Kurztrips
Schöne Orte in Deutschland

Schöne Orte in Deutschland gibt es mehr als wir denken: Besondere Ausflugsziele von den Alpen bis zur Nordsee.

Wanderreiten im Havelland: Rauf aufs Pferd!

Foto: zettberlin/photocase.com

Rehe traben seelenruhig die Straße entlang, nur selten kommt jemand vorbei. Von der verwunschenen Schönheit des Havellandes wissen nur Eingeweihte: vom rosa Schimmer des Morgennebels über dem Dölchsee, von lichten Birkenwäldern und properen Rittergütern - eine Szenerie wie aus den Träumen der Kindheit.

Sabine Zuckmantel, 47, veranstaltet hier ganzjährig eintägige bis mehrwöchige Wanderritte, vom Gourmet-Ritt bis zur 28-tägigen Reise auf den Spuren von Marion Gräfin Dönhoff nach Masuren oder von Berlin bis nach Wien. 13 Pferde hat sie in ihrer Herde, einige davon so sanftmütig, dass auch Anfängerinnen aufsatteln können.

Gegen müde Muskeln helfen die Drei-Gänge-Menüs, deren Zutaten Sabine Zuckmantel nicht nur meisterhaft anrichtet, sondern möglicherweise sogar selbst erlegt, denn die Frau hat neben ihren Reitkenntnissen auch einen Jagdschein.

Text: Monika Dittombee

Im Sattel. Wanderreiten Havelland, Dorfstraße 14, 16775 Schönermark, Tel. 033 06/ 20 24 06, www.wanderreiten-havelland.de. z.b. dreitägiger Schlösserritt, 530 Euro/ Reiter.

Sachsen-Anhalt: Gourmet-Küche am Ententeich

Foto: Thino Thoss/Fotolia.com

Ein verwunschenes Haus an einem abgelegenen Pfad in der Feldmark. Nahe Zerbst/Anhalt, von wo die junge Katharina die Große 1744 nach Russland aufbrach. Hinter 300 Jahre alten Buchen liegt das Restaurant "Vogelherd", das Gabriele Erdmann, 53, und ihr Mann in bald 100-jähriger Familientradition führen.

Die liebenswerte Gastgeberin kocht selbst, serviert wird im mit historischen Vogelfänger-Motiven bestückten Saal oder auf der Terrasse am Ententeich. Die Überraschung: 14 Punkte im Gourmetführer "Gault-Millau". Ein Ort für alle, die noch nie am Ende der Welt Ravioli mit Steinpilzen gegessen haben.

Text: Lisa Schönemann

Gezwitscher. "Restaurant Vogelherd", Lindauer Straße 78, 39261 Zerbst (20 Kilometer vom Weltkulturerbe Dessau-Wörlitz entfernt, 10 vom Biosphären- Reservat Mittelelbe), Tel. 039 23/78 04 44, Vier-Gänge-Menü ab 50 Euro.

Kloster St. Marienstern in Sachsen: Gesegnete Auszeit!

Die Oberlausitz sieht aus wie mit Plakafarben gemalt: weizengelbe Felder, dunkelgrüne Wälder, knallblauer Himmel, gewelltes Land. Da passt das Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau, zwischen Dresden und Görlitz gelegen, mit seiner farbstarken Fassade gut ins Bild. Einerseits leben hier 17 Schwestern des Zisterzienser-Ordens, darunter Äbtissin Philippa (rechts) und Schwester Johanna (links). Andererseits können hier Fremde in drei Gästehäusern übernachten, die Schatzkammer besuchen oder im Klostergarten sitzen.

Wer mag, lauscht in der Klosterkirche dem harfenzarten Chorgebets-Gesang oder sucht das Gespräch mit den Nonnen. Schwester Johanna freut sich über Gäste, die länger bleiben: "Ich mag die Buntheit, die durch die Menschen zu uns kommt."

Text: Doris Ehrhardt

Selig ruhen. Kloster St. Marienstern, Cisinskistraße 35, 01920 Panschwitz-Kuckau, Tel. 03 57 96/ 994 31, www.marienstern.de. DZ/F ab 56 Euro. Drei Gästehäuser mit 20 schlichten, freundlichen Zimmern, teils antik, teils altmodisch möbliert.

Münsterland: Aufblühen im Paradies

Es duftet nach Rosen und Lavendel. Hortensien blühen tellergroß, Minze und rote Melden gedeihen im Duft- und Kräutergarten, Stillleben und hübsch gedeckte Tische, an denen man selbst gebackenen Kuchen genießen kann, schmücken den romantischen 3000-Quadratmeter-Staudengarten in Borken-Weseke. "Ich wollte einen Ort gegen schlechte Laune schaffen", sagt Besitzerin Angelika Picker, 40. Ist ihr gelungen!

Text: Bruni Frobusch

Blumenmeer. Garten Picker, Eschwiese 2, 46325 Borken-Weseke, Tel. 028 62/70 00 41, www.garten-picker.de. Geöffnet von Mai bis Oktober.

Hotel "Lundenbergsand" in Schleswig-Holstein: Watt 'ne Freude

Plattes Land bis zum Horizont, grasende Schafe zwischen Windrädern. Vereinzelt Höfe, geschützt von wenigen windschiefen Bäumen. Am großen weißen Reetdachhaus direkt am Deich von Simonsberg an der Nordsee stehen Strandkörbe umgeben von einem Garten aus Steinen, Sand und Strandgräsern. Monika Nahnsen-Peters, 47, eilt zur Rezeption, eine zarte Person mit offenen Blick. Das Hotel "Lundenbergsand" ist ein Familienbetrieb. Jeder Gast findet in seinem Zimmer eine Flaschenpost. Im Anbau gibt es einen Spa-Bereich mit Pool. Auf der Speisekarte: Fischplatte mit Simonsberger Weißwein. Allerdings Simonsberg aus Südafrika.

