Südtirol!

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In diesem Artikel:

Reise-Infos Südtirol

Schlafen

Wo sie gemütlich übernachten und in Heu baden
Mudlerhof: Herzlich umsorgt
Diese Spannung jeden Morgen! Schon beim Gang zum Hühnerstall habe ich Herzklopfen. Vorsichtig drehe ich den Schlüssel im Schloss des quadratischen Holzkastens, auf dem "Henne Bertha" steht, und ziehe das Türchen auf. Ob mein Frühstücksei schon gelegt ist? Seit Familie Walder das "eigene Hühnernest für jede Ferienwohnung" eingeführt hat, steigen in dem prächtigen Bauernhaus im Gsiesertal auch die Morgenmuffel unter den Gästen gern aus dem Bett. Das Aufstehen lohnt sich aber auch sonst, vor allem für die Gästekinder, die Bauer Peter auf dem Traktor oder im Stall helfen dürfen und sich sonst mit Hasenstall und Spielhaus, Fahrrädern, Rollern und Stelzen amüsieren. Die Eltern genießen derweil den Blick auf die Pragser Dolomiten, radeln durch das stille Tal oder wandern mit Bäuerin Agatha auf die hofeigene Alm in 2000 Meter Höhe. (St. Martin Nr. 5, I-39030 Gsiesertal, Tel. 04 74/97 84 46, Fax 97 84 46, www.mudlerhof.it; Fewo für 2 bis 6 Personen ab 35 Euro/Tag), Karte Nr. 1

Tschötscherhof: Schön schlicht
St. Oswald, ein stiller, verträumter Weiler unterhalb von Seis am Schlern, hat alles, was ein kleines Dorf braucht: eine Zwiebelturmkirche (mit gotischen Fresken) und ein Gasthaus. Ein Gasthaus? Der "Tschötscherhof" ist ein Traum von einem Gasthaus! Die Wirtsfamilie Jaider hat hier jene unverfälschte Südtiroler Schönheit bewahrt, die manch anderer Herbergsvater im Lande zu Gunsten von pseudoalpinem Kitschbarock verraten hat. An der Fassade ranken Weinreben bis unters Dach hinauf. Die Zimmer - mit Holzboden, Fleckerlteppich, dicken Federbetten und Madonnenbild - sind von beinahe quäkerhafter Schlichtheit. Auf den verwitterten Holzbalkons warten ebenso verwitterte Holzliegestühle auf müde Wanderer. (St. Oswald 19, I-39040 Seis, Tel. 04 71/70 60 13, Fax 70 48 01, www.tschoetscherhof.com; DZ/F ab 76 Euro), Karte Nr. 2

Hotel Heubad: Entspannung im Gras
Patrizia hat mich in vier Kilo feuchtes Heu gepackt, eine Plastikfolie über mir zusammengeschlagen und mich dann in die mit Wasser gefüllte Wanne hinabgelassen, in der ich nun schaukle, ohne nass zu werden. Dafür wird mir warm. Sehr warm. Es duftet nach Sommerwiese. Ich dämmere ein. 20 Minuten dauert das Heubad. Es entspannt, es weckt neue Kräfte, besänftigt schmerzende Knochen und Gelenke. Die Südtiroler und Trentiner Bauern kennen die Heilkräfte leicht gärenden Heus seit ewigen Zeiten. In Völs am Schlern wird im Hause der Familie Kompatscher seit 1903 kommerziell im Heu gebadet. Doch während die Gäste früher gruppenweise in einen großen Heuhaufen gebettet wurden, arbeiten Kompatschers heute mit hygienisch und sittlich einwandfreien Einzelkabinen. Sechs Anwendungen sollte man sich gönnen, heißt es, und zwar eine pro Tag. So lange bleibe ich aber auch aus anderen Gründen gern. Wegen Hubert Kompatschers Super-Küche zum Beispiel. Wegen der gemütlichen Stuben, in denen das Frühstück angerichtet wird. Wegen des üppig blühenden Gartens mit dem wunderschönen Freibad. Obwohl: Das Hallenbad ist beinahe noch schöner! (Schlernstr. 12, I-39050 Völs am Schlern, Tel. 04 71/72 50 20, Fax 72 54 25, www.hotelheubad.com; HP ab 59 Euro, Heubad 30 Euro), Karte Nr. 3

Hotel Drei Zinnen: Grandiose Lage
Vor dem Zweiten Weltkrieg, als ein ordentliches Dolomitenhotel noch seinen eigenen Skilehrer beschäftigte, hatte natürlich auch das "Drei Zinnen" in Sexten einen solchen unter Vertrag. Die Wirtsfamilie Watschinger erzählt gern von ihm: Es war Heinrich Harrer, der später als erster die Eiger-Nordwand durchkletterte und dessen Autobiografie "Sieben Jahre in Tibet" verfilmt wurde. Andererseits: Wen interessiert schon Harrer, wenn das Haus selbst eine Berühmtheit ist? 1930 vom Wiener Architekten Clemens Holzmeister im Stil der "Tiroler Moderne" erbaut und vom Künstler Rudolf Stolz mit Fresken verziert, gilt der massige Bau mit seinen klaren Linien, großzügigen Räumen und der grandiosen Lage vor dem Sextener Dolomiten als eines der schönsten Hotels im Alpenraum. (St.-Josef-Str. 28, I-39030 Sexten/Hochpustertal, Tel. 04 74/71 03 21, Fax 71 00 92, www.hotel-drei-zinnen.com; HP ab 74 Euro), Karte Nr. 4

Hotel Bad Schörgau: Frühstück mit Bergblick
Von Bozen führt eine Straße nach Sarnthein hinauf, die mehr Tunnel und Kurven hat, als uns ungeübten Salonsüdtirolern lieb sein kann, weshalb wir in der Regel mit brausendem Kopf und leichtem Schwindelgefühl in den weiten Gründen des hoch gelegenen Sarntales eintreffen. Aber es lohnt sich, denn gleich links der Straße wartet ein kleines Paradies auf uns. Seit vielen Jahren schon ist das "Hotel Bad Schörgau" eine gute Adresse - ein gemütliches Haus mit kreativer Küche. Jetzt hat Familie Wenter die Ärmel hochgekrempelt und ein paar Attraktionen hinzugefügt, die wir aus vollem Herzen begrüßen. Das Bauernbadl zum Beispiel, wo wir in Holzzubern sitzen und in den mit Kräutern angereicherten schwefel- und mineralhaltigen Wassern einer nahe Quelle plantschen. Die sehr schönen Zimmer im Neubau, von denen manche eine gemütliche Schlaf-Empore haben. Das helle, luftige Bistro mit Bergblick, in dem das Frühstück gleich doppelt so gut schmeckt. (I-39058 Sarnthein, Tel. 04 71/62 30 48, Fax 62 24 42, www.bad-schoergau.com; HP ab 83 Euro), Karte Nr. 5

  • Text: Annette Rübesamen
    Fotos: Gregor Lengler
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