Normandie: Urlaub im Schlaraffenland

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Fantasien aus Stein: Wie ein Elefant, der seinen Rüssel zum Trinken ins Wasser hält - so sah für den Schriftsteller Guy de Maupassant der berühmte Kreidefelsen von Etretat aus.

Fantasien aus Stein: Wie ein Elefant, der seinen Rüssel zum Trinken ins Wasser hält - so sah für den Schriftsteller Guy de Maupassant der berühmte Kreidefelsen von Etretat aus.

Früher haben die Bauern ihr Einkommen auch im Meer gefunden - bei der "pêche à pied", dem Fischen zu Fuß. Wenn das Wasser sich zurückzog und die Muschelbänke freilegte, sind sie mit Harken und Mistgabeln aufs Watt gelaufen, um die Früchte des Meeres zu ernten. Heute machen sich vor allem Gourmets bei Ebbe auf den Weg, zum Beispiel vor der Île de Tatihou fast an der Nordspitze der Normandie bei Saint-Vaast-la-Hougue, dessen Hafen bekannt ist für seine Austernbänke.

Ein Pärchen schabt im Sand nach Herzmuscheln, ein Mann mit Schiebermütze und Korb guckt nach Austern. Genau wie ich. Das Taschenmesser in der Hand, suche ich die Felsbrocken ab. Als ich die erste probiere und das Gesicht verziehe, muss der Normanne herzhaft lachen. "Erst das Meerwasser abgießen", sagt er, "sonst schmecken sie doch viel zu salzig."

Rinnsale fließen zwischen den rund gewaschenen Steinen und zerfurchen den Boden. Möwen kreischen. Ganz in der Ferne schimmert das Meer. Ich laufe und laufe. Bis ich nur noch meine Füße auf nassem Sand höre und sich meine Gedanken im Watt verlieren. Und in einer anderen Welt.

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  • Text: Astrid Joosten
    Fotos: Odile Hain
    Karte: Bianca Classen
    Ein Artikel aus der BRIGITTE 9/11