Flusskreuzfahrten
Kreuzfahrt Ägypten: Alles am Fluss

Auf dem Nil durch biblische Landschaften zu jahrtausendealten Tempeln gleiten: BRIGITTE-Redakteurin Susanne Arndt segelte von Luxor nach Assuan - und ankerte im Paradies. Eine Kreuzfahrt entlang der Königsroute in Ägypten.

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Gesegelt wird auf einer "Dahabeya" - einem Zweimaster ohne Motor

Gesegelt wird auf einer "Dahabeya" - einem Zweimaster ohne Motor

"Wir sind im Alten Testament", jubelt Barbara, eine unserer Mitreisenden, "gleich kommt Moses im Binsenkörbchen angeschwommen!" - "Und da hinten picknicken Adam und Eva unterm Apfelbaum!", rufe ich zu ihr rüber, denn so wie auf dieser Nil-Insel habe ich mir als Kind das Paradies vorgestellt: Mangos, die noch die Kühle der Nacht gespeichert haben, baumeln über Feldern voller Okraschoten und Auberginen, Prachtpalmen versprechen zum Dessert klebrig süße Datteln. Im Schatten von Zitronenbäumen futtern sandfarbene Esel Klee, ein Junge im weißen Gewand treibt Kühe zur Morgentoilette an den Fluss, durch dessen Blau ein Fischerboot gleitet.

Schon bei meinem ersten Sonnenaufgang am Nil verstehe ich besser, warum die Pharaonen ganze Berge versetzt haben, um nach ihrem Tod mit der Morgensonne wiederaufzuerstehen und ins Paradies einzugehen. Genauer: warum sie hunderttausende Tonnen Stein für ihre Göttertempel aus der Wüste schlagen ließen, zu einer Zeit, in der das Dynamit noch 4000 Jahre auf sich warten ließ.

Wasserspiegel: Am Morgen steht das Ufer kopf

Wasserspiegel: Am Morgen steht das Ufer kopf

Einige der schönsten Tempel stehen auf dem Programm unserer Nilreise: Luxor, Karnak, Hatschepsut, Kôm Ombo, Philae. In fünf Tagen segeln wir von Luxor nach Assuan, und weil unser Schiff wegen seines geringen Tiefgangs nicht nur an Kaimauern, sondern auch in Buchten anlegen kann, bekommen wir außerdem ägyptisches Landleben mit. Die Zeit für diese Reise war nie besser: Seit dem Arabischen Frühling ist der Niltourismus fast versiegt. Unsere kleine Reisegruppe - drei Paare und drei Frauen aus Deutschland - muss die altägyptischen Schätze nur mit wenigen Touristen teilen.

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  • Fotos: Roberta Valerio
    BRIGITTE 25/2012
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