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Darum lieben wir Food-Blogs

Kreative Rezepte, besondere Produkte, überraschende Tricks, unverblümte Restaurant-Kritiken: All das lieben wir an Food-Blogs. Ein kleiner Einblick in diese fabelhafte Welt.

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Am Anfang hat ihr Freund oft lauwarmes Essen serviert bekommen. Damals, 2005, war aber auch viel auf einmal los: nach dem Job etwas kochen, das noch nicht alle kennen, sofort mit Teller und Kamera dem Restlicht in der Wohnung hinterherrennen, ein hübsches Foto vom Gekochten machen und dann an den Esstisch zum Freund. Anschließend einen Text zum Gericht schreiben, das Ganze ins Internet auf den Blog stellen, ihr kulinarisches Tagebuch auf einer Website - fertig.

Die Nachbarn kosten vor

Heute hat Nicole Stich, eine der ersten deutschen Food-Bloggerinnen und mittlerweile sogar eine der bekanntesten weltweit, den Arbeitsablauf, in dem sie ihren Food-Blog "delicious days" zubereitet, perfektioniert. Ihr Blog zählt zu den 50 coolsten Webseiten der Welt - gewählt vom "Time Magazine". Die ehemalige Grafik-Designerin aus München hat bereits zwei Kochbücher geschrieben und schießt ihre Fotos inzwischen ganz in Ruhe bei Tageslicht, weil sie sich als freie Autorin und Fotografin jetzt ihre Zeit selbst einteilen kann.

Bei ihren Nachbarn ist sie beliebter als je zuvor: Jetzt dürfen die nämlich die Ergebnisse ihrer Rezept-Testläufe - Köstlichkeiten wie Cappelletti gefüllt mit Ricotta und Pinienkernen oder Limetten-Vanille-Käsekuchen - am Schluss verspeisen. "Sie sind die beste Jury, ohne es zu wissen", erzählt die 37-Jährige. "Wenn sie nicht sofort nach dem Rezept fragen, weiß ich: Da muss ich noch mal ran. Dann ist es zwar gut, aber noch nicht göttlich."

Food-Blogs funktionieren wie lebendige Kochbücher

Food-Blogs funktionieren wie lebendige Kochbücher. Der Autor oder die Autorin erzählen nicht nur von ihren Lieblingsrezepten, sondern auch noch die Geschichte dahinter: Wo sie das wunderbare Rezept herhaben, warum es beim ersten Mal schiefgegangen ist, wie sie ihre Angst vor Hefeteig oder Gelatine besiegten, wie Schokolade Leben retten kann, warum dieses Kochbuch das beste der Welt ist...

Und wenn es gut läuft, danken die Leser dem Blogger mit Kommentaren, die zu weiteren Ideen und Rezepten anregen und noch mehr Begeisterung für das Thema Essen verbreiten. Mit Bildern, Texten, Videos. In Profiküchen oder, noch beliebter, am eigenen Herd. Der Blick durchs Schlüsselloch, rein ins Privatleben, verleiht dem Ganzen die besondere Würze.

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  • Text: Stefanie Luxat
    Foto: Plainpicture