Souvenirs
Toskana: Spezialitäten aus unserem Lieblings-Italien
Autorin Kirsten Wulf war für ein BRIGITTE-Toskana-Special in unserer italienischen Lieblingsregion unterwegs und hat diese Spezialitäten mitgebracht - garniert mit Tipps und Anekdoten.
Wer ist die Schönste im ganzen
Land? Schwer zu sagen, aber
die Piazza Grande in Arezzo -
hier in piccolo für meinen
Kühlschrank - gehört zu den
Favoriten. Roberto Benigni
drehte hier seinen Film „Das
Leben ist schön“, auf seiner
Piazza, in seinem Arezzo und
vermachte seiner Heimat damit
einen Oskar. Selbst der
Barista aus dem Café "La Dolce Vita" an der Piazza Grande
spielte als Komparse mit: "... bin sozusagen
Oskarpreisträger!" Was sich Dora, Guido und ihr kleiner Sohn
Giosuè auf der Piazza Grande zu sagen hatten, kann man auf
Schildern wie in einem Fotoroman nachlesen und ihnen zu
anderen Drehorten durch Arezzo folgen. Ein filmreifer
Stadtrundgang - ziemlich schön!
Cantucci und Vin Santo -
krachend knusprige
Mandelkekse in "heiligen
Wein" gestippt, das
absolute Dessert für alle,
die nicht so auf
schwergewichtige, cremige
Dolci stehen ...
... erst
knusprig, dann weich, dann mischt sich das Mandelaroma mit
dem Vin Santo, der an einen halbtrockenen Sherry erinnert -
ein Gesamtkunstwerk, dessen Geheimnis darin liegt, in aller Schlichtheit die richtigen Dingen zusammen zu fügen. Und darin sind Italiener einfach Weltmeister.
Toskana aus der Tüte: eine
Ribollita aus getrockneten
Bohnen und Gemüsen ist das
perfekte Souvenir für graue
Regentage. Diese toskanische
Bohnensuppe mit Kohl und
einigem anderen Gemüse, kann
man vertrauensvoll überall
bestellen: In jeder Osteria,
mittags oder abends, steht
schnell auf dem Tisch, mit
etwas Olivenöl und Brot - eine
wunderbar kräftige Suppe, die umso besser schmeckt, wenn sie
aufgewärmt wird! Schließlich heißt Ribollita: noch einmal
gekocht. Schmeckt auch zuhause noch Wochen nach dem Toskana-Urlaub ...
... und falls der Koffer schon zu
schwer ist, passen zumindest noch
einige Tütchen dieser Pastasoßen ins
Handgepäck: Kräuter, Tomaten,
Peperoncino, Knoblauch - alles
getrocknet, gehackt und gemischt. Ein
Löffelchen davon in etwas Olivenöl
(das aus dem schweren Koffer) wärmen
(nicht zu heiß werden lassen!), mit
den Spaghetti mischen - buon appetito!
Toskana, allerletzte Ecke, Val
di Garfagnana nördlich von
Lucca. Hier ist Schluss mit
Hügelchen, hier stehen Berge.
Bis 2.000 Meter hoch. Ein
abgelegenes Tal mit verlorenen
Dörfern und Weilern. Wie die
Bewohner sich selbst versorgten
und vermutlich lange ohne Geld
aber mit nachbarschaftlicher
Hilfe lebten, wird in dem kleinen "Museo Etnografico" in San
Pellegrino in Alpe lebendig. Ein Pilgerort auf 1.500 Metern
mit fantastischer Aussicht, 13 Einwohnern, einer Kirche,
zwei Bars, einem Restaurant und eben jenem
Völkerkundemuseum. Zu sehen sind Wohnräume, Werkstätten,
Gebrauchsgegenstände des Alltag bevor Maschinen das Leben
übernahmen. Und es schleicht sich nebenbei noch das klamme
Gefühl ein, dass wir uns ziemlich weit von den einfachen,
wahrhaftigen Dingen entfernt haben.
Diese Mönche sind echte
Schleckermäuler! Schokolade aus der
Apotheke des Benediktiner-Klosters
von Camaldoli - ein Heilmittel im
weitesten Sinn. "Ora et labora" ist
das Lebensmotto der Mönche, die
sich seit der Gründung des Klosters
vor rund 1000 Jahren selbst
versorgen und so ist einer der
Brüder eben auch für die Gesundheit
der Gemeinschaft verantwortlich. Aber Camaldoli ist nicht
nur wegen seiner Apotheke, in der es natürlich auch heilende
Kräutertees und Liköre, Lotionen und Seifen gibt, einen
Besuch wert. Das Kloster liegt einsam und in aller Schönheit
in den ursprünglichen, wilden Wäldern des Casentino Tals bei
Arezzo und wer in der Toskana noch wahrhaftig Ruhe und
Besinnung sucht, ist hier (www.casentino.it) genau richtig.

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