Honduras: Die Erfüllung eines Traums
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Guten Abend, Tela: Die kleine Stadt am Meer hat alte Häuser mit Balkonen und Flair
Die Pier von Tela ist rostig und schief. Beifuß wuchert im bröckelnden Beton, die Schienen enden unterm Horizont im Nichts. Früher wurden hier, an der Atlantikküste von Honduras, Bananenkisten auf weiße Dampfer verladen. Irgendwann könnten Kreuzfahrtschiffe anlegen. Aber jetzt, wo die Bananen-Ära zu Ende ist und die Touristen-Ära gerade erst beginnt, stehen draußen auf den schiefen Balken ein paar Jungen, angeln und genießen das Leben. Hier wollte ich her, auf diese Pier. Ich bin in Bremerhaven aufgewachsen. Am Wochenende fuhren wir manchmal in den Überseehafen, um Schiffe zu gucken. Ich liebte diese Ausflüge - und die Bananendampfer ganz besonders. So stolz, so strahlend weiß. Sonne, leichtes Leben, Fernweh... Am liebsten hätte ich mich damals auf einem der Frachter versteckt, die zwischen Honduras und Bremerhaven verkehrten. Aber so, mit dem Flugzeug über Houston nach San Pedro Sula, geht es auch.
Köstlich: die Teigtaschen in Telas Konditorei
Tela ist überschaubar: weißer Karibik-Strand, eine Promenade mit Restaurants, Bars und Hotels. Dahinter sieben Straßen längs, neun Straßen quer, gemütliche Häuser. Kleine Geschäfte. Ein paar Vorort-Viertel. Und gegenüber vom ehemaligen Bahnhof das wunderschön renovierte "Hotel Gran Central", in dem wir wohnen. Manuel de Jesús Solana ist 82, er ist die Seele des Hauses. Als er jung war, fuhr er mit den weißen Frachtern der Bananen-Company über die Meere. Er kennt Hamburg, Southampton - und Bremerhaven.
"Früher", sagt Manuel, "hat das bei uns ganz anders gebrummt." Von 1912 bis 1976 schlug in Tela das Herz der Bananenrepublik. Die Tela Railroad Company hatte hier ihr Hauptquartier, sie ist der nationale Zweig von Chiquita. In Honduras hat das Unternehmen zu seinen besten Zeiten 35000 Arbeiter beschäftigt. Heute sind es noch 3700.













