Weihnachtsstadt Maastricht: Tipps zum Nachreisen
Hereinspaziert: Der Blumensalon "Frissen Pieters" hat die großartigste Advents-Deko der Stadt (Stokstraat 49, www.frissenpieters.nl)
Es funkelt. Es leuchtet. Es duftet. Wie ein riesiges goldenes Weihnachtszimmer. Lichter in den Bäumen, an den Brücken, den Ausflugsdampfern. Das historische Stadtzentrum von Maastricht ist wie ein aufgeklappter Adventskalender, hinter jedem Fensterchen ein tolles Geschenk: Designer-Klamotten, Bücher, Kunst. Glühwein, Schokolade. Und noch einen Glühwein. Denn vorm Shopping geht der Maastrichter samt Gästen zum Eislaufen auf den gefluteten Vrijthof, einen der schönsten Plätze der Niederlande. Junge Frauen mit Pudelmützen ziehen dort ihre Runden und kichern.
Das Riesenrad dreht sich gemächlich auf dem Weihnachtsmarkt, ein Duft aus der Kindheit weht herüber: Krapfen, Waffeln, Maronen. Die Carol Singers wärmen akustisch. In Maastricht muss niemand lange allein sein. Man ist gut gelaunt, locker, immer auch für ein Schwätzchen mit Fremden zu haben. 12000 Studenten, 120000 Einwohner - die Mischung hält die 2000 Jahre alte Stadt frisch.
Die winterliche Abendsonne färbt Maastricht rosarot: das Korbstuhlmeer unter Mistelzweigen und Weihnachtskugeln an der Liebfrauenkirche; die Radfahrer, die zu Dutzenden die Wege abrollen; Weintrinker, die auch bei Minusgraden draußen sitzen. Autos sind in unterirdische Parkhäuser verbannt. Hier geht alles zu Fuß oder per Pedal. Kurze Wege, keine Eile. Die Geschäfte in den Gassen am Vrijthof sind voller Geschenke, die nicht die Welt kosten, aber für den Beschenkten die Welt sein können. Ein tolles Mini-Strickkleid zum Gleich-selbst-Anziehen hängt neben einer edlen Teekanne für die Freundin zu Hause. Schönes Altes und schönes Neues: Das zieht sich durch die Weihnachtsstadt an der Maas. Verwinkelte Gassen, Brücken, Kopfsteinpflaster - die historische Innenstadt ist ein bewegtes Gemälde.
Und im Bonnefantenmuseum hängen sie in echt, die großen Werke von Pieter Brueghel dem Jüngeren. Neben mittelalterlichen Holzskulpturen finden sich dort auch kühne Werke von Richard Serra und Sol Lewitt (Avenue Ceramique 250, Tel. 329 01 90, www.bonnefanten.nl).
Erleuchtend auch ein Blick in die "Selexyz Dominicanen", laut der Zeitung "The Guardian" die schönste Buchhandlung der Welt: In der ehemaligen Dominikanerkirche stehen auf drei Etagen 20000 Bände (Dominikanerkerkstraat 1).