Text: Gesine Unverzagt

Hinterm Deich schlafen. "Hotel & Spa Lundenbergsand", Lundenbergweg 3, 25813 Simonsberg, Tel. 048 41/839 30, www.hotel-lundenbergsand.de. DZ/F ab 119 Euro.

"Hof Sickenberg" in Thüringen: Backen wie früher

Foto: cydonna/photocase.com

Reisig knistert, es riecht nach verbranntem Holz. Vor zwei Stunden hat Kristina Bauer den historischen Lehmbackofen angeheizt. Es ist Backtag auf "Hof Sickenberg" im thüringischen Eichsfeld. Die Zutaten: Sauerteig, Roggenmehl, Wasser, Salz. Wie früher! "Es macht mir Spaß, alte bäuerliche Kultur zu bewahren - und anderen Menschen näherzubringen", sagt die Gastgeberin. Ihr Vierseithof ist 200 Jahre alt, umgeben von Wiesen und Obstbäumen.

Bei kühlen Temperaturen sitzen die Gäste am Kachelofen in der Stube, bei Sonnenschein auf der Terrasse mit Blick auf die Wiesen, wo Schafe den Rasenmäher ersetzen, und im Garten, wo an vielen Sträuchern Früchte für die selbst gebackenen Kuchen gedeihen: Maibeeren, Himbeeren, halbsaure Taybeeren, Stachel- und Brombeeren.

Text: Oliver Gerhard

Schlafen wie früher. "Hof Sickenberg", Sickenberg 9, 37318 Asbach, Tel. 03 60 87/976 96, www.hof-sickenberg.de. DZ/F ab 75 Euro. Brotkurs 22 Euro.

Hotel "Ankers Hörn" auf der Hallig Langeneß: Kleine feine Insel

Foto: Susann Städter/photocase.com

Warum zieht eine 24-jährige Musiklehrerin von Hamburg auf eine Hallig mit 110 Bewohnern, gerade mal zehn Kilometer lang und 1400 Meter breit? In ein altes Haus, das auf einer Warf im Nordfriesischen Wattenmeer steht - einer Anhöhe auf einer Insel, die im Winter regelmäßig überflutet wird? Aus Liebe!

"Ich habe vor zehn Jahren meinen Plan, Orchestermusikerin zu werden, gegen meinen Mann eingetauscht", lacht Virginia Karau, 35. Heute leitet sie das Akkordeon-Orchester - und das bisher einzige Vier-Sterne-Hotel auf einer Hallig. Viel warmes Holz und andere Naturmaterialien in den modernen, liebevoll eingerichteten Zimmern, Sauna, Massagen und überall Meer in Sicht: abschalten und der Ruhe lauschen!

Text: Simone Lück


Hallig-Glück. "Anker's Hörn", Mayenswarf 2, 25863 Langeneß, Tel. 046 84/ 291, www.ankers-hoern.de. DZ/F ab 110 Euro. Auf jeden Fall die Torten für "Zuckersnuuten" probieren!

Landhotel "Alter Hof am Elbdeich" in Brandenburg: Idyll am Fluss

Grün sind die Gummistiefel, die Annett Senst am liebsten trägt. "Die brauche ich für meine innere Ruhe." Mit den Stiefeln läuft die 39-jährige Power-Frau jeden Nachmittag über den Deich und durch die Auen an der Elbe und hört den Vögeln zu. Seit eineinhalb Jahren ist der "Alte Hof am Elbdeich" in Brandenburg ihre neue Heimat, ein gemütlich-rustikales Landhotel in einem Fachwerkbauernhof von 1823 mit Restaurant, Appartements, Saunen und Schulungsraum in der restaurierten Diele. Für Balance in Kopf und Körper sorgt die Küche: Ihre köstlichen Spezialitäten aus der Region (Elblamm, Bauernente, Müritzfisch) verfeinert Annett Senst mit ayurvedischen Gewürzen.

Text: Astrid Joosten

Fachwerk und Spezialitäten. "Alter Hof am Elbdeich", im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbtalaue. Am Elbdeich 25, 19309 Unbesandten, Tel. 03 87 58/357 80, www.alter-hof-am-elbdeich.de. DZ 68 Euro.

"Alte Bergmühle" am Schliersee: So macht man Knödel!

Foto: franz2012/Fotolia.com

Wenn Michaela Schmitz-Guggenbichler, 38, zum Knödelkochkurs in die Küche der "Alten Bergmühle" lädt, stellt sich selbst bei routinierten Hobby-Köchinnen kindliche Begeisterung ein, denn beim Knödelmachen darf man mit den Fingern ran - den Teig durchmengen und die Kugeln formen, für Leberknödel oder Topfenknödel mit Zwetschgen. Lecker!

Text: Judith Liere

Lernen und schlemmen. "Alte Bergmühle", Birkensteinstraße 60, 83730 Fischbachau, Tel. 080 28/732, www.bergmuehle-fischbachau.de. DZ/F ab 70 Euro. Knödelkurs ab 29 Euro.

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  • Fotos: Stephanie Füssenich, Claudius Schulze, Stefan Volk, Espen Eichhöfer
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