St. Lucia

Eine Insel für alle: St. Lucia ist wunderschön und leider ziemlich teuer. Es gibt aber auch bezahlbare Adressen.

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Einen ähnlich spektakulären Ausblick haben wohl nur Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer. Auf der berühmten Insel Lummerland gibt es ja bekanntlich zwei Berge, ein Fernsprechtelefon, eine Eisenbahn und einen König. Auf St. Lucia gibt es zwar keine Eisenbahn, dafür aber zwei lustige Berge, die genauso bizarr in den Himmel ragen wie die zwei Berge auf Lummerland. Sie heißen Petit Piton und Grand Piton, sind 750 und 798 Meter hoch und haben die Form von grünen Zuckerhüten.

Villa Caribbean Deam auf St.Lucia

Villa Caribbean Deam auf St.Lucia

Genau zwischen den zwei Bergen thront das Ladera Resort, eines der schönsten Hotels der Welt. Die sechs luxuriösen Villen und 19 Suiten sind nach Süden offen, von den riesigen, weich gepolsterten Betten sieht man auf die beiden Bergkegel, eine halbrunde Bucht mit weißem Sand und einen Palmenwald. Wenn die Sonne dunkelrot im karibischen Meer versinkt, können die Gäste das Naturschauspiel wahlweise von der Badewanne, vom Pool oder von der Bar aus verfolgen. Eine Villa im Ladera Resort kostet in der Hochsaison mehr als 800 US-Dollar pro Nacht. Die meisten Einwohner von St. Lucia können sich es nicht mal leisten, mit ihrer Familie sonntags zum Brunch ins Ladera zu gehen.

Helikopter und Schnellboote bringen amerikanische Touristen vom Flughafen bequem zu den abgeschotteten Ferienanlagen; das Volk rumpelt über holprige, unbeleuchtete Pisten über die bergige Insel. Manche Touristen geben mehrere tausend Dollar am Tag aus; ein Drittel der Bevölkerung ist arbeitslos. Die Unabhängigkeit von den wechselnden Kolonialmächten hat dem Großteil der Bevölkerung keinen Wohlstand gebracht.

Wer die Insel wirklich kennen lernen möchte, sollte sich sowieso nicht in einem All-inclusive-Hotel einmieten, sondern in einem kleinen Guesthouse. Zum Beispiel in der "Villa Caribbean Dream" bei Vieux Fort. Die deutschstämmige Brigitte Maronie und ihr Mann Alphonse, der aus St. Lucia stammt, haben in ihrem Haus eine Insel auf der Insel geschaffen. Brigitte sitzt gemeinsam mit ihren Gästen auf der Terrasse beim Abendessen und erzählt Geschichten aus der Gegend.

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  • Text: Titus Arnu
    Fotos: Bethel Fath
BRIGITTE im ABO