Runter von der Matte, rauf aufs Brett
Der Tanz beginnt. Aus den Boxen schallen die Red Hot Chili Peppers. Wir nicken mit den Köpfen. Nicht, weil wir so musikalisch sind, sondern weil der Weg es so will: Er ist mit Schlaglöchern gepflastert. Wir hüpfen in den VW-Bussen auf und ab. Steil geht es hinab in eine einsame Bucht, auf die, dunkelgrün und majestätisch, dicke, fette Brecher zuwalzen. Sie bäumen sich auf, verfärben sich für Momente türkis. »Yeah, break it down, baby!«, brüllt Surflehrer Rafael, genannt Rafa, dem Meer entgegen, das im Nu weiße Kronen aus Gischt trägt. »O je!«, denke ich. Mit den Wellen tanzen - schön und gut. Aber müssen es gleich SOLCHE sein? Kann ich - bevor ich mit King Kong schunkele - nicht erst mit einem Zwerglein proben? Auch die vier Stuttgarter aus meinem Bus sind verstummt. Bis einer ruft: »Wer will schon ewig leben!«
Recht hat er. Obendrein ist die Landschaft zu schön, um hier und jetzt Bedenken anzumelden. Außerdem, hat Cecilia gesagt, hilft Yoga dabei, in ängstlichen Momenten die Ruhe zu bewahren. »Warm-up«, ruft einer der Surflehrer. Wir laufen, hüpfen und dehnen uns und werden im Anschluss in Gruppen eingeteilt.
Rafa, der die Anfänger übernommen hat, redet, als ob's um einen Tanzkurs geht: »Dies ist euer Partner für den Rest der Woche«, sagt er und klopft auf sein Board. Unsere Partner sind zwischen zwei und drei Meter lang und an Land ehrlicherweise etwas unhandlich, vor allem, weil man die Burschen vom VW-Bus zum Strand tragen muss ...
Wir zwängen uns in Neoprenanzüge - der Atlantik ist im Schnitt nur 17 Grad warm, und das ist nicht gerade karibisch. Ins Schwitzen kommen wir aber trotzdem. Bei Trockenübungen am Strand: Es gilt, den Take-off zu lernen. Jene Technik, mit der man vom Brett aufsteht.











