Kurztrips
Urlaub am Wochenende: Die heißesten Ziele des Sommers
Alles, was Sie brauchen, sind zwei, drei Tage Zeit, Mini-Gepäck, ein bisschen Reiselust, und schon geht's los - in den Urlaub am Wochenende!
Insel Ærø, Dänemark
Bunte Häuschen, weißer Sand und der Duft von Lavendel
"Komm, wir fahren in die Südsee", sagt der Freund, und so passiert's. Die Reise führt allerdings nicht zum Flughafen, sondern mit dem Auto gen Norden bis zur Fähre im Hafen von Fynshav. Die salzige Ostseebrise kitzelt die Nase und streichelt die Haut, und irgendwann zeichnet sich die Silhouette der Insel Ærø am Horizont ab: grün, langgestreckt mit sanften Hügeln und verstreuten Gehöften. Ærø ist 30 Kilometer lang und nicht viel mehr als sechs Kilometer breit. Der Ankunftshafen von Søby im Nordwesten der Insel sieht noch spröde aus, danach aber geht es bergauf und bergab, vorbei an goldgelben Rapsfeldern und schiefen Reetdachhäusern, umwuchert von Stockrosen und duftendem Lavendel. Und sobald man denkt, dass es "hyggeliger" kaum werden könnte, kommt man in der kleinen, besonders gemütlichen Stadt Ærøskøbing an. Die engen Gassen, das bucklige Kopfsteinpflaster, die niedrigen Kaufmannshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert - als hätte hier jemand die Kulisse für einen Märchenfilm aufgebaut. Runtergekühlt wird am Vesterstrand mit den bunten Badekabinen westlich des Hafens. Da sitzt man im weißen Sand und schaut auf die Ostsee, gespickt mit dutzenden weißen Segeln zwischen kleinen Inseln im smaragdfarbenen Wasser. Spätestens jetzt will man das "Südfünische Inselmeer" nicht mal im Traum gegen die echte Südsee tauschen.
Insel-Bett. Pension Vestergade 44. Charmantes Kapitänshaus. DZ/F ab 140 Euro (Vestergade 44, DK-5970 Ærøskøbing, Tel. 00 45/62 52/22 98, www.vestergade44.com). Insel-Essen. Ærøskøbing Røgeri. Spezialität: die geräucherten Fischspezialitäten Makrele, Aal, Heilbutt. Ab vier Euro. Oder Krabben kaufen und am Strand pulen (Havnen 15). Insel-Info. Am besten das Auto vorher auf dem Festland stehen lassen. Fahrradverleihstationen findet man in Søby, Ærøskøbing und Marstal - und auf Ærø fahren die Busse für Touristen gratis. Mehr Infos unter www.visitfyn.com/tyskland
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Radfahren in Schleswig-Holstein
Von Gutshöfen zu Landcafés
Manchmal reicht schon ein kleines Wochenende, um von einer Region verzaubert zu werden. So geschehen auf der Halbinsel Schwansen, gelegen zwischen Eckernförder Bucht und der Schlei. Ein herrliches Radrevier, wo man auf schmalen, asphaltierten Sträßchen über grüne Hügel rollt, zwischen Rapsfeldern und satten Wiesen, auf denen Schafe und Kühe grasen. Hier ein Landcafé mit Torten (Bocksrüde), dort ein Hofladen, wo Landwürste, selbst gemachte Marmelade (Gut Ludwigsburg) und naturreiner Apfelsaft in Fünf-Liter-Boxen (Gut Stubbe mit Café) angeboten werden. Hier ein Herrenhaus (Gut Grünholz), dort ein Reetdachhaus mit Schafszucht und Käse zum Mitnehmen (Hof Ahmen, Kopperby). Und nach der Tour ist das Radkörbchen voll mit heimischen Köstlichkeiten, das Gesicht gerötet von Wind und Sonne und die Vorfreude groß, auf ein wunderbares Menü mit regionalen feinen Produkten, versteht sich.
