DIY-Idee
Linolschnitt: Anleitung für ein Linorigami
Fee vom Blog Fee ist mein Name zeigt eine Anleitung für einen Linolschnitt - und kombiniert die Technik mit Origami. Raus kommt ein Linorigami.
Linolschnitt + Origami = Linorigami
Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil. In meinem "Yippieh, ich bin für den BRIGITTE-Kreativ-Blog-Award nominiert"-Post habe ich großspurig verkündet: "Eins kann ich schon verraten: Ein Linolschnitt wird es nicht". Und jetzt ist es doch einer geworden. Dabei war ich zunächst wirklich davon überzeugt, dass ich etwas anderes machen wollte. Etwas anderes stellte sich aber entweder als zeitlich nicht machbar, an Materialgrenzen stoßend oder als schlicht und ergreifend doch nicht cool genug heraus. Und ein bisschen cool sollte mein Beitrag ja schon werden.
Also habe ich mir überlegt: Warum eigentlich kein Linolschnitt? Immerhin haben sich schon einige meiner Leser eine präzise Anleitung gewünscht. Scheinbar möchte der eine oder andere es doch mal selbst probieren. Und Linolschnitte sind toll, wirklich. Für den Einstieg sollte man natürlich mit etwas Einfachem anfangen. Nur gerade Linien, da kann nicht so viel schief gehen. Nun sind gerade Linien nicht gerade die Krönung der Coolness… denkt Ihr! Aber da seid ihr schief gewickelt, denn das zweitcoolste im Lande Basteln, dem Linolschnitt haarscharf auf den Fersen, ist Origami. Und die Natur der Sache von Origami ist die, dass es nur aus geraden Linien besteht. Ich habe daher cool und cool kombiniert und herausgekommen ist extra-cool: Linolschnitt-Origami à la Fee.
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1) Eigentlich ist es ganz einfach. Für einen Basis-Linolschnitt braucht Ihr nur ein passendes Stück Linolplatte, eine Tube Linoldruckfarbe, ein feines v-förmiges Hohleisen, eine kleine Linolwalze und eine ebene, glatte Fläche, um die Farbe auszurollen. Der Profi nimmt dafür eine Marmor- oder Glasplatte. Für unsere Zwecke reicht aber auch eine Dokumentenhülle aus festem Plastik. Mehrfach erprobt und für gut befunden. Gibt es alles im gut sortieren Bastelladen, also kommt mir nicht mit irgendwelchen fadenscheinigen Ausreden bitte ...
2) Um das Motiv auf das Linoleum zu übertragen, gibt es einen einfachen Trick: Graphit-Kopierpapier. Funktioniert genauso wie bei Quittungen: Was man oben durchdrückt, kommt unten genauso raus. Vorlagen für Origami-Schnitzereien bietet das Internet zuhauf. Die könnt Ihr entweder abzeichnen oder noch einfacher audrucken. Am besten klappt das Ganze, wenn Linoleum, Kopierpapier und Vorlage gleich groß sind. Dann verrutscht nichts und das Motiv landet genau dort, wo es soll.
3) Beim Durchzeichnen gilt: Je spitzer der Bleistift, desto besser ist der Abdruck später erkennbar.
4) Wenn alles geklappt hat, sollte es am Ende so aussehen (ich klinge wie Christoph in der "Sendung mit der Maus" – aber macht nichts, ich mag Christoph und ich mag die Maus).
5) Jetzt geht es ans Schnitzen. Wichtig: Immer von Euch weg schneiden und die andere Hand aus der "Schusslinie" nehmen. Ansonsten kann es blutig enden. Das ist kein Kindergarten hier!
6) Tadaa, Euer erster eigener Linolschnitt (zu dem Ihr nicht von einem Lehrer gezwungen wurdet).
Wer die Sache ambitionierter angehen möchte, kann statt eines Negativschnitts, wie ich ihn gerade gezeigt habe, auch einen Positivschnitt jedes Origamimotivs anfertigen. Die Skizze ist dieselbe, nur dass man in diesem Fall die Linien nicht nachziehen, sondern stehenlassen muss. Dafür ist es sinnvoll, sich ein weiteres Hohleisen anzuschaffen – am besten mit einem halbkreisförmigen Querschnitt, so lassen sich größere Flächen einfacher abtragen. Ich habe das mal an meinem Lieblingsmotiv, dem Kranich, durchexerziert, damit Ihr eine Vorstellung bekommt.
