Toskana: Vom Zauber der Gelassenheit

Die Hitze des Sommers ist verflogen, die Familien sind zurückgekehrt nach Rom oder Mailand. Genau die richtige Zeit für einen entspannten Urlaub. Zum Beispiel in der Maremma, im Süden der Toskana.

  •  
  •  
In diesem Artikel:
Guten Morgen: Blick vom "Hotel Miramare" in Casiglione della Pescaia auf das Tyrrhenische Meer

Guten Morgen: Blick vom "Hotel Miramare" in Casiglione della Pescaia auf das Tyrrhenische Meer

Signor Ado Guidi drückt die Glastür auf. Als wir auf den Balkon hinaustreten, haucht er nur "ecco!", sonst nichts, aber mehr muss man bei diesem Panorama auch nicht sagen: Silbergrau dehnt sich das Tyrrhenische Meer unter einem Aprikosenhimmel. Schiebt seine Wellen sanft auf den Strand, der sich kilometerweit bis zur nächsten Felsnase schwingt. Kein Mensch unterwegs. Nur das blaue Tuch einer Strandliege bläht sich im Wind, zwei Hunde wedeln am Wasser entlang, und die Seile und Wimpel im Hafen klimpern den Takt dazu. Ado Guidi nimmt einen tiefen Atemzug. Der Sommer hat ihn angestrengt, denn wie immer war Castiglione della Pescaia überlaufen. Es ist nun mal das hübscheste Seebad der Maremma im Süden der Toskana, mit seinem kleinen Hafen, seinem Sandstrand, der verwinkelten Altstadt oben am Berg. aber wenn aus 7200 Einwohnern im Sommer 50 000 werden... Guidi lächelt. Alles hat seine Zeit. Nun also wieder die ruhigere Gangart, auch bei ihm im Hotel "Miramare".

Lust auf Bewegung? Leichte Wanderungen im Parco Naturale della Maremma, einem 10 000 Hektar großen Naturgebiet mit Sanddünen, Sümpfen und Pinienwäldern.

Lust auf Bewegung? Leichte Wanderungen im Parco Naturale della Maremma, einem 10 000 Hektar großen Naturgebiet mit Sanddünen, Sümpfen und Pinienwäldern.

Ich blinzele in die Brise. Riecht wunderbar würzig und schmeckt auf der Oberlippe nach Meersalz. Jetzt sollte man rasch seine Angelrute ausfahren und sich dort drüben, über dem Wasser, ein Stück milchig verhangenen Nachsommer einfangen. Für daheim, wenn einem mal wieder alles zu glasklar und nüchtern vorkommt. Am nördlichen Horizont die Umrisse der Insel Elba, und südlich von uns flirrt die Isola del Giglio, die Lilieninsel, im Dunst der Abendsonne.
Wir fahren die Pinienallee Pineta del Tombolo am Meer entlang. Dann landeinwärts durch das pfannkuchenplatte ehemalige Sumpfgebiet. Erst vor rund fünfzig Jahren ist es trockengelegt worden.

Seite:

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  • Text: Susanne Friedmann
    Fotos: Annette Falck

BRIGITTE im ABO

Brigitte-Netzwerk
BRIGITTE-woman.de
Bfriends.de
Bym.de