Schön schlafen und schlemmen. Im "Rosenduft & Kochlust", einem entzückenden Landhaus mit fünf liebevoll eingerichteten Zimmern, Garten zum Ausspannen. Auch Kochkurse werden angeboten. Arrangement mit Frühstück, Kuchen und Menüs ab 229 Euro/Person (Glasholz 1, 24364 Holzdorf, Tel. 043 52/91 20 03, www.rosenduftundkochlust.de). Gut planen. Infos zur Region und Radverleih unter: Tel. 046 21/85 00 50, www.sh-tourismus.de
Apfelernte am Bodensee
Süße Früchtchen überall
Vom Aussichtsturm auf dem Gehrenberg sieht der Landstrich zwischen Friedrichshafen und Überlingen aus, als hätte sich der Bodensee ein grünes Tuch mit dick gestrickten Rippen umgelegt. Die Rippen, das sind die langen Reihen der Apfelbäume, die sich über die sanften Hügel zum Nordufer des Sees hinunterziehen. Besonders schön Ende August, wenn die Apfelernte beginnt. Viele Apfelhöfe bieten Führungen durch ihre Plantagen an; Christoph Steffelin aus Ittendorf etwa: Er fährt mit seinen Gästen in einem mobilen "Obstkischtle" über das Gut.
Gemütlich wohnen. Obsthof Steffelin. Im Hofladen frische Produkte, in der Besenwirtschaft leckere Obstbrände. Appartement ab 30 Euro/Tag (Gartenweg 1, 88677 Markdorf-Ittendorf, Tel. 075 44/734 00, www.steffelin.de). Regional genießen. Mundart. Altes Gemäuer, feine Küche, z. B. Lamm-Maultauschen. Menü ab 38,50 Euro (Schlossweg 2, Markdorf, Tel. 075 44/509 10, www.mindnesshotel.de).
Wolfspark im Saarland
Da ist das Geheule groß
Ein Wald im Saarland. In der Luft ein klagender Ton, durch die Bäume erkennt man schemenhaft mehrere Körper. Wölfe! Mindestens 20. Und mitten drin ihr Oberwolf. Der hat nur zwei Beine und einen Namen: Werner Freund - Verhaltensforscher und seit 35 Jahren "Anführer" mehrerer Wölfe im Merziger Kammerforst, die er fast alle mit der Flasche aufgezogen hat. Besucher, die sich vor dem Gehege versammeln, erleben ihn und seine "Familie" hautnah: Wie die Tiere ihren menschlichen Alphawolf begrüßen, sich streicheln lassen, ihm die Pfoten auf die Schultern stellen. Aber auch, wie die Wölfe knurrend um ein halbes Reh kämpfen - Raubtiere eben.
Wölfe sehen. Jeden ersten Sonntag im Monat, 16 Uhr, kostenlose Führung mit Werner Freund (Kammerfost Merzig, Waldstr. 204, Tel. 068 61/91 18 18, www.wolfspark-wernerfreund.de). Von Wölfen träumen. Landhaus Girtenmühle. DZ/F ab 60 Euro (Girtenmühle 1, 66679 Losheim-Britten, Tel. 068 72/902 40, www.girtenmuehle.de). Bei Wolfshunger. Ratsstube Blasius. Menü ab 14 Euro (Trierer Str. 12-14, Merzig, Tel. 068 61/29 27).
Die belgische Küste entlang
Auf Safari in der Straßenbahn
Möwen segeln vorbei, Salzluft weht herein, wenn die Türen sich öffnen, und die Nordsee am Horizont glänzt silbrig-grau. Flanderns "Kusttram" ist nicht nur Transportmittel, das die Orte der flämischen Nordseeküste verbindet, sie ist vor allem Entschleunigung: Die Strand-Straßenbahnstrecke hat 70 Haltestellen, ist über 120 Jahre alt, und an Bord rüttelt es wie auf einem Oldie- Rollercoaster. Gestartet wird nahe der französischen Grenze, von De Panne aus rappelt die Küstentram dann in zweieinhalb Stunden durch 14 Badeorte. Mal auf dem Deich entlang, mit super Blick aufs Meer und weiße Strandhäuschen, mal mitten durch das städtische Oostende, durch den Hafen Zeebrugge mit seinen legobunten Container-Stapeln. Zwischenstopps sind jederzeit erlaubt, zum Beispiel für eine Waffel-Pause im nostalgischen De Haan. Endstation ist Knokke - zum Eisessen und Sich-drauf- Freuen, dass es ja noch eine Rückfahrt gibt.
