Mietrecht
Sommer auf dem Balkon - so wird er stressfrei!

Auf dem Balkon ist der Sommer am schönsten - wenn wir uns alle ein bisschen locker machen. Mit diesen Tipps wird die Freiluftoase nicht zur Kampfzone.

Foto: D.aniel/Fotolia.com

1. Grillen

Machen!
Ran an die Buletten und grillen, was das Zeug hält? Gerne. Laden Sie ihre Nachbarn doch am besten gleich mit ein: Wer mit isst, meckert nicht. Schließlich hat er den Mund voll. Diese Strategie hält Sie auch davon ab, jeden Abend den Grill anzuwerfen - es sei denn, Sie haben einen prall gefüllten Geldbeutel. Mögen Sie Ihre Nachbarn nicht auf Ihrer Grillparty dabei haben, sind Sie mit einem Elektrogrill auf der sicheren Seite. Ist zwar unromantisch, stinkt aber lange nicht so penetrant wie ein Holzkohlegrill.

Lassen!
Den Grill so anzuheizen, dass Ihre Rauchzeichen die Feuerwehr auf den Plan rufen oder der Rentner von nebenan wegen einer Rauchvergiftung eingeliefert wird - das muss nicht sein. Die häufig kolportierte Faustregel, man könne es zumindest einmal im Monat so richtig qualmen lassen, ist schlichtweg falsch.

2. Einrichten

Machen!
Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. Sie dürfen den Balkon nutzen wie Ihre Wohnung. Nämlich nach Ihrer Fasson. Wenn Sie meinen, ein Beach-Bar-Ambiente sei für Sie genau das Richtige, warum dann nicht ein bisschen Sand in einer Kiste aufschütten? Dabei ist allerdings die Traglast des Balkons zu beachten. Die kleine Sandecke können dann auch die Kids zum Buddeln nutzen. Oder das aufblasbare Planschbecken in Krokodilsform - nicht schön, aber eigenwillig. Und es erfüllt seinen Zweck: Eine nasse Abkühlung im heißen Sommerwind.

Lassen!
Weder eine Sandwehe noch die Sintflut muss Ihr Nachbar tolerieren. Will heißen: Zurückhaltung bei Sand- und Wasserspielen!

3. Lärmen

Machen!
Jauchzen, Jubeln, Quietschen, Lachen - Spaß haben! Ist alles erlaubt, solange es im Rahmen der Hausordung und des "Sozialadäquaten" bleibt. Was das heißt? Siehe nächster Abschnitt.

Lassen!
Nach 22 Uhr - sprich während der Nachtruhe - dreckige Witze reißen und so laut lachen, dass die Nachbarn aus den Betten purzeln. Die sind sicherlich auch nicht an lauthals verkündeten sexuellen Vorlieben interessiert (zumindest nicht zur nachtschlafenden Zeit). Ein gedämpfter Ton und runtergedrehte Musik sind also angebracht.

4. Sonnen

Machen!
Sie sind eine Sonnenanbeterin? Dann beten Sie! Sie wollen nahtlose Bräune für Ihren Luxuskörper? Nur zu. Bei sehr offenen Balkonen empfiehlt sich jedoch eine Balkonverkleidung oder ein Sonnenschutz. Es will schließlich nicht jeder wissen, wie der Nachbar unten drunter aussieht.

Lassen!
Räkeln Sie sich nicht als Nackedei vor Minderjährigen. Das kann Ärger bringen. Wollen Sie sich unbekleidet im Gemeinschaftsgarten sonnen, sollten sie sich vorher gut überlegen, ob einer ihrer Nachbarn daran Anstoß finden könnte.

5. Dekorieren

Machen!
Sichtschutz, Katzen- oder Pflanzgitter - alles im Bereich des Möglichen. Wenn Sie es mögen...

Lassen!
Stören Sie mit Ihren gestalterischen Ambitionen nicht den optischen Gesamteindruck des Hauses. Wer sich komplett verhüllt oder vergittert, zieht schnell den Zorn der Vermieter auf sich. Und auch bei baulichen Veränderungen hat der Hauseigentümer ein Wörtchen mitzureden. Das gilt schon, wenn für eine neue Markise größere Dübellöcher in die Wand gebohrt werden müssen. Sie sollten sich in jedem Fall mit dem Vermieter absprechen, wenn sie unsicher sind, was sie dürfen und was nicht.

6. Pflanzen

Machen!
Der Garten Eden auf Ihrem Balkon? Wunderbar, schaffen Sie sich Ihr eigenes blühendes Paradies. Ob in Kästen oder Kübeln: alles ist erlaubt. Nur fall- und sturmsicher muss es sein. Sie kennen ja die Geschichte vom kleinen, grünen Kaktus...

Lassen!
Am besten nur Pflanzen einsetzen, die das Mauerwerk nicht beschädigen. Efeu und wilder Wein sind deshalb tabu. Und nein, tun Sie es nicht: Hanf gehört einfach nicht auf Ihren Balkon. Das "Paradies" kann man sich auch anders erobern. Ganz ehrlich!

7. Sex

Lassen!
Beim Thema Sex auf dem Balkon gibt es leider kein "machen", sondern nur ein "lassen". Denn das Amtsgericht Bonn hat entschieden, dass Schäferstündchen auf dem Balkon tabu sind. Der stört nämlich den Hausfrieden und ist damit ein Kündigungsgrund. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind: In der Wohnung gibt es bestimmt genug Orte, an denen Sie sich vergnügen können.

  • Artikel vom 24.06.2014
    Text: Daniela Barth
    Rechtliche Beratung: Heiko Pätzmann, Hamburger Anwalt für Mietrecht
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