Landpartie ins Latium
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Schätze im Norden
Meerblick: Die Gassen von Sperlonga
Wir weiter fahren in Latiums Norden durch saftiges Bauernland. Durch Orte, wo der Müllmann pfeifend seinen Reisigbesen schwingt, die Braut mit Ave Maria, langem Schleier, viel Tränen und Jubel heiratet, der Friseur Männerbärte einschäumt. Im verschlafenen Nest Caprarola verlieren wir uns in den 200 Gemächern des Farnese-Palastes. Zimmer vom Boden bis zur Decke, von Meisterschulen leuchtend bemalt. Türen und Durchgänge bloß schöner Schein. Die Wendeltreppe so bemessen, dass man geradewegs ins Schlafzimmer reiten könnte. Den Prunkbau leistete sich ein zum Kardinal aufgestiegener Spross der berühmten Fürstenfamilie.
Keine 20 Kilometer weiter, über den ausgebleichten Dächern von Bagnaia, schickt ein geflügeltes Pferd Fontänen in die Luft, rast Wasser immer schneller wie eine kristallene Kette einen eingefassten Hang hinunter. Der schwerreiche Hausherr der Villa Lante, wieder ein Kardinal, stand auf Wasserspiele. Gambara hieß er, Krebs, und war ein selbstverliebter Geck. Sein Krebs-Emblem prangt überall in seinem Lustpark. Schätze, all das. Und so nah beieinander! Nur wenig später bummeln wir durch Viterbos stillen Stadtteil San Pellegrino. Mittelalterliche Strenge kriecht noch immer durch das graue Häusergewirr. Restlos geschlagen geben wir uns nach dem Essen in einem lichten umgebauten Kloster.
Strandbäder
Und jetzt ans Meer. Nach Sperlonga. Zwei Stunden Fahrt vom Etruskerland, an Rom vorbei, Richtung Süden. Ein schneeweißes Felsennest, eine Bucht wie ein Halbmond, pudriger Sand und das Lido la Nave von Patrizia und Filippo. Das Strandbad, wo die Schönen und die Reichen brutzeln. Nur hier stehen die Liegen zweireihig und schön weit auseinander, nur hier tragen die beige-blau gestreiften Sonnenschirme außer langen Fransen auch noch Minitische. Abends schlendern wir treppauf, treppab durch das Dorf mit seinen Wohntürmen, schulterbreiten Gassen, lauschigen Plätzen und Ausblicken zum Meer.













