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Wie war das mal noch? Pferd von der Weide holen, aufzäumen, satteln und los. Ach, wenn Reiten doch immer so einfach wäre...
Es ist ein friedlich dösender Samstag in einem Kiefernwäldchen am Ruppiner See, der Wind schweigt, die Welt ruht - mein Puls rast. Schweiß tropft mir von der Stirn. Erschöpfung kribbelt in den Beinen. Da vorn, kaum noch sichtbar, galoppieren die anderen. Fünf Berberpferde, kraftvoll, anmutig, ein erhabener Anblick.
Hier, im gefühlten Abstand von einem Kilometer, zockeln wir, Honorinchen und ich. Eine kleine, dralle Fuchsstute mit etwas zu kurzen Beinen und wenig Lust aufs Galoppieren und eine Frau mit wundem Hintern, die ab und zu matt "Hopp" oder "Los jetzt" schreit. Gut, dass manche Gegenden Brandenburgs noch so einsam sind.
Natürlich war die Idee gewagt: nach zwölf Jahren zum ersten Mal wieder im Sattel - und dann gleich ein dreitägiger Wanderritt durchs Havelland, jenem von Kanälen durchzogenen, verwunschenen Flecken Erde nördlich von Berlin. Sechs Stunden pro Tag im Sattel, egal, wie gut oder schlecht das Wetter, egal, wie schlimm der Muskelkater ist. Es gibt halt Träume, die haben sich so hartnäckig im Herzen festgekrallt, dass man ihnen irgendwann einfach nachgeben muss. Einer dieser Träume von mir sieht so aus: Reiten. Im Galopp. Auf einem Pferd, das zu mir hält wie Hatatitla zu Old Shatterhand. In einer Landschaft, die so wildromantisch ist wie die Prärie, durch die Fury trabt.
Schuld an diesem Traum ist Heidi. Ein schwarzes Shetlandpony, auf das mich meine Eltern als Vierjährige hoben, fürs Urlaubsfoto. Heidi hörte damals kurz auf zu fressen, pupste und ignorierte mich weitgehend. Ich aber thronte auf dem leise malmenden Berg von Fell und Muskeln und fühlte mich so stark und geborgen wie noch nie. Zum ersten Mal im Leben lag mir die Welt zu Füßen.













