Mit dem Rad von New York nach Boston
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Zieleinfahrt: vor der Skyline von Boston
Am nächsten Tag setzen wir über auf die Halbinsel Cape Cod. Bilderbuchdünen gibt es hier, Salzmarschen, Strände und ein JFK-Museum in Hyannis, vor dem der Ex-Präsident als Statue mit sorgenvoller Miene auf einen Wildrasen zumarschiert. Aber sorry, JFK, die Hauptattraktion auf Cape Cod ist eine andere! Etwas, das den Namen "Radautobahn" verdient hätte: Durch Büsche und Pinienwäldchen zieht sich ein Asphaltweg, flach und fern vom Verkehr. Mit Schildern, Verkehrsinseln, beleuchteten Tunneln - nur für uns. Mit Parkbuchten, in denen auch mal ein Dixiklo steht. Einem Lokal mit Luftpumpe davor. Wenn das so weitergeht, was wird man erst in Boston für uns bereithalten? Mobile Mechanikerteams? Ein Fahrradkino?
Dann sind wir endlich da, in Boston. Die Körper schmerzend, als habe Amerika uns die Hintern versohlt, eiern wir an einer roten Linie entlang, die sich zwischen vielen Backsteinbauten und wenigen Wolkenkratzern durch die Stadt zieht: der Freedom Trail, der zu diversen Orten des Unabhängigkeitskampfes führt.
Vor einem schmächtigen Häuschen aus grauen Holzplanken halten wir an - hier wohnte einst der Silberschmied Paul Revere. Immer wieder überbrachte er anderen Kolonien reitend Botschaften über die verhasste Kolonialmacht Großbritannien.
Paul Revere ist heute der berühmteste Revolutionsheld der USA. Und es ist schade, wirklich sehr schade: dass das Fahrrad 1775 noch nicht erfunden war. Als Nachrichtenkurier wäre Revere bestimmt geradelt.













