St. Lucia

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Farbenfroh: die Gemüse und Früchte der Karibik

Farbenfroh: die Gemüse und Früchte der Karibik

St. Lucia ist eine sehr vielfältige Insel. Wir duschen im Saltibus Waterfall, wandern durch den Regenwald, besuchen die Schwefelquellen bei Soufrière. Hier stinkt es allerdings wie die Hölle, aber das soll gut tun. Aus einem Krater zwischen den beiden Pitons strömt 100 bis 170 Grad heißer, schwefelhaltiger Dampf, sehr gesund für die Atemwege. Der miefende gelbliche Matsch rund um den Trichter hilft, äußerlich angewendet, bei Hautkrankheiten aller Art. Lange wurde der heiße Platz als "einziger Drive-in-Vulkan der Welt" vermarktet, weil man bequem mit dem Auto bis kurz vor das Loch fahren kann. Manche Menschen nahmen das allerdings zu wörtlich und landeten im Krater. Jetzt sind die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, und wir beobachten das Blubbern und Dampfen von einer umzäunten Plattform aus.

Rastafari: mit Dreadlocks unter der Mütze am Strand

Rastafari: mit Dreadlocks unter der Mütze am Strand

St. Lucia ist voller Schätze, die aus dem Boden kommen, wir müssen nur danach greifen. Bloß nach was genau? Wir laufen mit Keyson Matharin, einem Rasta, durch den Busch. Er kennt nicht nur Pflanzen, die der Bewusstseinserweiterung dienen. "Hier, da wächst Hibiskus", sagt er, "das kann man als Shampoo verwenden." Kakaonüsse sind nicht nur dazu da, um Schokolade und Kaba herzustellen, Keyson benutzt das Kakaopulver, um seine Haare zu Dreadlocks zu formen. "Basilikum", ruft er plötzlich, "das ist besser als jedes Duschgel, damit wasche ich mich." Die geleeartige Masse im Innern einer unreifen Kokosnuss verwendet er als Hautcreme. Eine Wanderung mit Keyson auf St. Lucia ist wie ein Gang durch eine Apotheke. Wir fühlen uns gewappnet für das harte Leben.

  • Text: Titus Arnu
    Fotos: Bethel Fath
BRIGITTE im ABO