Serie Winterurlaub: Ab in den Schnee!

Lappland: Reise mit Rentier

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Der Schnee, der die nächtlichen Träume umhüllt,

muss erst präpariert werden. Unser Übernachtungsplatz liegt im Wald, früher war hier eine Rentierscheide: ein Gehege mit verschiedenen Abteilen, in dem die Samenfamilien ihre Herden mehrmals im Jahr zusammentrieben - um sie zu markieren, Schlacht- von Zuchtvieh zu trennen oder sie in Wintergruppen aufzuteilen. Heute ragen nur noch ein paar Holzgatter aus dem Weiß. Wir schippen, bis der Boden zu sehen ist, bauen die Koten auf, Kegel aus Stangen und grüner Zeltwand. Bedecken die Erde darunter mit Reisig, Isomatten und Fellen; stellen in die Mitte der Zelte einen Ofen mit Rauchabzugsröhre. Dirk schläft draußen, er hebt eine Grube aus, legt Stöcke und eine Plane darüber: "Schnee isoliert. Wenn der Ofen in der Kote nachts ausgeht, kann es dort sogar kälter sein."

Die Rentiere mampfen, an Bäumen angebunden, ihre Abendbrot-Pellets, als wir uns in einem Zelt versammeln. Dirk kocht Reis mit Wildlachs und Dill-Sahnesoße, wir schmelzen Schnee zu Wasser, ein Candlelight-Dinner mit Striptease beginnt: Der Ofen heizt so warm, dass wir uns entblättern, schließlich barfuß und in Skiunterwäsche dahocken. Dazu befeuern wir unsere Fantasie mit Gesprächen über die Fauna draußen: Wölfe soll es hier keine geben, der Vielfraß aber ist unterwegs - ein nachtaktiver Riesenmarder, der auf Bäumen lauert, von dort sogar auf Rentiere springt und ihnen das Rückgrat durchbeißt. Als ich spätabends hinaus auf die Toilette muss, ziehe ich beim Laufen den Kopf ein. Ja, ich wollte der Wildnis nahe sein - aber nicht, dass sie mir gleich im Genick sitzt. Zurück im Zelt, klemmt auch noch der Reißverschluss meines Schlafsacks. Wie kalt ist zu kalt hier draußen? Und wacht man auf, bevor man erfriert? Endlich bekomme ich den Schlafsack zu. Mit einer dicken Mütze auf dem Kopf schlummere ich wie ein Bär in seiner Winterschlafhöhle, in die fernes Rentiertrampeln dringt.

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  • Fotos: Stefan Volk
    Text: Elke Michel
    Karte: Vivian Balzerkiewitz
    BRIGITTE 01/2011
BRIGITTE
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