- In diesem Artikel:
Unter Individualurlaubern hat die Türkei nicht den allerbesten Ruf – nichts als Bettenburgen, All-Inclusive-Völlerei und überfüllte Strände, so das Vorurteil. Das könnte daran liegen, dass die Deutschen den Olympos-Nationalpark an der Lykischen Küste noch nicht für sich entdeckt haben. Während neuseeländische Backpacker schon in den Siebzigern die im Park gelegenen Dörfchen Çirali und Olympos bevölkerten, zieht es das Gros der Deutschen heute immer noch nach Alanya und Antalya. All inclusive, alles schön billig.
In Çirali und Olympos ist die Woche zwar nicht für 290 Euro inklusive Flug zu haben. Aber besonders teuer ist es hier auch nicht. Für 30, 40 Euro pro Nacht bekommt man schon ein Bett in einer hübschen Holzhütte mit Veranda und Hängematte zwischen Hibiskusblüten und Maulbeerbäumen. Dazu gibt es ein Frühstücksbüffet mit selbst eingelegten Oliven und hausgemachten Marmeladen und abends Hähnchen vom Grill zum bunten Salat mit Kräutern. Alles frisch aus dem Garten, versteht sich. Auch das Hähnchen.
Knapp 100 Kilometer südwestlich von Antalya sind abends keine hämmernden Beats aus der Animationshölle des Nachbarclubs zu hören, hier ruft nur der Muezzin zum Gebet, seine Stimme kommt vom Band und leiert ein bisschen. Oder hallt sein Ruf nur von den steinernen Flanken des Taurusgebirges zurück? Die Frösche quaken, die Grillen zirpen und am Morgen kräht der Hahn, leider viel zu früh.
Den Nationalpark hat der Küstenabschnitt zwischen Antalya und Kumluca dem Fortpflanzungswillen einer Meeresschildskröte zu verdanken. Jeden Juni legt hier die "Unechte Karettschildkröte" ihre Eier in den warmen Sand. Sie ist auch der Grund, warum in Olympos und Çirali in Holzhäusern übernachtet wird - es dürfen keine festen Häuser gebaut werden. Die Strände sind von Obstplantagen, bewaldeten Felsen und antiken Ruinen gesäumt.












-
am um
-
Susanne Arndt
am 14.05.12 um 11:01
Liebe Leser/innen,
-
Melanie
am 11.05.12 um 18:57
Hier ist der Link zum Artikel von Walter, ich hatte auch schon gefragt. die aktuellen Information werden auf dieser Seite bekannt gegeben. Das mit Cirali macht uns auch sehr traurig da wir immer gerne in Cirali waren.
-
PD
am 11.05.12 um 18:35
Hallo Walter Hebling, wir waren gerade in Cirale letzte Woche, quasi mitten drin in der Räumung und haben leider überhaupt nicht verstanden, was da um uns abging! Aber es war voll krass. In der Hürrieyet sind in der Fotogalerie viele Bilder dazu, z.Z.auf Seite 5 und 7 http://fotogaleri.hurriyet.com.tr/galeri.aspx?rid=2&p=7
-
walter hebling
am 09.05.12 um 23:28
20 Jahre als "Illegale" legal arbeiten und Steuern bezahlen
-
walter hebling
am 09.05.12 um 23:26
walter helbling
-
Lara G
am 09.05.12 um 22:40
Cirali ist ein kleines unbeflecktes Dörfchen in der Türkei, in dem viele Familien seid Jahrzehnten leben, Landwirtschaft, Gastronomie ect betreiben. Dieses Fleckchen Erde ist in den letzten Jahren für Touristen sehr interessant geworden, eben weil es so unbebaut ist. Der Staat hat das gemerkt und entschieden das das Dorf jetzt unter Naturschutz steht. Dieser „Naturschutz“ lieferte dem Staat den Grund ein Teil des Dorfes nieder zu reißen und den Menschen dort jegliche Grundlage zu rauben.
-
Mila
am 09.05.12 um 22:36
Cirali, wird gerade von der Jandarmai gestürmt. Die Liebevollen Pansionen werden nieder gerissen, den einheimischen alles weggenommen was sie besitzten, nur um luxuriöse Hotel anlagen da hin zu bauen. Familien werden gerade Obdach- und Arbeitslos.
-
Birgit Ebel
am 09.03.12 um 19:04
hier geht es weiter:
-
Birgit Ebel
am 09.03.12 um 19:02
Sie preisen in Ihrem Newsletter einen sehr schönen Urlaubsort an, der derzeit in der Tat etwas Publicity bräuchte. Meiner Meinung nach sollte diese Aufmerksamkeite aber auf einem ganz anderen Aspekt liegen, denn gerade gibt/gab es in Cirali Proteste, weil ein riesiges Stück Land an eine große Firma verkauft werden sollte, die daraus - soweit ich das von hier aus richtig mitverfolgen konnte - ein exklusives und teures Urlaubsressort mit Golfanlage etc. machen wollte. Inzwischen hat sich wohl Ministerpräsident Erdogan einlenkend eingeschaltet, aber ob das Thema damit ganz vom Tisch ist, kann ich nicht einschätzen. Das müsste ich genauer recherchieren. Sie hätten dies aber meiner Meinung nach tun sollen, bevor Sie so einen Artikel - wie es mir scheint etwas naiv - online veröffentlichen. Immerhin tragen Sie als Journalisten eine gewisse moralische Verantwortung, und es sollte Ihnen bewusst sein, dass Tourismus immer auch Kehrseiten und es gerade für einen Ort wie Cirali reale Fo
-
Jutta
am 09.03.12 um 15:50
Leider habt ihr nicht ganz recht. Ich fahre seit 25 Jahren nach Cirali, mittlerweile ist es im Sommer total überfüllt, es reiht sich Schirm an Schirm am Strand. Zwischendurch kommen die "all-inclusive-Touristen" der Nachbarorte mit 20 Jeeps direkt am Strandweg an den Strandrestaurants vorbeigefahren, leider. Also im Frühjahr und Herbst zu empfehlen, im Sommer inzwischen nicht mehr. Im Übrigen sind mindestens 80% der Pensionen in Massivbauweise und nicht aus Holz gebaut.
