Immer wieder London

Wer einmal hier war, will immer wieder hin. BRIGITTE-Korrespondentin Nadja Bossmann ist geblieben. Und verrät hier ihre Lieblingsplätze.

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Verlaufen unmöglich

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Meine Gäste (diejenigen, die sich trotz des hohen Pfund-Kurses noch über den Kanal trauen) scheuche ich gern am Südufer der Themse entlang - eine kostenlose Sightseeing-Tour, insgesamt sieben Brücken und gute anderthalb Stunden Marsch. Wir starten an der Uferpromenade beim Lambeth Palace, der heute ein Gartenmuseum ist, wandern vorbei am Aquarium und dem London-Eye-Riesenrad. Dann liegen auf unserem Weg: der Bücher-Markt vorm Londoner Filmmuseum, Gabriel's Wharf (eine der umgebauten Kaianlagen mit Design-Lädchen und Restaurants), die neue Tate Modern Gallery und Shakespeare's Globe Theatre, wo es auch spätestens Zeit für einen Tee auf der Theater-Terrasse wird. Weiter: durch die Lagerhausgassen bei London Bridge, vorbei am trendigen "Fish!"-Restaurant und unzähligen Pubs und Cafés, die oft Tische und Bänke am Fluss stehen haben - mit Aussicht auf Big Ben, St. Paul's oder schließlich den Tower, dessen Besucherkarawane wir dann gemütlich beim Picknick von der gegenüber liegenden Grünanlage beobachten.
U-Bahn zum Lambeth Palace: Waterloo

Stöbern wie bei Dickens

Cecil Court sieht aus wie die Kulisse zu einem Charles-Dickens-Film. Die autofreie Gasse in der Nähe des Trafalgar Square scheint im 19. Jahrhundert stehen geblieben zu sein, als emaillierte Ladenschilder im Wind pendelten und Gaslaternen die Auslagen beleuchteten. Cecil Court mit seinen 22 kleinen Geschäften ist Londons erste Adresse für alte Drucke, Bücher, Filmposter, Briefmarken und Postkarten. Von der Winnie-the-Pooh-Originalausgabe bis zu vergilbten Beatles-Sammelkarten kann man hier alles finden, was man schon immer dringend haben wollte.
U-Bahn: Leicester Square

Schön sparsam

Ein Kleid und ein Hut hängen im Schaufenster der Designerin Elaine Closs in Battersea. Mehr nicht. Aber davor bleibt jeder stehen. Denn die studierte Psychologin macht Mode, die man bei uns automatisch mit "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" verbindet. Schmale Abendkleider mit hoher Taille, aus pfirsichfarbenem Samt oder pflaumenblauer Seide, raffinierte Cocktailkleider und ab und zu gar ein so schlichtes wie ergreifendes Brautkleid mit dezenter Perlenstickerei. Den extravaganten Kopfschmuck dazu aus Samt, Federn oder Stroh schickt die Hutmacherin Dawn Woodward in Hutschachteln aus Australien rüber. 18 Battersea Rise, Di.-Fr. 10.30-18.30 Uhr, Sa. 10-18 Uhr. British Rail von Victoria nach Clapham Junction ca. 7 Minuten

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  • Text: Nadja Bossmann
    Fotos: Ulrike Leyens
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