Urig reisen in der "Kusttram". Mit dem Tagespass Belgiens Küste in Ruhe entdecken: im Vorverkauf für Erwachsene fünf Euro, Kinder drei Euro; 7-Tages-Karte für 18 Euro (www.delijn.be/kusttram). Urig übernachten. Hotel Astoria. Zitronengelbe Villa mit Kinderspielzimmer. DZ/F ab 110 Euro (Leopoldlaan 7, B-8420 De Haan, Tel. 00 32/59/24 24 11, www.hotelastoria.be).
Bois des Moutiers in der Normandie
Französische Zauberwelt
Die verletzlich wirkende Seefahrerkirche von Varengeville-sur-Mer klammert sich an den Rand der weißen Klippen, und man macht sich sofort Sorgen, dass sie beim nächsten Sturm über dem Ärmelkanal ins Meer stürzen könnte. Sie passt zu der verzauberten Welt, die ganz in der Nähe direkt an der normannischen Alabasterküste liegt: der Bois des Moutiers, ein Herrenhaus aus dem Jahr 1900 mit einem der romantischsten Gärten Frankreichs. In streng geometrisch angelegten Beetgärten lockt der Duft alter englischer Rosen, Schmetterlinge taumeln um Rittersporn und Sommerflieder, und erste Hortensien blühen - melonengroße Dolden in Weiß, Türkis und Violett. Durch tiefgrüne Lauben geht es in den märchenhaften Waldpark mit Amberbäumen, zwischen denen ab und zu das Meer aufblitzt.
Der Zaubergarten. Le Bois des Moutiers. Bis 15.11. täglich geöffnet. Eintritt 10 Euro (Route de l'Eglise, Varengeville sur Mer, Tel. 00 33/235/85 10 02, www.boisdesmoutiers.com). Zauberhaftes Hotel. Hotel de la Terrasse. Mit feiner Küche! DZ/HP ab 114 Euro (Route de Vasterival, F-76119 Varengeville-sur-Mer, Tel. 00 33/235/85 12 54, www.hotel-restaurant-la-terrasse.com).
Wattenmeer-Segeln
Skipper zu vermieten
Natürlich kann man diverse Segelscheine machen, sich ein Boot kaufen, einen Liegeplatz mieten und dann irgendwann auch mal lossegeln. Einfacher und aufregender geht's, wenn man mitsegelt: mit einem Skipper und einer wild durchmischten Crew auf einem wunderschönen historischen Segelschiff durchs niederländische Wattenmeer. Vom Fischerstädtchen Harlingen zur Insel Terschelling, die man ein bisschen per Rad erkundet und wo man den Abend in der "Groene Weide" bei Hessel, dem Bruce Springsteen von Terschelling, verbringt. Vorbei an Sandbänken, auf denen Seehunde in der Sonne baden, mitten durchs Wattenmeer, wo man auf Ebbe wartet, um auf dem Meeresboden spazieren gehen zu können. Und zwischendurch, da brüllt der Skipper: "Klaar om te wenden - ree!" Dann lässt man sich den Wind durchs Haar wehen und freut sich, dass Segeln so einfach geht.
Segeltörns zum Mitmachen. Nautic-Tours. Mitsegeln kann man hier unter anderem mit Traditionsseglern und Plattbodenschiffen von Harlingen, Terschelling oder Vlieland. Ab 112 Euro/Person (www.nautic-tours.de). Avontuur. Dieser historische Klipper "hüpft" zwischen den Wattenmeerinseln hin und her, auch Wochenend-Trips sind möglich. In den acht Kajüten ist Platz für bis zu 24 Leute. Wochenend-Tour bei mindestens 15 Teilnehmern ab 195 Euro/Person (Infos unter www.avontuur.nl). Historische Segelfahrt. Schöne Themenreisen und Tagesfahrten mit Abfahrthafen Harlingen unter www.historischesegelfahrt.de, kulinarische Segelreisen (Tages- und Wochendendfahrten) werden auf dem Frachtsegler Excelsior angeboten (www.segelschiffexcelsior.de).
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