Crans Montana: Skifahren in der Schweiz
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Unser Hotel ist ein lang gezogenes Gebäude am Ende einer Auffahrtstraße am Rand des Ortsteils Crans. Das ehemalige Sanatorium ist 1994 renoviert worden. Gemütliche Zimmer, Speisesaal, Gemeinschaftsraum, Bar und Wellnessbereich - eine kleine, autarke Welt, durch eine Gondel hinter dem Haus verbunden mit 140 Kilometern Skipiste, 13 Hütten, fünf anderen Gondeln und 27 Liften.
Zum Carven braucht man eine stabile Seitenlage.
Lieblingsplatz: Dachterrasse des "Hotel Carlton".
Tut immer gut: Ein Saunagang oder eine Massage.
Lecker: Käsefondue in einer Hütte.
In der Ferne sehen wir den Genfer See glitzern. Und unter uns, umgeben von Felsspitzen, den Gletscher Plaine Morte, ein makelloses weißes Feld, durch das sich eine Rundloipe zieht. So eine unberührte Schneefläche hab ich noch nie gesehen. Und kaum ein Mensch ist dort unterwegs.
Wenn die Sonne weg ist, können wir gerade noch duschen, dann gibt es im Speisesaal ein Viergängemenü. Und danach treffen sich alle, die noch nicht zu müde sind, in der Bar. Ich bin über mich selbst erstaunt, wie schnell ich diesen Ablauf verinnerlicht habe. Eigentlich gebe ich die Planung meiner Freizeit nicht gern ab, hier stelle ich fest, dass das extrem erholsam sein kann.
Meine Gedanken hangeln sich nur noch von einem Tagesordnungspunkt zum nächsten. Abends trage ich in eine Liste ein, was ich am nächsten Tag essen möchte. Lachsfilet mit Kartoffeln oder Gemüseauflauf? Pasta mit oder ohne Fleisch? Und dann warte ich wie alle auf das Team, um mir einen Überblick über das Programm der nächsten 24 Stunden zu machen. Rund 20 Leute - so genannte "Teamer" - sind dafür zuständig, dass wir Spaß haben und uns wohl fühlen. Und an einem Abend ganz und gar bescheuert. Linda sitzt mit gequältem Gesicht an der Bar und sieht aus wie ein missglückter Asterix. In ihr Stirnband hat sie an beiden Seiten Lederhandschuhe gesteckt. Niko klopft ihr aufmunternd auf die Schulter. Sein Kopf wird unter einer dicken Fellmütze mit Ohrenklappen immer röter. Heute ist Crazy-Head-Party...
Tanja und Zenzi hinter der Bar, die ihre kurzen Haare mit tubenweise Gel zu Teufelshörnchen aufgestellt haben, tanzen zu der Mix-CD, die hier jeden Abend Lieder von Wir sind Helden, Sportsfreunde Stiller und Depeche Mode abspielt und für mich langsam zum Soundtrack dieser Woche wird. Lindas Laune bessert sich zusehends, weil ihr Kopfschmuck zwischen Lampenschirmen, Eimern und verknoteten Luftballons doch gar nicht so doof aussieht. Und ich fühle mich immer mehr als Spielverderber, weil ich eine der wenigen bin, die nichts auf dem Kopf haben. Noch nicht. Die Teamer gucken vorwurfsvoll. Dann kommen sie im Pulk auf mich zu, zwei halten meine Arme fest, während der dritte einen aufblasbaren grünen Plastikfrosch auf meinem Kopf festbindet.
Es ist dann doch noch ein ganz netter Abend geworden.












