Wochenendtrips
13 tolle Tipps für Kurzreisen

Wochenendtrips sind kurz, wirken dafür aber lange nach: Mit unseren 13 Tipps für Kurztrips könnt ihr 1A aus dem Alltag ausbrechen und auftanken.

Foto: Tinatin/shutterstock

Wochenendtrips wirken Wunder - warum eigentlich?

Wir brauchen keinen langen Strandurlaub, um uns zu erholen. Mal raus, was anderes sehen, den Aktionsradius vergrößern: Schon ein Wochenendtrip öffnet uns die Augen neu, bringt das Hirn in Schwung, inspiriert und reißt uns aus dem Trott des Alltagseinerleis. Und das alles, ohne dass wir kostbaren Urlaub dafür opfern müssen, den wir doch so dringend für den Sommer oder die Skiferien brauchen.

Ihr sucht noch Inspiration für schicke Wochenendreisen? Wie wär's mit ein, zwei Nächten in Paris? Mit einem Wochenende in der Schweiz? Oder mit einer Nacht tief im Wald?

Wir haben 13 besondere Ideen in Deutschland und Europa für euch ausprobiert und für gut befunden. Ob ihr nun Lust auf Urlaub in der Stadt, in der Natur oder im Kloster habt - ein toller Kurztrip ist bestimmt für jede dabei!

1) Couchsurfing: Bei fremden Menschen unterkommen

Donnerstagnacht kommt mir am Bahnhof in München eine Frau in einem roten Mantel entgegen. "Soll ich dich abholen?", hatte sie auf meine Frage gemailt, ob ich bei ihr übernachten könne. Sie lacht, weil ich so müde aussehe, und ich muss auch lachen, da sie mir kein bisschen fremd vorkommt in ihrer offenen Art. "Ich bin die Katharina", sagt sie. Außerdem erfahre ich, dass meine erste Couchsurfing-Gastgeberin zwei Kinder hat und Strafverteidigerin ist. Neben dem Gästebett stehen Wein und Obst auf einem Tischchen.

In fremde Häuser gehen, in fremden Betten schlafen - Couchsurfing ist ein Abenteuer. Das Prinzip der Gastfreundschaft: Ich biete dir eine Übernachtungsmöglichkeit an. Koche für dich oder zeige dir meine Stadt. Ein andermal bin ich selbst unterwegs und schlafe bei einem anderen Mitglied der Community mit zigtausend kostenlosen Schlafplätzen.

Am nächsten Wochenende bin ich die Gastgeberin: Jiao und ihr Freund Cheng sind ein junges chinesisches Paar. Abends stehen sie schüchtern vor meiner Tür. Teilen sich eines der angebotenen Handtücher und trinken heißes Wasser. Am nächsten Tag schlendern wir durch Hamburg, das für chinesische Verhältnisse recht klein ist. Aber es gibt überall Schokolade, das begeistert Jiao. Sie erzählt, wie rasant sich das Leben in China verändert hat: Früher teilte die Familie ihrer Großmutter sich sonntags ein Ei. Heute reist die Enkelin durch Europa.

Info: www.couchsurfing.org ist mit über zwei Millionen Mitgliedern das größte Portal (Schwerpunkt USA). - www.hospitalityclub.org hat etwa 600 000 Mitglieder.