mehr (11)auch wir sind schockiert und traurig über die Ereignisse in Cirali. Nach einem Gespräch mit einem Pensionsbetreiber zeigt sich allerdings, dass die Dinge komplexer sind als sie scheinen. Er sagt, dass es "legale" und "illegale" Pensionsbetreiber gäbe und die "legalen" schon lange darauf gewartet hätten, dass etwas passiert und dass die betroffenen Pensionsbetreiber mehrfach gewarnt worden seien. Es scheint in jedem Fall Rivalitäten und Sachverhalte zu geben, die von hier aus schwierig zu durchblicken sind.
In jedem Fall fühlen wir mit den Betroffenen, die, egal ob "legal" oder "illegal", ihre Existenz verlieren. Und wir hoffen, dass das Naturschutzgebiet in Cirali erhalten bleibt.
Susanne Arndt, BRIGITTE.de
Liebe Grüße
Melanie
http://dasprojektoerchen.blogspot.de/2012/05/turkei-cral-abbruch-hat-begonnen.html
Leider sind Ihre Kommentare nur gekürzt zu lesen. Könnten Sie die Links zu den angegebenen Artikeln von Yusuf Yavuz schicken, soweit auf Deutsch oder Englisch lesbar oder andere Quellen dazu?
Cirali hat uns super gefallen und wir waren in einer nun auch vom Abriss bedrohten Pension. In der Hürrieyet sind in der Fotogalerie viele Bilder dazu, z.Z.auf Seite 5 und 7 http://fotogaleri.hurriyet.com.tr/galeri.aspx?rid=2&p=7
Geradezu grotesk ist die Tatsache, dass sämtliche Betriebe im Besitze von Betriebsgenehmigungen sind, legal Wasser und Strom beziehen und bezahlen, ihr Gästeankünfte regulär verbuchen und weitermelden, Steuern bezahlen etc. etc. Ein Teil der Verwaltung hat dies also bewilligt und toleriert, während nun ein anderer Teil auf Grund höheren Interesses aktiv wird und das alles rückgängig zu machen gedenkt. Gut möglich, dass damit das gesamte Dorf, zumindest die touristische Marke Cirali von der Landkarte verschwindet.
Es geht um viel Geld
Letzte Woche wurde im türkischen Parlament erneut eine Gesetzesänderung zum Thema Verkauf von Land an Ausländer genehmigt. Demnach dürfen nun bis zu 30 000 Quadratmeter Land durch Ausländer erworben werden, in Einzelfällen sind Ausnahmen zum Erwerb noch grösserer Flächen erlaubt. Bereits seit anfangs dieser Woche informieren und werben offizielle Stellen in den Tourismusr
Gestern wurde in Çıralı , begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot, mit dem Abbruch einer ersten Pension begonnen. Heute sollen drei weitere Betriebe geschleift werden. Obwohl wieder zahlreiche Demonstranten erschienen, blieben deren Bemühungen, diesen Abbruch zu verhindern, erfolglos. Etwa 25 Personen wurden festgenommen. Die Zeitung Hürriyet hat Bilder und ein Video ins Netz gestellt.
Der Landrat der Region hat den Abbruch damit begründet, diese Pensionen befänden sich auf Waldgebiet und seien illegal, weshalb sie abzubrechen seien. Das mag aus heutiger Sicht stimmen, wenn man nur die Momentaufnahme als Richtschnur hinzuzieht. Wie bereits in einem früheren Beitrag berichtet, sind die Sachlage und die Geschichte Çıralıs jedoch bedeutend komplexer. In einem der bisher besten Beiträge zu diesem Thema fragte der Journalist Yusuf Yavuz im Atlas Dergi: Hat das Modell Cirali im Tourismus ausgedient? Er listet da sachlich die Ereignisse seit 1990 auf und f
Die Dorfbewohner haben ihre Abgaben immer an den Staat gezahlt undplötzlich hieß es "ne das ist doch Naturschutzgebiet". Vor einigen Tagen kamen sie dann und haben alles niedergemetzelt. Viele Menschen stehen nun ohne Arbeit und Wohnung da. Sie haben nichts mehr.
Der Staat will nun das unberührte Dorf an Investoren Verkaufen, damit sie dort riesige hässliche Hotelanlagen hin bauen können.
Cirale wird vernichtet, es wird nicht mehr das Fleckchen Natur sein was es mal war. darüber müssten sie schreiben! Der Staat hat gewisse Flächen einfach als Naturschutzgebiet erklärt um den "Pöbel" einfach umnieten zu können. Ud diese Flächen werden dann an reiche investoren verkauft. das ist sehr traurig. Ich war immer gern in cirali...
und es sollte Ihnen bewusst sein, dass Tourismus immer auch Kehrseiten und es gerade für einen Ort wie Cirali reale Folgen hat, wenn Sie ihn einer breiten Leserschaft vorstellen. Darüberhinaus habe ich den Eindruck, dass Sie von dem aktuellen Geschehen nichts mitbekommen haben. Gerade von "Brigitte" hätte ich mir einen sensibleren Umgang mit dem Thema gewünscht und bin etwas enttäuscht.