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Die Kunst des Klauens oder: Wie Sie Taschendiebe austricksen

Er klaut Frauen den Schmuck vom Hals und Männern die Uhr vom Arm. Doch Meisterdieb und Comedian Bob Arno steht auf der richtigen Seite des Gesetzes und weiht Touristen und Polizisten in die Tricks von Taschendieben ein – und hier auch Sie!

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BRIGITTE.de: Wie kann ich verhindern, auf der Straße beklaut zu werden?

Bob Arno: Taschendiebe suchen sich sorglose Opfer, die glücklich lächelnd durch die Gegend laufen. Sie lieben diese Leute! Denn sie geben ihnen Gelegenheit zu stehlen. Was sie nicht mögen: Entschlossenheit, Schnelligkeit, eine zynische, coole Art. Aber leider können wir unsere Persönlichkeit nicht ändern.

BRIGITTE.de: Können die Arglosen unter uns auch etwas tun, um sich vor Dieben zu schützen?

Bob Arno: Bei Körperkontakt mit anderen Menschen, etwa im Fahrstuhl auf den Eiffelturm, muss man sofort seine Antennen ausfahren. Fühlt man sich bedrängt, sollte man sich fragen: "Warum kommt mir diese Person so nahe?" Tragen Sie in Menschenmengen Ihren Rucksack immer vorne und behalten Sie den Reißverschluss im Auge. Tragen Sie auch nur Handtaschen mit langem Gurt, die Sie quer über die Schulter hängen können und halten Sie sie im Gedränge vorne.

Ein Taschendieb in Barcelona (mit der Zeitung in der Hand) checkt, ob ein Zivilpolizist in der Nähe ist

Ein Taschendieb in Barcelona (mit der Zeitung in der Hand) checkt, ob ein Zivilpolizist in der Nähe ist

BRIGITTE.de: Kann ich einen Dieb erkennen, bevor er mich beklaut?

Bob Arno: Diebe lauern auf Beute, blicken leicht nach unten, schauen vor und zurück. Oft tragen sie etwas Weiches wie einen Mantel oder eine Zeitung über dem Arm, irgendetwas, was ihre Hand beim Stehlen verdecken kann. Aber es gehört schon einige Übung dazu, einen Dieb auf Anhieb zu erkennen.

BRIGITTE.de: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man auch gern mal im Café bestohlen wird ...

Bob Arno: Wenn jemand an Ihren Tisch kommt, um Ihnen Postkarten zum Kauf vorzulegen, will er Ihnen keine Postkarten verkaufen. Er will nur seine Hand verbergen, wenn sie sich Ihr Smartphone greift. Diebe nutzen die Gutmütigkeit und Offenheit ihrer Opfer aus. Sie haben viele Tricks: Ein Komplize lässt etwas fallen, Sie sind abgelenkt, oder jemand bedeckt Ihr Portemonnaie auf dem Tisch kurz mit seiner Zeitung. Weg ist es! Lassen Sie nichts auf dem Tisch liegen, selbst wenn Sie sich am Frühstücksbuffet nur kurz ein frisches Brötchen holen, und lassen Sie auch nie Ihre Handtasche am Stuhl hängen.

BRIGITTE.de: Arbeiten Diebe vor allem mit Ablenkung?

Bob Arno: Taschendiebe arbeiten mit Fingerfertigkeit und Psychologie und wenden viele Tricks an, um Sie abzulenken und zu verwirren. Im Gegensatz zu den Kriminellen, die rohe Gewalt anwenden. Taschendiebe verachten Leute, die sich ihre Beute mit Gewalt holen.

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  • Interview: Susanne Arndt
    Fotos: Bob Arno
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