Rom für Kinder, Spaß für alle!

Kann man mit einem vierjährigen Kind Stadturlaub machen? Und wie! BRIGITTE-Redakteurin Susanne Arndt und Söhnchen Fred stürmten in Rom die Engelsburg, trafen Pinocchio und schwarze Männer im Petersdom.

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Fred und das Erdbeereis

Fred und das Erdbeereis

Ohne Fred würde ich wahrscheinlich mit diesen unverschämt leckeren Biscotti im Bett liegen bleiben und mir leidtun. Endlich in Rom und dann das: Regen. Doch mein Sohn steht schon in Gummistiefeln an der Tür und drängelt: "Mama, wann gehn wir lo-hos!" - "Warte, Schatz, ich muss nur schnell meine Schuhe trocken föhnen", rufe ich, "die sind noch nass von gestern!" Während der Regen meine Urlaubsfreude in den Gulli der Gemeinheiten spült, ist er Fred piepegal. Fred ist auch egal, dass wir unsere Pläne umwerfen. Statt wie versprochen ein Ruderboot im Park zu mieten, schlage ich vorsichtig den Petersdom vor. "Okay, Pizzadom!", sagt er. Und strahlt.

"Damit wir wiederkommen": BRIGITTE-Redakteurin Susanne Arndt und Fred werfen Münzen in den Trevi-Brunnen

"Damit wir wiederkommen": BRIGITTE-Redakteurin Susanne Arndt und Fred werfen Münzen in den Trevi-Brunnen

Mein Sohn verwirrt mich. Ich hätte schwören können, dass er sich rot brüllt, wenn er mit seiner Mutter in verregneten Gassen festsitzt, statt mit den Kumpels vom Bauernhof Hühner über den Misthaufen zu jagen. Bauernhof-Ferien, das ist das, was er bisher als "Urlaub" kennen gelernt hat. Doch ich wollte nicht mehr - beim letzten Mal fand ich nicht mal mehr die Küken niedlich. Ich wollte endlich wieder Stadtluft schnuppern, ich wollte nach Rom! Als Fred dann zu Hause mal wieder "Nudeln mit Soße" verlangte, geriet ich ins Grübeln: War die Kinderliebe der Römer nicht legendär? Genau wie deren Gelati und Pasta? Warum also noch zehn Jahre warten? In Rom musste es doch auch Bäume zum Klettern und Kinder zum Toben geben. Fred war schnell überzeugt von unseren Reiseplänen: die Hand in den antiken Lügendetektor "Mund der Wahrheit" stecken, vom leckersten Eis des Planeten naschen, die Engelsburg erstürmen . . .

Urlaub für die Füße: Stadtrundfahrt im Doppeldeckerbus, vorbei am Kolosseum

Urlaub für die Füße: Stadtrundfahrt im Doppeldeckerbus, vorbei am Kolosseum

Bei unserer Ankunft sieht die Ewige Stadt dann nicht ganz so sonnig aus wie in unseren Träumen. Die Luft ist schwanger von Weihrauch und Waschmitteln, Unrat liegt in den Gassen. Minimüllabfuhren surren über die Plätze, hier und da springen Männer mit Reisigbesen heraus und fegen vergebens gegen die Müllflut an. Es beginnt zu tröpfeln. Doch Fred erobert sich den Campo de' Fiori, klettert auf das Denkmal in der Mitte - der Philosoph Giordano Bruno wurde hier einst als Ketzer verbrannt. Wenig später wiegt sich mein Sohn zum Herzschmerz-Song "Besame mucho", den eine Straßencombo zu Brunos Füßen schmettert. Schließlich setzen wir uns zu Bruno auf die feuchten Steine, schlecken Kokos- und Zabaione-Eis und prosten uns mit unseren Eiswaffeln zu: Hurra, wir sind in Rom! Ein Mädchen mit dunklen Löckchen kommt angewackelt und wuschelt Fred durchs blonde Haar. Wie es noch viele Römerinnen nach ihr tun werden.

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  • Fotos: Annette Schreyer
    Text: Susanne Arndt
    ein Artikel aus der BRIGITTE 05/10