Egal. Denn ein dritter wäre ihm gar nicht recht. "Oh, non", wehrt der Meisterkoch von Arbois ab und tippt an seine Brust. "Ich möchte weiter mit meinem Herzen kochen und nicht mit Herzklopfen."
Frühmorgens zieht Jeunet los, um Kräuter und Pfifferlinge, Beeren und Steinpilze, wilden Spargel und Bärlauch für seine Menü-Symphonien zu sammeln. Sein Garten, das ist der Jura in Frankreichs Ostzipfel zwischen dem Elsass, der Schweiz und Burgund. Weil die meisten Reisenden die Region auf dem Weg in den Süden links liegen lassen, kann man hier noch ein Stück unverfälschtes Frankreich erleben: unaufgemotzte Städtchen, freundliche Menschen, preiswerte Weine, hervorragendes Essen. Und natürlich eine grandiose Landschaft!
Im nahen Montigny-Les-Arsures wird sehr guter Wein angebaut.
Arbois lebt vom Wein und mit ihm. Rundherum sitzen hervorragende Winzer, die neben Chardonnay und leichten Rotweinen (Poulsard, Trousseau) vor allem eine Traube kultivieren: den Savagnin. Ein weißer Traminer, der hier zu einer Spezialität verarbeitet wird, dem Vin Jaune. Der "gelbe Wein" bleibt sechs Jahre und drei Monate
unberührt im Fass und wird dann in eine besondere Flasche abgefüllt, die "Clavelin". In die passen nur 62 Zentiliter, exakt so viel ist nach sechs Jahren noch von einem Liter Wein übrig.













