Thermen: Einfach abtauchen!

Thermen: Einfach abtauchen!

In warmes Sprudelwasser steigen, duftende Dämpfe einatmen, auf schöne Gedanken kommen, sich von Kopf bis Fuß pflegen ... Ein Thermalbad ist genau das Richtige.

Für ein paar Stunden in wohlige Wärme tauchen - das hilft sofort gegen Alltagsstress und graue Wolken, die sich aufs Gemüt legen wollen. Und auch unser Körper bekommt in warmem Wasser sofort wieder Auftrieb. Besonders angenehm lässt sich die Wirkung in den so genannten Thermen erleben. Therme (aus dem griech./lat. für Wärme) heißt erst mal nur heiße Quelle. Nur? Wie gut das tut, merkt man ja schon während eines heißen Bades, wenn sich die Stirn langsam glättet, die angespannten Wangen und Mundwinkel locker werden und sich dieses entspannte Lächeln aufs Gesicht legt. Thermalquellen oder -bäder haben aber noch viel mehr zu bieten: warmes Wasser mit Heilkräften.

Baden in Mineralien und Spurenelementen

Thermalwasserquellen sprudeln aus Kilometertiefen der Erde und reichern sich auf ihrem jahrhundertelangen Weg durch die Gesteinsschichten mit wertvollen Mineralien und Spurenelementen an. Je nach Gebiet in verschiedensten Zusammensetzungen und Mengen, z. B. mit Brom, Jod, Kalzium, Kalium, Eisen, Magnesium, Natrium (Salz), Fluor und/oder Schwefel. Das ist erst einmal der ideale Cocktail, um die Selbstheilungskräfte unseres Organismus zu stärken. Denn beim Bad im warmen Thermalwasser findet ein Austausch von Mineralstoffen und Spurenelementen zwischen Körper und Wasser über die Haut statt.

Regelmäßige Anwendungen mit Thermalwasser erhöhen zum Beispiel die Reizschwelle der Haut gegenüber den täglichen Belastungen der Umwelt, beruhigen sie, wirken entzündungshemmend und sogar gegen Alterserscheinungen (wenn beispielsweise ein hoher Anteil Selen im Wasser vorkommt, das gegen freie Radikale wirksam ist).

Entspannen in Kathedralen des Wohlbefindens

Der Tochter des Grafen zu Lippe soll es zu verdanken sein, dass sich bei uns seit dem 16. Jahrhundert auch die Medizin um die segensreiche Wirkung der Thermalquellen kümmert. 1502 stippte sie ihre wunden Zehen ins Wasser der Pyrmonter Quelle. Der Fuß heilte, und fortan galt das Bad in heißen Quellen als Wundermittel gegen Haut- und Gelenkkrankheiten, Magenprobleme und Schlaganfälle.

Heute ist die Balneologie der Forschungszweig der Medizin, der den wissenschaftlichen Beweis für die Heilkräfte liefert. Dabei wird zwischen drei verschiedenen Thermalwasserarten unterschieden: Solebäder kommen als kalte oder heiße Quellen vor, enthalten bis zu sechs Prozent Kochsalz und lindern vor allem Rheuma, Akne und Hautekzeme. Schwefelbäder mit einem Gemisch aus verschiedenen Schwefelverbindungen regen die Durchblutung an und wirken heilend bei Schuppenflechte, Neurodermitis, Akne, Ekzemen und Gelenkerkrankungen. Kohlensäurebäder fördern durch ihren Gehalt an Kohlendioxid die Durchblutung der Haut, helfen bei Bluthochdruck und stärken die Venen. Auch Herz-Kreislauf-beschwerden gehören zur Indikation.

Was sich heute hinter den Mauern von Thermalbädern abspielt, hat mit strengem Kurbetrieb nichts mehr zu tun. Hochmoderne Wellnesspaläste, wahre Kathedralen des Wohlbefindens, wurden um die Quellen herum errichtet. Mit beeindruckenden Wasserlandschaften, prunkvollen Bädern mit einem scheinbar unerschöpflichen Repertoire an westlichen und fernöstlichen Körperbehandlungen, Massagen, Kosmetik, Fitness, esoterischen Entspannungsritualen, Musik- und Lichtspielen... Alles in allem gibt es allein bei uns in Deutschland über 100 Thermenlandschaften. Die zehn schönsten stellen wir Ihnen auf den nächsten Seiten vor.

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