Lebensmittel-Lieferservice
"KommtEssen!": Familienleben aus der Tüte

BRIGITTE-Redakteurin Christine Hohwieler hat den Lebensmittel-Lieferservice "KommtEssen!" ausprobiert. Lesen Sie, wie der Service ihr Familienleben umkrempelte.

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Foto: Brita Sönnichsen

Meine Kinder mögen keine Frikadellen. "Wurfgeschosse", "platt gedrückte Kackwürste", "Würg", so lauten die Kommentare, die Hackbällchen bei ihnen hervorrufen. Doch diesmal ist alles anders. Die Buletten-Hasser sitzen vor ihren Tellern, sie schlingen und quietschen, sie fordern Nachschub und verkünden, dass ich ja schon viel früher auf die Idee hätte kommen können, die Klopse aus Lammfleisch zuzubereiten. Wo Lammkeule doch ihr Lieblingsessen ist.

Dumme Mutter, ich. Und die Idee für die Frikadellen-Variante stammt nicht mal von mir. Sie befand sich in einer Papiertüte, die mir zwei Tage zuvor nach Hause geliefert worden war. Eine Kollegin aus dem Kochressort hatte mich gefragt, ob ich das nicht mal ausprobieren wolle: den Service der Firma KommtEssen, die ihren Kunden jeden Montag einen Wochenplan mit fünf unkomplizierten Rezepten für vier Personen samt Zutaten vorbeibringt. Hauptzielgruppe: gestresste berufstätige Eltern.

Also: ich. Obwohl ich der ganzen Sache nicht viel zutraute. Klar, es klang ganz praktisch - eine Woche lang nicht einkaufen. Eine Woche lang keinen Gedanken daran verschwenden, welches meiner zehn Standard-Kindergerichte ich heute auf den Tisch bringe. Andererseits witterte ich Stress: fünfmal hintereinander kochen. Fünfmal Gemäkel über das "komische Grüne" in der Soße (Bonnie) oder Gemüse, das roh "tausendmal besser schmeckt" (Finn).

Meine Kinder sind - trotz ihrer ungewöhnlichen Leidenschaft für Lammfleisch - typische Vertreter ihrer Gattung. Nudeln sind eine sichere Bank, Würstchen, Pizza, Pellkartoffeln mit Quark. Dass mit der Anlieferung einer großen Papiertüte ein neues Lebensgefühl in unseren Alltag Einzug hält, war das Letzte, womit ich gerechnet hätte.

Und deshalb staune ich über mich selbst, als ich Montagabend in der Küche stehe und beschwingt nach dem Messer greife. Statt der Feierabend-Ohnmacht, die mich ereilt, sobald ich nach einem Arbeitstag plus Einkaufs-Sprint die Wohnungstür hinter mir schließe, verspüre ich einen Energie-Schub. "Flotte Tomaten-Fischpfanne mit Brokkoli" steht auf dem Programm. Klingt lecker. Und der Fisch sieht wunderbar frisch aus. Das Gemüse auch.

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  • Text: Christine Hohwieler
    Fotos: Brita Sönnichsen
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