Mietrecht
Sommer auf dem Balkon - so wird er stressfrei!

Auf dem Balkon ist der Sommer am schönsten - wenn wir uns alle ein bisschen locker machen. Mit diesen Tipps wird die Freiluftoase nicht zur Kampfzone.

Foto: Secen/Lumi Images/Corbis

  • 1. Grillen
    Machen!
    Ran an die Buletten und grillen, was das Zeug hält? Gerne. Ladet eure Nachbarn doch am besten gleich mit ein: Wer mit isst, meckert nicht. Schließlich hat er den Mund voll. Diese Strategie hält euch auch davon ab, jeden Abend den Grill anzuwerfen - es sei denn, ihr habt einen prall gefüllten Geldbeutel. Mögt ihr eure Nachbarn nicht auf euer Grillparty dabei haben, seid ihr mit einem Elektrogrill auf der sicheren Seite. Ist zwar unromantisch, stinkt aber lange nicht so penetrant wie ein Holzkohlegrill.

    Lassen!
    Den Grill so anzuheizen, dass eure Rauchzeichen die Feuerwehr auf den Plan rufen oder der Rentner von nebenan wegen einer Rauchvergiftung eingeliefert wird - das muss nicht sein. Die häufig kolportierte Faustregel, man könne es zumindest einmal im Monat so richtig qualmen lassen, ist schlichtweg falsch.
  • 2. Einrichten
    Machen!
    Lasst euer Kreativität freien Lauf. Ihr dürft den Balkon nutzen wie eure Wohnung. Nämlich nach euer Fasson. Wenn ihr meint, ein Beach-Bar-Ambiente sei für euch genau das Richtige, warum dann nicht ein bisschen Sand in einer Kiste aufschütten? Dabei ist allerdings die Traglast des Balkons zu beachten. Die kleine Sandecke können dann auch die Kids zum Buddeln nutzen. Oder das aufblasbare Planschbecken in Krokodilsform - nicht schön, aber eigenwillig. Und es erfüllt seinen Zweck: Eine nasse Abkühlung im heißen Sommerwind.

    Lassen!
    Weder eine Sandwehe noch die Sintflut muss euer Nachbar tolerieren. Will heißen: Zurückhaltung bei Sand- und Wasserspielen!
  • 3. Lärmen
    Machen!
    Jauchzen, Jubeln, Quietschen, Lachen - Spaß haben! Ist alles erlaubt, solange es im Rahmen der Hausordung und des "Sozialadäquaten" bleibt. Was das heißt? Siehe nächster Abschnitt.

    Lassen!
    Nach 22 Uhr - sprich während der Nachtruhe - dreckige Witze reißen und so laut lachen, dass die Nachbarn aus den Betten purzeln. Die sind sicherlich auch nicht an lauthals verkündeten sexuellen Vorlieben interessiert (zumindest nicht zur nachtschlafenden Zeit). Ein gedämpfter Ton und runtergedrehte Musik sind also angebracht.
  • 4. Sonnen
    Machen!
    Ihr seid eine Sonnenanbeterin? Dann betet! Ihr wollt nahtlose Bräune für euren Luxuskörper? Nur zu. Bei sehr offenen Balkonen empfiehlt sich jedoch eine Balkonverkleidung oder ein Sonnenschutz. Es will schließlich nicht jeder wissen, wie der Nachbar unten drunter aussieht.

    Lassen!
    Räkelt euch nicht als Nackedei vor Minderjährigen. Das kann Ärger bringen. Wollt ihr euch unbekleidet im Gemeinschaftsgarten sonnen, solltet ihr euch vorher gut überlegen, ob einer euer Nachbarn daran Anstoß finden könnte.
  • 5. Dekorieren
    Machen!
    Sichtschutz, Katzen- oder Pflanzgitter - alles im Bereich des Möglichen. Wenn ihr es mögt ...

    Lassen!
    Stört mit euren gestalterischen Ambitionen nicht den optischen Gesamteindruck des Hauses. Wer sich komplett verhüllt oder vergittert, zieht schnell den Zorn der Vermieter auf sich. Und auch bei baulichen Veränderungen hat der Hauseigentümer ein Wörtchen mitzureden. Das gilt schon, wenn für eine neue Markise größere Dübellöcher in die Wand gebohrt werden müssen. Ihr solltet euch in jedem Fall mit dem Vermieter absprechen, wenn ihr unsicher seid, was ihr dürft und was nicht.
  • 6. Pflanzen
    Machen!
    Der Garten Eden auf Ihrem Balkon? Wunderbar, schafft euch euer eigenes blühendes Paradies. Ob in Kästen oder Kübeln: Alles ist erlaubt. Nur fall- und sturmsicher muss es sein. Ihr kennt ja die Geschichte vom kleinen, grünen Kaktus ...

    Lassen!
    Am besten nur Pflanzen einsetzen, die das Mauerwerk nicht beschädigen. Efeu und wilder Wein sind deshalb tabu. Und nein, tut es nicht: Hanf gehört einfach nicht auf euren Balkon. Das "Paradies" kann man sich auch anders erobern. Ganz ehrlich!
  • 7. Sex
    Lassen!
    Beim Thema Sex auf dem Balkon gibt es leider kein "machen", sondern nur ein "lassen". Denn das Amtsgericht Bonn hat entschieden, dass Schäferstündchen auf dem Balkon tabu sind. Der stört nämlich den Hausfrieden und ist damit ein Kündigungsgrund. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind: In der Wohnung gibt es bestimmt genug Orte, an denen ihr euch vergnügen könnt.
  • Text: Daniela Barth
    Rechtliche Beratung: Heiko Pätzmann, Hamburger Anwalt für Mietrecht
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