Runter von der Matte, rauf aufs Brett
Und weil man im Wasser vor Aufregung sowieso wieder alles vergisst, üben wir wieder und immer wieder. Dazu paddeln wir mit den Armen im Sand. Denn Surfen besteht wohl zum größten Teil aus Paddeln. Zum zweitgrößten aus dem Warten auf die Welle. Und nur am wenigsten aus dem Wellenritt. Auch dafür dürfte die Yoga- Praxis nicht schlecht sein, lehrt sie doch Geduld und Gelassenheit.
Die Bretter neben uns waten wir in die Wellen. Anfänger üben im »Weißwasser«, nah am Strand. Es reicht bis zur Brust. Darunter hämmert das Herz. Eine Welle rollt auf mich zu. Ich drehe das Brett und mich herum. Schmeiß mich bäuchlings darauf. Paddele. Will abheben. Da haut es mich - Wuuusch - herunter. Ich wirbele durchs Wasser. Habe keine Ahnung, wo oben, unten, rechts oder links ist. Dies ist mein erster Waschgang. So nennen es die Surfer, wenn die Welle einem zum Salto verhilft, unter Wasser, versteht sich.
Immer wieder haut's einen vom Brett, verpasst man Wellen, versaut das Timing. Gut, dass Rafa am Strand steht und seinen Zöglingen ein Mantra zuraunt: »Enjoy! Habt Spaß, ganz egal, wie weit ihr kommt!« Technik ist nicht alles, sagt er. Und dass niemand am ersten Tag stehen können muss. Es geht erst mal ums Gefühl. Fürs Meer. Darum, die Wellen lesen zu lernen. Zu verstehen, wann sie brechen, welches der beste Zeitpunkt ist, aufs Brett zu hüpfen. »Entspannt euch! Der Rest kommt von allein!«
Der Take-off 1. Bäuchlings auf dem Brett liegen, mit dem Oberkörper nach oben kommen, Arme dabei durchdrücken 2. Die rechte Schulter nach hinten drehen und den rechten Fuß neben dem linken Knie aufstellen (sieht aus wie eine Playboy-Pose aus den 80ern) 3. Den linken Fuß nach vorn schnellen lassen und zwischen den Händen platzieren. Stehen, federn und die Arme ausbreiten. Willkommen in der Surferpose!











