BRIGITTE-Plätzchen
"Welches ist euer Lieblingsplätzchen?"
13 Freundinnen, die aktuellen BRIGITTE-Plätzchen und die Frage: "Welches ist euer Lieblingsplätzchen?" Ein Hausbesuch bei Ines Kossin, die seit zehn Jahren nach unseren Rezepten backt.
Auf drei Platten richtet Ines Kossin ihr Backwerk an. Insgesamt sieben Sorten hat sie gebacken - in Etappen, an sechs Tagen. "Mein Mann hat geholfen", erzählt sie. Beim traditionellen Keksabend ist er jedoch nicht dabei - das ist ein Abend unter Freundinnen. "Aber wir lassen ihm was übrig", sagt Ines Kossin und lacht.
Ines Kossin hat eine Vorliebe für ausgefallene Rezepte. Und so entpuppt sich, was auf den ersten Blick aussieht wie ein Zimtstern, als Hafer-Schoko-Plätzchen. "Bei denen bin ich besonders gespannt, wie sie ankommen", sagt Ines Kossin. In den Teig kommen 100 Gramm Haferkleie. "Dadurch kriegen sie einen Gesundheits-Touch - wenn die weiße Schokolade nicht wäre..."
Säuberlich durch Backpapier getrennt liegen die restlichen Plätzchen in den Dosen. Die Linzer Schnitten mit Haselnusskernen und Vierfrucht-Konfitüre fand Ines Kossin am schwierigsten zu handhaben: "Die beiden Teigplatten so dünn auszurollen und dann aufeinanderzusetzen, das war schon erhöhter Schwierigkeitsgrad." Insgesamt sei sie aber "gut klargekommen" mit den Rezepten.
Die Plätzchen werden mit Stil verkostet - dafür steht ein feines weißes Porzellanservice mit Goldrand bereit. "Kaffee und Kuchen gibt's bei uns im Alltag eher selten", sagt Ines Kossin. "Der Keksabend mit den Mädels ist eine gute Gelegenheit, das schöne Service zu benutzen." Es stammt aus den 30er-Jahren und ist ein Erbstück von Ines Kossins Großtante.
Jetzt wird serviert: Zwei Freundinnen helfen Ines Kossin, ihre Plätzchen ins Wohnzimmer zu tragen. Christina Plaßmann (rechts) lebt inzwischen in Köln, reist aber für den Keksabend eigens nach Hamburg: "Ich bin bisher jedes Jahr dabei gewesen, seit 2001", sagt sie. "So ein schönes Ritual!"
Doch bevor sich die Frauen den BRIGITTE-Plätzchen widmen, gibt es einen herzhaften Gruß aus der Küche: Möhren-Pastinaken-Suppe mit Koriander. "Das ist kein BRIGITTE-Rezept", verrät Ines Kossin - das Rezept stammt aus einem Jamie-Oliver-Kochbuch. Der Keks zur Suppe stammt jedoch aus der BRIGITTE: ein würziger Cookie mit Ras el Hanout. Dazu gibt's rosa Crémant - und nostalgische Erinnerungen: mit der Liste der Plätzchen, die 2010 verkostet wurden.
Ines Kossin stellt ihren Freundinnen ihre Plätzchen vor. "Die BRIGITTE-Rezepte waren dieses Jahr sehr ungewöhnlich", sagt sie. Ihr gefällt das, sie probiert gern Neues aus, gehört nicht zu den Frauen, die jedes Jahr aufs Neue die Klassiker von Zimtstern bis Vanillekipferl fabrizieren.
Gespannte Erwartung: Zwölf Frauen haben sich in Ines Kossins Esszimmer an einer langen Tafel versammelt und nehmen nun die Plätzchen in Augenschein. Die schwedischen Kirsch-Drömmar mit kandierten Kirschen und gehackten Pistazien lösen Begeisterung aus. "Die sehen aus wie aus Bullerbü!", ruft eine Frau aus.
Auch die goldenen Schmalzkugeln nach russischem Rezept sorgen für Aufsehen. "Ist das wirklich Gold?" - "Ja, echtes Blattgold", versichert Ines Kossin. Um dieses Rezept musste sie lange zittern: Der Versandhandel, der in der BRIGITTE angegeben war, hatte Lieferschwierigkeiten - zu viele Anfragen. In einem Hamburger Feinkosthandel fand Ines Kossin dann schließlich essbares Blattgold.
Jetzt wird probiert: Als erstes nimmt sich die Freundinnen-Jury die goldenen Schmalzkugeln vor. Ihr Urteil: "Schönes Orangenaroma, aber insgesamt etwas unspektakulär." - "Ein richtig guter Keks muss dich auf Anhieb umhauen", sagt Ines Kossin.
Der zweite Kandidat ist das Hafer-Schoko-Plätzchen - und das polarisiert. "Toll!", sagen die Fans, andere kritisieren, der Keks klebe an den Zähnen. Ines Kossin findet ihn "überraschend gut". Auch die Linzer Schnitten kommen gut an, die Marzipan-Kartoffeln sind einigen Frauen zu süß und der Kirsch-Drömmar punktet mit toller Konsistenz und hübscher Dekoration. Auch Ines Kossin ist mit ihrem Werk zufrieden: "Der ist optisch wirklich sehr gut gelungen - und das Verzieren hat mir viel Spaß gemacht."
Nun nennen die Frauen der Reihe nach ihre Favoriten. Dabei wird heftig diskutiert - aber auch nicht mit Lob gespart. Nur eins finden alle Frauen schade: dass diesmal kein dunkler Schokoladenkeks ins Rennen ging. Im aktuellen BRIGITTE-Plätzchen-Extra gab es keine Plätzchen mit Schokolade (aber das BRIGITTE-Team nimmt sich diese Anmerkung zu Herzen!).
Applaus für die Bäckerin und ihre Plätzchen: Am Ende der Verkostung gibt es einen knappen Sieger - den Kirsch-Drömmar. Mit zehn Punkten liegt er vor den Linzer Schnitten (9 Punkte). Interessant ist aber, dass jedes Plätzchen seine überzeugten Fans hat. Die Geschmäcker sind eben verschieden...
Ines Kossin blättert mit BRIGITTE.de-Foodredakteurin Angelika Unger in alten Ausgaben des BRIGITTE-Plätzchen-Extras und erinnert sich an vergangene Keksabende mit ihren Freundinnen. "2009 kamen die Walnuss-Balsam-Hörnchen besonders gut an", erzählt sie.
Ines Kossin hat noch BRIGITTE-Plätzchen-Extras aus den 80er-Jahren. "Seit ich klein bin, gehört diese Beilage für mich zur Adventszeit dazu", sagt sie. Das Backen empfindet sie nicht als Stress; sie freut sich darauf. "Und dazu höre ich immer Klassik-Radio - dabei mache ich das sonst nie."

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auch die Lemoncurd-Rauten sind bei der Leserinnen-Jury gut angekommen. Am Ende landeten sie - punktgleich mit den Hafer-Schoko-Keksen - auf Platz 3 in der Wertung. Ines Kossin hatte sie noch mit etwas geriebener Zitronenschale abgewandelt.
Herzlich Grüße
Ihr BRIGITTE.de-Team