- Die Inseln:
Saint-Barths
Saint-Barths
Foto: iStockphoto.com
Türkisfarbenes Wasser, weiße Puderzuckerstrände, Palmen: Viele der Inselchen zwischen Trinidad und den Bahamas sehen aus wie Models für eine Fototapete. Kein Wunder, dass hier unzählige Promis Ferien machen. Doch man muss kein starverdächtiges Urlaubsbudget haben, um mit den Reichen und Schönen zu plantschen. Unsere Tipps für die Insel Saint-Barths:
Warum dorthin: Jetset total - hier urlauben und feiern die meisten Promis
Was man dort macht: mitfeiern, zollfreie Waren shoppen (Freihafenstatus)
Wer auch noch dort ist: Uma Thurman, Brad Pitt, Penélope Cruz
Unser Tipp: Der Pub Le Select in Gustavia ist ideal zum Prominenten-Watching. Hinsetzen und abwarten, die Reichsten und Schönsten spazieren ganz von allein vorbei. Der "Cheeseburger in Paradise" wurde vom Countrysänger Jimmy Buffet besungen, dazu frische Pommes. Kühles Carib-Bier ca. 2,50 Euro (Rue du Général de Gaulle).
St. Barths: Was wir dort erlebt haben
Auf drei Arten kommt ein normaler Mensch nach Saint-Barths: als blinder Passagier, als Dienstbote (Personal Trainer, Skipper, Putz frau) - oder so wie ich. Als Hausfreundin. Meine Jugendliebe ist auf diese Insel geraten, um den Reichsten und Schönsten Domizile zu bauen. Noch zu haben: das Häuschen der Modeschöpferin Liz Claiborne, mit tollem Blick über grüne Hügel und weiße Buchten, aber leider nur ein Schlafzimmer; Preis: 12 Millionen Euro.
Meine normalen Freunde kennen die französische Antilleninsel lediglich aus Klatschzeitschriften: Weil in den Dünen Jäger mit langen Objektiven lauern, um Penélope Cruz, Brad Pitt und Uma Thurman beim Plantschen zu erhaschen. Seit den 50er Jahren ist die Insel der Promi-Spot der Karibik, und noch heute tummelt sich hier halb Hollywood.
Auch ich liebe die Karibik. Das Afrikanische, das Barocke, den Zauber, den Hüftschwung. Und nun? Ist dieses Inselchen, das man auf einer Betonstraße in 45 Minuten umrundet hat, abgesehen von 17 Stränden und seinen glamourösen Zugezogenen, an sich . . . kulturell . . . na ja: öde. So unkaribisch. Die Zugezogenen: erst semmelblonde Normannen, dann Schweden, die das Hauptstädtchen Gustavia nach ihrem König benannten; schließlich Franzosen, die Saint-Barths bereisen wie wir Mallorca: den Skipper mit der Yacht aus Monaco vorschicken, um übers Wochenende hinterherzufl iegen und noch exquisiter zu speisen als Gott in Frankreich.
Eines Nachmittags, ich süffele gerade einen Ti Punch im "Le Select", einer Bar an der Hauptstraße von Gustavia, direkt gegenüber des "L'Oubli". Dort kostet der Cappuccino in Wirklichkeit nur vier Euro. Einige Herren in Seglertuch lesen Wirt schaftsteile, während ihre Gattinnen sich mit äußerst straffen Gesichtern Orientierung verschaffen: Auf dem Wegweiser stehen keine schwedischen Straßennamen, sondern Gucci, Chanel, Dior. Ich selbst sehe auf einmal doppelt: zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen!? Das kann nicht sein, doch da liegt neben dem Kreuzer ein weiteres, mindestens siebenstöckiges Boot, das ein Viertel der Bucht füllt, und obendrauf zwei, ach was, noch einen Rum bitte, fünf Hubschrauber-Landeplätze! Eine Shiatsu-Masseuse tuschelt einer Yoga-Lehrerin zu: "Abramowitsch est ici!", er habe heute das teuerste Grundstück der Insel inspiziert. Zwischen dem von Rockefeller, der sich in den 50ern ein Büro in Form eines Bohrturms bauen ließ; dem von Rothschild, der einen Hain mit ausgewachsenen Dattelpalmen einschiffen ließ, weil die hier von selbst nicht wachsen; und dem von Rudolf Nure - jew, der hier in den 80ern die Einsamkeit suchte, obwohl ihm der Jetset Europas und Amerikas auf den Fersen folgte. Mais, pscht, discrétion!
Ich trete auf die Straße und halte den Daumen raus. Man kann hier wunderbar trampen. Bei "Mayas to Go", einem Catering, esse ich Tagliatelle mit Langostino-Schwänzchen. Die kann sogar ich mir leisten - in kleinsten Dosen. Den Supermarkt daneben meide ich, es gibt da zwar Fromages, Patés und Piemont-Kirschen. Ich kaufe auf der abgelegenen Seite der Insel ein, wo es im Supermarché bezahlbare Süßkartoffeln und Ananas gibt.
Dann setze ich mich an die Bar "La Plage" und warte auf meine Jugendliebe. Man kann hier lange warten. Nie wird man dumm angebaggert. Beklaut wird man auch nicht. Umverteilung geht dezent vonstatten: Den Strand von Saline, da, wo die Paparazzi liegen, tastet jeden Morgen einer sorgfältig mit einer Metalldetektor- Sonde ab: Ob dort vielleicht eine Patek Philippe verloren gegangen ist? Bedächtig lasse ich den Sand durch meine Finger rieseln.













