Griechenland

Urlaub auf Santorin: 100 Prozent Gastfreundschaft

"Pleite-Hellenen!" - "Deutsche Oberlehrer!": Unterm Rettungsschirm hat's schon ordentlich gekracht. Keine guten Voraussetzungen für einen entspannten Urlaub in Griechenland. Oder doch? Ein Urlaub auf Santorin.

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Weiß-blaue Herrlichkeit: Auf Kante gebaut ist Oia, ein ruhiger Ort hoch oben im Nordwesten von Santorin. Ideal für spektakuläre Blicke

Weiß-blaue Herrlichkeit: Auf Kante gebaut ist Oia, ein ruhiger Ort hoch oben im Nordwesten von Santorin. Ideal für spektakuläre Blicke

Foto: samott/Fotolia.com

Da lehnt er lässig an der weißen Wand, einen Eiskaffee in der Hand, das Hemd einen Knopf zu weit geöffnet, mit seinem Marmorbüsten-Profil und diesen wasserblauen Augen, in denen sich die Sehnsucht nach dem Meer zu spiegeln scheint. Spiros steht da vor seinem Laden in den engen Gassen von Fira und hört sehr genau hin. "Die sind aus Litauen", sagt er, "die klingen ganz anders als die Letten." Und die Familie, die gerade vorbeigegangen ist? "Mexikaner. Kann man an ihrem Stakkato-Spanisch erkennen."

O ja, er habe ein feines Ohr für Sprachen, meint Spiros, und der Wind fährt ihm in die pechschwarzen Haare, Passanten spreche er gern in ihrer Muttersprache an, das sei gut für den Umsatz. "Schauen Sie doch mal rein, ich habe ganz ausgefallene Souvenirs" - das kann er in acht Sprachen sagen. Natürlich auch auf Deutsch, völlig akzentfrei. "Brauche ich in diesem Sommer aber eigentlich nicht. Oder haben Sie viele Deutsche auf Santorin gesehen?"

Nicht wirklich. Die Franzosen haben die Insel in Beschlag genommen, die Spanier sind da, die Holländer und die Amerikaner, die man an ihren permanenten "Oh!My!God!"-Ausrufen erkennt. In den letzten Tagen habe ich mit britischen Urlaubern über Fußball und Olympia diskutiert, bin russischen Reisegruppen ausgewichen und von japanischen Paaren gebeten worden, sie doch mal schnell vor dem Sonnenuntergang zu fotografieren. Deutsche Urlauber aber, in den vergangenen Jahren allgegenwärtig in den weiß getünchten Orten der Kykladen-Insel, die sind in diesem Sommer offenbar anderswo als in Griechenland.

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  • Text: Stefan Nink; Fotos: samott/Fotolia.com (1), Stefan Nink (4)
    Karte: Fiete Koch
    BRIGITTE Heft 19/2012
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