Auf dem Jesus Trail durch Israel
Meike Dinklage war auf dem Jesus Trail unterwegs: 65 Kilometer von Nazareth bis nach Kapernaum. Hier zeigt sie ihre Souvenirs.
Eine Muschel vom Strand in Tel Aviv
Den ersten Tag verbrachte ich wartend. Anika, die Fotografin, hatte morgens wegen eines Maschinenschadens nicht in Berlin abfliegen können und entsprechend ihren Anschluss in Frankfurt verpasst. Die Arme saß 13 Stunden auf dem Flughafen fest, um dann mit der Nacht-Maschine nach Tel Aviv zu fliegen – und morgens um halb sechs völlig durchgenudelt an meiner Hoteltür zu klopfen. Ich hingegen hatte - weil ich ohne sie nicht weiterreisen konnte - einen freien halben Tag in Tel Aviv, den ich mit einem großartigen Sonnenuntergangs-Spaziergang am Strand abrundete.
Römische Scherben
Archäologie liegt in Galiläa überall herum, man braucht nur einen Guide, der wie unserer (Karl, studierter Archäologe und Historiker) vom Fach ist und sich auf jeder Ausgrabungsstätte kaum einkriegt vor Begeisterung. Er hat uns die Scherben aus dem Staub gesucht, versehen mit dem Kommentar: Römer-Schale, 1800 bis 2000 Jahre alt, oder ...
Arabische Scherben
Arabisch, etwa 1500 Jahre alt. Es gab größere, schönere Stücke, die ich mich aber nicht getraut habe außer Landes zu bringen – angesichts der strengen Kontrollen am Flughafen (tatsächlich wird man bei der Ausreise über alles ausgefragt, nur nicht darüber, ob man kulturhistorische Gegenstände schmuggelt, da scheinen die Israelis nicht kleinlich zu sein ...).
Feuerstein
Sieht aus wie ein normaler Stein, ist aber eine antike Speerspitze, was man an der Art des Schliffs sieht – sofern man einen Blick dafür hat wie unser Guide Karl. Fundort: Straßenrand, an einem neu aufgeschütteten Gehweg – Galiläas Erde ist voller Fundstücke, die bei Erdaushubarbeiten zu Tage gefördert werden.
Schokoladen-Schachtel von Israel Shavit
Er war unser Hausherr in Lavi und hat uns in die Geheimnisse seines Hobbykellers eingeweiht: Wir durften seine Schokoladen-Werkstatt besichtigen und seine Kreationen probieren: Nougat-Pralinen und weiße gefüllte Schokolade – nicht eben das, was man bei 35 Grad in Galiläa erwartet, aber sehr lecker.
Die Karte von Nazareth
Sami, der Mann an der Rezeption in unserem Gästehaus Fauzi Azar Inn, hat es gut gemeint und uns die besten Wege durch die Altstadt in vier Farben eingezeichnet: Kirchen rot, Treppen blau, Straßen grün, Lokale gelb. Nach wenigen Metern im Gassengewirr der Altstadt waren wir bereits so verloren, dass uns die vielen Farben und Wege nur noch mehr irritiert haben. Wir haben die Karte weggepackt und sind einfach drauflos gelaufen – wie immer das Beste.
Lokal Sudfeh in Nazareth
Sami wollte das Karten-Fiasko wieder gutmachen und lud uns abends zum Essen ein – in sein Lieblings-Lokal in der Altstadt: Arabische Küche, leckeres Hummus und Bulgursalat. Natürlich gesellten sich bald diverse seiner Freunde dazu und wir waren schnell mitten in einer Diskussion über westliche Frauen und warum sie sich, aus Sicht der Araber, so "vermännlichten" ...
Hufeisen vom Restaurant Vered Galil
Das Lokal mit Pferdevermietung liegt an der Straße nach Rosh Pina. Den Anhänger habe ich mir mitgenommen, um mich daran zu erinnern: Wenn ich je wieder nach Galiläa komme, werde ich am See Genezareth entlang reiten.
Blaue Laterne
Die Manschette stülpen die Pilger über ihre Kerzen, mit denen sie dann Samstag abends nach Einbruch der Dunkelheit singend und betend in die Verkündigungskirche in Nazareth ziehen. Als Protestantin sind mir Prozessionen zwar fremd, der Ort aber ist so besonders, dass ich irgendwann dann doch die Ave Maria mitgesungen habe.

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