Paula Roosen

2) Bon appétit! In Paris schlemmen

"Wie kann man ein Land regieren, in dem es 246 verschiedene Käsesorten gibt?", hat Charles de Gaulle gefragt. Franzosen lieben gutes Essen. Ich auch. Und deshalb bin ich hergekommen: nur um zu schwelgen. Kein Museum, kein Shopping, nur wunderbar essen gehen und in Läden nach Küchenutensilien stöbern. Erster Gang: das In-Restaurant "Le Temps des Cerises", wo es die zartesten Schweinebäckchen meines Lebens gibt. Zweiter Gang: das herrliche Fischgericht "Mille feuilles de thon" im seit Jahren angesagten Restaurant "Hôtel du Nord". In Paris, habe ich das Gefühl, gibt es so viele Restaurants wie Straßenlaternen, und wahrscheinlich braucht man ein ganzes Leben, um sie alle zu testen. Das Schöne in Paris ist aber auch, dass es zig Adressen gibt, um wunderbare Zutaten zu kaufen: Gewürze, Öle, Soßen, japanisch, französisch, italienisch... Die Lebensmittelabteilung im Nobel-Kaufhaus "Bon Marché" bietet gleich mehrere dutzend Senfsorten, Theken mit 1001 Kaffeesorten aus aller Welt und eine Käseauswahl, die so prächtig dargeboten ist, als handele es sich um eine Kunstausstellung. Essen ist für die Franzosen nicht nur Genuss, sondern ebenfalls Kunst. Das zeigt sich auch in den Läden und Abteilungen, die im Deutschen schnöde "Haushaltswaren" heißen. Neben den "Mini-Cocottes", den hübschen kleinen Auflaufformen, sind im "Bon Marché" gleich die passenden Rezepte aufgebaut - bon appétit! Paris hat eine Vielzahl von Geschäften mit schönstem Porzellan, dekorativen Tischdecken, Bestecken und Servietten. Der Tisch als Kunstwerk. Der Laden als kulinarischer Tempel. Man muss aber nicht in Ehrfurcht erstarren, sondern darf auch kaufen. Allez!

Unterkommen: Hôtel Saint Jacques. Schön gelegen im Quartier Latin, Zimmer sympathisch- plüschig. (35, rue des Ecoles, Tel. 00 33/1/44 07 45 45, Fax 43 25 65 50, www.hotel-saintjacques.com).
Genießen: Le Temps des Cerises (18-20, rue de la Butte-aux-Cailles, 13. Arr., Tel. 45 89 69 48). - Hôtel du Nord (102, quai de Jemmapes, 10. Arr., Tel. 40 40 78 78, www. hoteldunord.org). - Jeanne A. Charmantes Lokal im 11. Arr., typische französische Küche (42, rue Jean-Pierre Timbaud, Tel. 43 55 09 49).
Einkaufen: La Bovida. Kupfertöpfe fürs ganze Leben (36, rue Montmartre, 1. Arr.). - Argenterie. Nostalgische Silberbestecke und Tischschmuck (19, rue de Turenne, 4. Arr.). - Fromage... ou Desserts. Großartige Käseauswahl und Desserts (13, rue Rambuteau, 4. Arr.). - La Pâtisserie Des Rêves. Traumhaftes Gebäck und Süßspeisen (93, rue du Bac, 7. Arr.).

Marie-Louise Barchfeld

3) Adrenalin eiskalt: Im Wildwasser paddeln

Das wild tosende, aquamarinblaue Wasser oder das Blut in meinem Kopf - ich weiß nicht, was mehr rauscht. Ich stürze mich mit dem Kajak die ersten Stromschnellen meines Lebens hinunter. "Du musst schneller paddeln, als das Wasser dich mitreißt, wenn du es beherrschen willst!", hat mein Trainer gesagt. Klingt einfach, ist es aber nicht. Die Soca, dieser 140 Kilometer lange Wildwasserfluss, der sich in Slowenien durch das zerklüftete Tal der Julischen Alpen schlängelt, ist etwas ganz anderes als die ruhigen Gewässer rund um Berlin. Ich habe mich von meinem Freund zu einem Einsteigerkurs überreden lassen. Zunächst haben wir an unterschiedlich schweren Flussstellen geübt, auch das überlebenswichtige "sichere Kentern". Als Anfänge- rin lande ich zuerst ständig im Wasser - bei acht Grad! Doch dann finde ich meinen Rhythmus und rausche davon, durchs wilde Wasser.

Kurse: Der Einsteigerkurs in Slowenien kostet 349 Euro/Woche. Alles Weitere von der Anreise bis zur Ausrüstung muss extra gebucht werden. Der Veranstalter organisiert Fahrgemeinschaften von Deutschland oder ab Villach/Kärnten und vermittelt Unterkünfte. Oder: zweitägige Wochenend-Kurse in Nordrhein-Westfalen (Fühlinger See/Sieg/Ruhr) für 149 Euro. Alle Kurse über www.outdoordirekt.de

Inken Brenner

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  • Texte: Barbara Schaefer, Susanne Arndt, Juditz Liere, Paula Roosen, Bernhard Lill

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