Lust auf Luxus

Er war fester Bestandteil der adeligen Freuden im 18. und 19. Jahrhundert. Die Belle Epoque wurde mit ihm zelebriert und auch heute noch gilt er unter Normalsterblichen als Luxusgut - der Champagner. Damit Sie künftig mitreden können, hier ein paar Fakten zum exklusivsten Getränk der Welt und eine kleine Anleitung zur Verköstigung.

Es findet sich eigentlich immer ein Anlass, ihn zu schlürfen. Ob Hochzeit, eine erfolgreiche Vertragsunterzeichnung oder die Weltmeisterleistungen von Schumi. Man muss eben nur zu den Reichen und Schönen dieser Welt gehören, zumindest eine Yacht an der Cote d'Azur wäre nicht schlecht. Champagner steht für Exklusivität, Eleganz und Luxus. Für Liebhaber heißt Champagner trinken aber ebenso, dass der Adrenalinpegel steigt, Geist und Gaumen stimuliert werden und der Anblick des herrlichen Perlenspiels die Seele streichelt.

Reiner Zufall

Dabei haben wir den edlen eigentlich einem Zufall zu verdanken. Zwar wurde in der Champagne bereits im 4. Jahrhundert Wein angebaut, vermutlich entdeckte aber erst der Benediktinermönch "Dom Pèrignon" im 17. Jahrhundert das prickelnde Getränk. Versehentlich füllte er unfertigen Wein in Flaschen, der dort nachgärte. So entstand der erste Champagner.

Strenges Regelwerk

Champagner ist aber nicht gleich Champagner. Der Kenner weiß, dass der König der Weine nur aus einem streng begrenzten Weinbaugebiet um das Marne-Tal und die Städte Reims, Epernay und Ay in Nordfrankreich kommen darf. Auch die Champagnerherstellung läuft nach strengen Regeln ab, um die Qualität jeder einzelnen Flasche zu sichern. Nur drei verschiedene Rebsorten sind für die Champagnerherstellung gesetzlich zugelassen: die weiße Traubensorte Chardonnay und die blauen Sorten Pinot Noir und Pinot Meunier. Ebenso spielen Rebschnitt, Höchstbetrag an Most aus der Traubenpressung, Alkoholgehalt und Flaschengärung eine entscheidende Rolle.

Die Champagnerherstellung, die so genannte "méthode champenoise", besteht aus fünf wesentlichen Schritten:

  • Champagner wird durch den Verschnitt verschiedener Jahrgangsweine hergestellt. Dieses Verschneiden nennt sich "Assemblage". Die Kunst besteht darin, eine harmonische Komposition, eine Cuvée, zu erzielen, die den eigenen Charakter eines Champagnerhauses ausmacht.
  • Danach wird der Wein zur zweiten Gärung in Flaschen gefüllt, Hefe und ein geringer Anteil an Zucker zugeführt, der sich in Alkohol und Kohlensäure verwandelt. Der Druck in der Flasche erhöht sich und das Kohlendioxid verbindet sich mit dem Wein - der Champagner entsteht. Nun werden die Flaschen für drei bis vier Monate verschlossen.
  • Nach Abschluss der zweiten Gärung haben sich an der Innenseite der Flaschen Heferückstände gebildet. Auf diesem Depot lagert der Champagner mindestens 15 Monate bis 3 Jahre.
  • Um die Hefe zu entfernen, werden die Flaschen danach in Rüttelpulten jeden Tag ordentlich durchgeschüttelt.
  • Durch dieses Verfahren sammeln sich die Heferückstände im Flaschenhals. Beim Entfernen dieses Satzes, beim "Degorgieren", geht ein wenig Wein verloren, deshalb fügt man die gleiche Menge an Champagner zu, der mit etwas Zucker versetzt ist. Der Zuckergehalt bestimmt die endgültige Geschmacksrichtung eines Champagners. Jetzt erhält die Flasche nur noch den stabilen Naturkorken und das Etikett und der Champagner ist fertig zum Verkauf.

Kleine Champagner-Kunde

Jetzt ist der Champagner trinkfertig, doch wie temperiert, serviert und genießt man ihn richtig?

Temperatur: Stellen Sie den Champagner vor der Verköstigung für eine halbe Stunde in einen Champagnerkübel, der mit Eis und Wasser gefüllt ist, oder legen Sie ihn für einen halben Tag in den Kühlschrank (6 bis 8 °C/nie ins Kühlfach legen). Ist der Champagner zu kalt, entfaltet sich der Geschmack nicht hundertprozentig, ist er zu warm, verliert er schnell an Kohlensäure und damit an seiner spritzigen Art.

Servieren: Champagner sollte am besten in tulpenförmigen Gläsern serviert werden. Flache Schalen sind ungeeignet, weil darin die Kohlensäure zu schnell verfliegt. Beim Öffnen die Flasche vorsichtig drehen und gleichzeitig den Korken festhalten. Der Korken sollte nicht knallen sondern nur leicht "seufzen". Die Gläser immer nur halbvoll füllen, damit sich das Bouquet und die Aromen entfalten können.

Zeitpunkt: Wenn der Gaumen noch unberührt ist, ist der beste Zeitpunkt, um einen Champagner richtig zu genießen: am besten am Vormittag oder zum Aperitif vor dem Abendessen.

Das neue Szenegetränk

Dass Champagner ein edles Tröpfchen ist, wissen wir jetzt, aber dass es auch anders geht, möchte jetzt das zweitgrößte Champagnerhaus der Welt beweisen. "Pommery" will mit einer Weltneuheit die klassischen Grenzen überschreiten: "POP" heißt der neue Trend-Champagner. Er wird nicht mehr formvollendet aus dem Glas getrunken, sondern mit dem Strohhalm oder direkt aus der Flasche. Ursprünglich hat die Modelszene diesen Trend eingeführt. Um den Lippenstift vor den Schauen nicht zu verschmieren, tranken sie Champagner gegen alle Manier einfach mit dem Strohhalm. So soll auch die neueste Kreation "Pink Pop" besonders die Damenwelt ansprechen - als "Champagner to go".

Die kleinen 0,2l Flaschen sind im gehobenen Fachhandel erhältlich und kosten 9 bis 10 Euro. Weitere Infos unter www.pommery.com.

Noch nicht genug?

Wer mehr über das Luxusprodukt wissen will, kann z.B. an einem Champagner-Seminar oder einer Degustation teilnehmen. Christian Göldenboog, Journalist und Autor des Buches "Champagner", bietet solche Veranstaltungen an. Bei seinen Seminaren beantwortet er Fragen wie: Wie viele Blasen gibt es in einer Flasche Champagner? Warum sollte man beim Öffnen einer Flasche Champagner niemals seinem großen Vorbild James Bond nacheifern? Welcher Champagner passt zu welchem Essen? www.goeldenboog.de.

Es gibt immer einen Anlass!

Wenn gerade kein besonderer Anlass ins Haus steht, um eine Flasche Champagner zu köpfen, denken Sie einfach an die Worte von Madame Lily Bollinger: "Ich trinke Champagner, wenn ich froh bin und wenn ich traurig bin. Manchmal trinke ich davon, wenn ich allein bin; und wenn ich Gesellschaft habe, dann darf er nicht fehlen. Wenn ich keinen Hunger habe, mache ich mir mit ihm Appetit, und wenn ich hungrig bin, lasse ich ihn mir schmecken. Sonst aber rühre ich ihn nicht an, außer wenn ich Durst habe."

Text: Leonie Stelzner; Foto: PhotoCase.de

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