Lea Linster

Frikadellen für Gourmets

Diese Frikadellen sind ein Genuss! Spitzenköchin Lea Linster serviert sie mit Kartoffelpüree und Grünkohl. Senfsoße macht die Frikadellen noch köstlicher!

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Resteverwertung ist nun wirklich ein schreckliches Wort, es müsste unbedingt ein Schöneres dafür geben! Denn schließlich sind die meisten nationalen Spezialitäten ganz zufällig so entstanden: Paella, Pizza, Ragout fin, Tortillas und natürlich die weltweit beliebten Frikadellen. Jedes Land hat seine eigene Version. Und wenn Frikadellen schön mit Liebe gemacht sind, können sie köstlich sein. Das wundert mich nicht, die Resteverwertung ist Frauensache: Kein Koch kann das so gut, wie es die Mütter, Omas, Tanten und Cousinen können. Weltweit!

Für meine Frikadellen gebe ich 800 Gramm Mett oder Hackfleisch in eine Küchenschüssel. Dazu eine fein geschnittene Zwiebel oder Schalotte, 100 Milliliter Milch und zwei Eier. Außerdem mische ich noch zwei Esslöffel Semmelbrösel darunter - selbst gemacht natürlich, am besten aus Baguette. Dann noch Salz und Pfeffer aus der Mühle, frische Majoranblättchen (fein gehackt) und eventuell einen Hauch frisch geriebene Muskatnuss. Alles wird gut vermischt, bis die Masse bindet.

Um zu testen, ob meine Frikadellen ideal gewürzt sind, mache ich immer eine kleine Probe: Mit einem Esslöffel steche ich dafür einen Löffel voll aus der Masse, lege sie auf einen Teller mit Mehl, rolle sie ganz leicht darin und klopfe sie mit beiden Händen platt. Dann ab in die Pfanne, in der ich drei bis vier Esslöffel Öl erhitzt habe. Wenn die Basis stimmt und die Frikadellen in der Pfanne zusammenhalten, werden alle so gebraten, die Menge reicht für etwa 20 Stück.

Und der Fantasie sind auch hier keine Grenzen gesetzt. Ein kleiner Rest an rohem oder gekochtem Schinken darf mit rein in die Frikadellen, schön in feine Würfelchen geschnitten oder einfach mit durch den Fleischwolf gedreht, wenn Sie das Hackfleisch selbst machen. Ganz fein werden die Frikadellen, wenn die Hälfte vom Hack Kalbfleisch ist. Und wenn man dann statt der Milch Sahne nimmt, werden die Frikadellen noch feiner. Halb Milch und halb Sahne schmeckt auch. Und genau wie Kalbfleisch kann man Lamm dazutun...

Zu meinen Frikadellen liebe ich Kartoffelpüree und Grünkohl, beides halb und halb zusammen gekocht. In den Topf kommen die Kartoffeln (geschält, in Würfel geschnitten) und der Grünkohl, Salz und nur so viel Wasser wie nötig. Das Gemüse soll nicht ganz bedeckt sein, sonst wird das Ganze zu dünnflüssig. Wenn Sie unsicher sind, können Sie, bevor das weich gegarte Gemüse zerdrückt wird, Flüssigkeit abschöpfen oder wieder dazutun, bis Sie es im Griff haben. Zum Garen lege ich gern ein Stück Speck obendrauf, um allem einen herzhaften Geschmack zu geben. Den Speck zum Schluss als Fleisch in Scheiben geschnitten dazu servieren oder fein gewürfelt unter das Gemüse mischen.

Zu den Frikadellen passen entweder Zwiebeln, in feine Halbringe geschnitten in der Pfanne mit etwas Butter, Pfeffer und Salz karamellisiert und mit etwas Hühnerbrühe abgelöscht. Oder eine Senfsoße. Die schnellste ist, 100 Milliliter Sahne zu erhitzen und zwei Esslöffel von Ihrem Lieblingssenf darunter zu mischen. Salz und Pfeffer dazu - fertig!

Bon appétit und bis zum nächsten Mal.

  • Fotos: Thomas Neckermann
BRIGITTE im ABO