Mit dem Rad von New York nach Boston

  • 3 Kommentare
  •  
  •  
In diesem Artikel:
Zieleinfahrt: vor der Skyline von Boston

Zieleinfahrt: vor der Skyline von Boston

Am nächsten Tag setzen wir über auf die Halbinsel Cape Cod. Bilderbuchdünen gibt es hier, Salzmarschen, Strände und ein JFK-Museum in Hyannis, vor dem der Ex-Präsident als Statue mit sorgenvoller Miene auf einen Wildrasen zumarschiert. Aber sorry, JFK, die Hauptattraktion auf Cape Cod ist eine andere! Etwas, das den Namen "Radautobahn" verdient hätte: Durch Büsche und Pinienwäldchen zieht sich ein Asphaltweg, flach und fern vom Verkehr. Mit Schildern, Verkehrsinseln, beleuchteten Tunneln - nur für uns. Mit Parkbuchten, in denen auch mal ein Dixiklo steht. Einem Lokal mit Luftpumpe davor. Wenn das so weitergeht, was wird man erst in Boston für uns bereithalten? Mobile Mechanikerteams? Ein Fahrradkino?

Dann sind wir endlich da, in Boston. Die Körper schmerzend, als habe Amerika uns die Hintern versohlt, eiern wir an einer roten Linie entlang, die sich zwischen vielen Backsteinbauten und wenigen Wolkenkratzern durch die Stadt zieht: der Freedom Trail, der zu diversen Orten des Unabhängigkeitskampfes führt.

Vor einem schmächtigen Häuschen aus grauen Holzplanken halten wir an - hier wohnte einst der Silberschmied Paul Revere. Immer wieder überbrachte er anderen Kolonien reitend Botschaften über die verhasste Kolonialmacht Großbritannien.

Paul Revere ist heute der berühmteste Revolutionsheld der USA. Und es ist schade, wirklich sehr schade: dass das Fahrrad 1775 noch nicht erfunden war. Als Nachrichtenkurier wäre Revere bestimmt geradelt.

Seite:

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  • Text: Elke Michel
    Fotos: Johannes Kroemer
    Karte: Fiete Koch
    Ein Artikel aus BRIGITTE 18/10
Letzte Kommentare
  • Heike Schwarz
    am 25.08.10 um 22:48
    Vor 14 Tagen ist der 21jährige Sohn meiner Freundin mit dem Fahrrad in San Francisco unterwegs gewesen, von einem PKW-Fahrer überfahren worden und tödlich verunglückt. Der PKW-Fahrer hatte den Radfahrer überhaupt nicht beachtet. Bitte weisen Sie in Ihren Artikeln noch deutlicher darauf hin, dass PKW-Fahrer in den USA an Radfahrer überhaupt nicht gewöhnt sind. Die Straßenverhältnisse und die Gewohnheiten dort sind nicht annähernd zu vergleichen mit den hiesigen.
  • BRIGITTE.de-Team
    am 23.08.10 um 17:29
    Das klingt toll. Viel Spaß auf der Radreise, liebe dackel56!
  • dackel56
    am 20.08.10 um 17:30
    Ich fahre am Montag mit dem Fahrrad in die Schweiz, erst Bodensee dann nach Chur und weiter bis an den Lago Maggiore. Über 2 Alpenpässe, San Bernardino und Splügenpass, da ist New York bis Boston ein Kindergeburtstag. Ich bin 56 Jahre alt und mache solche Touren jedes Jahr.
Kommentar schreiben
Wird nicht angezeigt.
Unter diesem Namen erscheint Ihr Kommentar
Bitte schreiben Sie den Sicherheitscode ab * Andere Zeichenfolge
noch 1000 Zeichen übrig!
Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder, alle anderen sind optional.
BRIGITTE im ABO