Lykische Küste: Urlaub im Nationalpark

EC-Automaten sucht man im Olympos-Nationalpark an der Lykischen Küste vergebens. Dafür findet man an diesem Fleckchen Türkei: Klatschmohn zwischen antikem Gemäuer, wilde Schildkröten, Naturstrände und ganz viel Ruhe.

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Abendstimmung am Strand von Çirali, im Hintergrund der 2365 Meter hohe Tahtali Dagi.

Unter Individualurlaubern hat die Türkei nicht den allerbesten Ruf – nichts als Bettenburgen, All-Inclusive-Völlerei und überfüllte Strände, so das Vorurteil. Das könnte daran liegen, dass die Deutschen den Olympos-Nationalpark an der Lykischen Küste noch nicht für sich entdeckt haben. Während neuseeländische Backpacker schon in den Siebzigern die im Park gelegenen Dörfchen Çirali und Olympos bevölkerten, zieht es das Gros der Deutschen heute immer noch nach Alanya und Antalya. All inclusive, alles schön billig.

In Çirali und Olympos ist die Woche zwar nicht für 290 Euro inklusive Flug zu haben. Aber besonders teuer ist es hier auch nicht. Für 30, 40 Euro pro Nacht bekommt man schon ein Bett in einer hübschen Holzhütte mit Veranda und Hängematte zwischen Hibiskusblüten und Maulbeerbäumen. Dazu gibt es ein Frühstücksbüffet mit selbst eingelegten Oliven und hausgemachten Marmeladen und abends Hähnchen vom Grill zum bunten Salat mit Kräutern. Alles frisch aus dem Garten, versteht sich. Auch das Hähnchen.

Knapp 100 Kilometer südwestlich von Antalya sind abends keine hämmernden Beats aus der Animationshölle des Nachbarclubs zu hören, hier ruft nur der Muezzin zum Gebet, seine Stimme kommt vom Band und leiert ein bisschen. Oder hallt sein Ruf nur von den steinernen Flanken des Taurusgebirges zurück? Die Frösche quaken, die Grillen zirpen und am Morgen kräht der Hahn, leider viel zu früh.

Den Nationalpark hat der Küstenabschnitt zwischen Antalya und Kumluca dem Fortpflanzungswillen einer Meeresschildskröte zu verdanken. Jeden Juni legt hier die "Unechte Karettschildkröte" ihre Eier in den warmen Sand. Sie ist auch der Grund, warum in Olympos und Çirali in Holzhäusern übernachtet wird - es dürfen keine festen Häuser gebaut werden. Die Strände sind von Obstplantagen, bewaldeten Felsen und antiken Ruinen gesäumt.

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  • Text und Fotos: Susanne Arndt
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