nachhaltiger, in Deutschland Urlaub zu machen. Erspart der Atmosphäre die Anreise und versetzt einen in die Lage, die Blüten auf den Servietten selbst zu erkennen.
Ich war auch mal in so einem Öko-Hotel in Malaysia. Durch den Kontakt mit einem örtlichen Führer auf einer Dschungelwanderung stellte sich heraus, dass die hübschen Blüten, die morgens immer als Tischdekoration dienten, von geschützten Pflanzen stammten. Ich schätze mal, es ist nachhaltiger, in Deutschland Urlaub zu machen. Erspart der Atmosphäre die Anreise und versetzt einen in die Lage, die Blüten auf den Servietten selbst zu erkennen.