Toskana: Vom Zauber der Gelassenheit

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Fisch gegrillt, gekocht oder gedünstet

Fisch gegrillt, gekocht oder gedünstet

Meine Lieblingsinsel steht fest: Isola del Giglio! Mit ihren 21 Quadratkilometern ist die "Lilieninsel" ein Zwerg im Vergleich zu Elba, aber neben Montecristo mit zehn oder gar Giannutri mit nur 2,6 Quadratkilometer Fläche doch wieder recht imposant. Ich habe mich in Giglio verliebt, als wir in die Bucht einfuhren, auf die pastellfarbigen Fischerhäuschen zusteuerten und ich bangte, ob die Fähre überhaupt im puppenstubenwinzigen Hafen von Giglio Porto würde anlegen können, ohne größeren Schaden anzurichten.
Im Sommer darf man nur mit Sondergenehmigung ein Fahrzeug mitführen. Als wir über den Kai bummelten, verstanden wir, warum: Das Meer ist um diese Insel herum – sogar im Hafenbecken zwischen Fähre und Motorbooten – so türkisblau und kristallklar, als gäbe es keinerlei Dreck auf der Welt. So soll das hier bleiben! Fast die Hälfte der Insel ist Naturschutzgebiet, seltenste Pflanzen gedeihen dort, und Eselherden streifen umher. Für Touristen ist nur oben in den Gassen von Giglio Castello, unten an der Westküste, in der Bucht von Giglio Campese und hier im Fischerhafen Giglio Porto etwas Platz. Was für eine zauberhafte Kulisse, und jetzt, im Oktober, spielen die Einwohner ihre eigenen Stücke. Unfassbar, dass es so etwas wie die Insel Giglio noch gibt. Eines der letzten Paradiese auf Erden. Jedenfalls jetzt, in der Nachsaison.

Bloss keine Hektik hier, sagt der Fuchs und verzieht sich ins Gebüsch

Bloss keine Hektik hier, sagt der Fuchs und verzieht sich ins Gebüsch

Die wilden Tiere im Parco Naturale della Maremma sind an Touristen gewöhnt. An Einzelgänger allerdings kaum, denn in der Hauptsaison kommt man nur in Gruppen und mit Führer in das 10 000 Hektar große Naturreservoir an der Küste. Jetzt sind die Parkplätze leer. Leider sehen wir weder Stachelschweine, Wildkatzen noch frei lebende Pferde, dafür aber fünf Füchse, Rehe aus nächster Nähe und – Wildschweine. Eine mindestens 20-köpfige Rotte muss es sein, die sich dort hinter dem Ginstergestrüpp suhlt, die Erde durchpflügt und dabei grunzt und quiekt und dermaßen laute Schnarchtöne von sich gibt, dass wir die Tiere schon von Weitem orten können – und etwas schneller in die andere Richtung gehen. Im Abendrot kommen wir an der Mündung des Ombroneflusses an. Ein unberührter, endloser Sandstrand. Wildnis weit und breit. Tief saugen wir uns den Geruch von Macchiawürze und Meermoder in die Lungen und träumen in uns hinein, in ein Leben fern aller Zivilisation.

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  • Text: Susanne Friedmann
    Fotos: Annette Falck

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