Lea Linster: Feines mit Äpfeln

Wie Spitzenköchin Lea Linster Äpfel veredelt - vom schlichten Obst zur feinen Apfeltarte. Oder als edle Beilage zu Fleisch: karamellisiert in Balsamico-Portwein-Soße.

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Sie wissen ja: "An apple a day keeps the doctor away." Hoffen wir also, dass Äpfel auch noch so gesund sind, wenn wir sie in einer feinen Apfeltarte verbacken:

Zuerst verrühre ich 400 Gramm Mehl mit 250 Gramm Butter und einer Prise Salz, dann knete ich eiskaltes Wasser darunter - so viel, wie der Teig braucht. Nach meiner Erfahrung sind das nur ungefähr 100 Milliliter, der Teig soll fest bleiben. Ich rolle ihn dann zu einem breiten Band akkurat aus, 60 Zentimeter lang und 25 Zentimeter breit. Dann falte ich ihn wie einen Blätterteig (dreimal), drehe ihn um 90 Grad und rolle ihn wieder zu einem Band von 60 mal 25 Zentimeter aus. So packe ich ihn in Frischhaltefolie und lege ihn für eine halbe Stunde in den Kühlschrank. Danach lege ich den Teig sofort auf das Backblech.

Inzwischen bereite ich die Äpfel vor, etwa 400 Gramm. Ich schäle sie. Mit dem Ausstecher löse ich das Kerngehäuse heraus und schneide den Apfel in ganz feine Scheiben und drücke sie anschließend platt. Mit einer Hälfte kann ich zwei Reihen auf die Tarte legen, schön eng bitte! Wenn der Boden vollständig belegt ist, gebe ich Butterflocken auf die Apfelscheiben und bestreue sie dann noch mit Zucker - drei bis vier Esslöffel können es werden.

Für 50 bis 55 Minuten schiebe ich die Tarte in den Backofen, den ich auf 180 Grad vorgeheizt habe. Aufgepasst: Es ist wichtig, dass der Teig genug Hitze von unten bekommt, so wird er schön kross und die Tarte ganz wunderbar. Wenn Sie mögen, können Sie sie zum Schluss auch noch für einige Minuten unter den Grill geben. Die Tarte schmeckt köstlich - wie in Frankreich als Dessert oder auf die deutsche Art nachmittags zum Kaffee.

Eine Beilage, die ich sehr liebe, sind meine karamellisierten Äpfel in Balsamico-Portwein-Soße. Dafür gieße ich fünf bis sechs Esslöffel Portwein und ebenso viel Balsamico in einen kleinen Topf und lasse beides sirupartig einkochen (bis nur noch drei bis vier Esslöffel Flüssigkeit im Topf sind). Eine Bitte: Nehmen Sie unbedingt guten Portwein und sehr guten Balsamico, sonst schmeckt's wirklich nicht.

Ich nehme drei mittelgroße Äpfel, am liebsten von der Sorte Cox Orange, die schneide ich in Achtel und schneide das Kerngehäuse heraus. Nun brauche ich etwas geklärte Butter. Dafür erhitze ich vier bis fünf Esslöffel Butter, bis sie geschmolzen ist. Ein Sieb lege ich mit Haushaltspapier aus und gieße die Butter hindurch. Der Trick dabei: Wenn das Papier erst einmal voller Fett ist, geht keine Molke mehr durch - und die Butter ist sauber geklärt.

Zwei bis drei Esslöffel geklärte Butter erhitze ich in der Pfanne und brate die Apfelstücke zusammen mit knapp einem Esslöffel Zucker darin an. Aber nur kurz, sie sollen goldbraun werden und nicht zu weich! Die Apfelstücke richte ich auf vorgewärmten Tellern an und träufele etwas vom Portwein-Balsamico-Sirup darauf. Geschmacklich gut und sehr dekorativ ist es, auch noch jeweils einen Teelöffel ausgelöste Granatapfelkerne darüberzustreuen.

Ich liebe diese Beilage zu kurz gebratenem Fleisch, sie reicht so für vier bis sechs Personen. Genießen Sie's!

So macht Lea Linster Apfeltarte

1. Sie verknetet den Teig und rollt ihn dünn aus.

2. Den Teigstreifen faltet sie dreimal und stellt ihn dann kühl.

3. Inzwischen schält und entkernt sie die Äpfel und schneidet sie dann in feine Scheiben.

4. Lea Linster belegt den Teig großzügig mit den Apfelscheiben und streut zum Backen noch Zucker darüber

  • Artikel vom 05.04.2009
  • Fotos: Thomas Neckermann
    Ein Artikel aus der BRIGITTE 07/09
Letzte Kommentare
  • Kiachen
    am 18.12.09 um 19:47
    Ein tolles Rezept. Mein Schwager aus Frankreich war auch begeistert. " Dazu " gab es Kalbsleber
  • Andrea
    am 31.03.09 um 17:16
    Vielen Dank für das Rezept! Der Kuchen ist sehr lecker, und er ist auch dann möglich, wenn mal nicht so viele Zutaten im Haus sind.
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