Und weiter geht es mit dem Drucken. Seid Ihr soweit? Arbeitsplatz abgedeckt? Dann los ...
7) Das Motiv ist geschnitzt, jetzt geht es ans Drucken. Gebt dafür einen kleinen Klecks Farbe auf eine Dokumentenhülle Eures Vertrauens. Nicht zu viel, sonst drückt sich die Farbe später in die Vertiefungen der Linolplatte und der Druck wird unsauber. Aber keine Angst, das lernt man mit der Zeit. Und selbst dann kommt es noch in den besten Familien vor. Ich nenne bewusst keine Namen.
8) Jetzt verteilt Ihr die Farbe gleichmäßig auf der Walze. Dafür einfach ein paarmal hin und her rollen. Sehr meditativ das Ganze.
9) Und weiter geht es mit der Rollerei. Diesmal auf der Linolplatte. Wahrscheinlich müsst ihr zwischendurch noch mal neu Farbe aufnehmen, damit alles gut bedeckt ist.
10) Nun "stürzt" Ihr die Platte auf die zu bedruckende Fläche. Da Ihr wahrscheinlich, genau wie ich, keine Druckerpresse zu Hause stehen habt, muss ein Handabzug reichen. Wichtig ist, dass Ihr genug Druck aufbaut und zwar gleichmäßig. Ich lege gerne ein dickes, gebundenes Buch auf die Rückseite des Linoleums, knie mich dann auf den Stapel und drücke so fest ich kann. Das sieht vermutlich sehr bescheuert aus, ist aber effektiv.
11) Wenn Ihr etwas Dünnes bedruckt, wie in diesem Fall eine Blanko-Grußkarte, könnt ihr einfach Linoleum und Bedruckfläche einmal wenden und dann mit den Fingern gleichmäßig über die Rückseite streichen. Wichtig: Die Ränder nicht vergessen. Unsaubere Kanten sehen doof aus.
12) Wieder umdrehen und die Linolplatte vorsichtig abziehen. Jetzt muss der Druck nur noch ein paar Stunden trocknen. Ihr könnt Euch derweil daneben setzen und Euch auf die Schulter klopfen.
Bedrucken könnt Ihr fast alles, was glatt ist. Ihr braucht nur die jeweils passende Farbe. Ich bedrucke gerne Grußkarten und alte Papiere, wie Buchseiten, Landkarten oder handgeschriebene Briefe. Das Ergebnis kann man dann entweder rahmen oder ebenfalls zu Karten verarbeiten. Mit Positivschnitten sind die Möglichkeiten vielfältiger, weil die Kraft einfacher auf die druckende Fläche zu verteilen ist.
Mit meinem Kranich habe ich zum Beispiel ein Notizbuch, einen Lichtbeutel und eine Stoffserviette bedruckt. Stoffdruck mit Linolplatten hatte ich vorher auch noch nie probiert, freue mich aber vermelden zu können, dass es funktioniert. Ich sehe endlose Möglichkeiten auf mich zukommen ...
Wer mein Blog schon länger liest, weiß dass man von Linolschnitten nicht nur Abzüge machen kann, sondern auch Abdrücke in lufttrocknender Modelliermasse. Die Idee kam mir zufällig, als ich eines Tages beobachtete, wie sich das Küchenkrepp, das ich zum Abtrocknen der abgewaschenen Linolplatten benutzte, in die Zwischenräume drückte und erhabene Reliefs hinterließ.
Diese Abdrücke kann man zu Anhängern verarbeiten und in Zweige hängen oder Geschenke damit verschönern. Nur fotografieren lassen sie sich nicht so gut. Ich hoffe, das seht ihr mir nach.
13) Zuerst muss die Modelliermasse flach ausgerollt werden. Wer, wie ich, nur ein Nudelholz aus, tataa, Holz besitzt, der sollte eine saubere Glasflasche benutzen, denn Holz hinterlässt in der weißen Modelliermasse gerne mal winzige Splitter. Und das will ja keiner. Anschließend die saubere Linolplatte umgekehrt auf die Masse legen und noch mal kräftig in alle Richtungen drüber rollen.
14) Die Platte vorsichtig abheben. Wenn die Modelliermasse zu feucht ist, kann es sein, dass sie sich nur schwer löst. Je langsamer man abhebt, desto geringer ist das Risiko, dass etwas hängenbleibt.
15) Nun mit einem scharfen Messer entlang der Konturen die überstehende Masse abschneiden.
16) Mit ein wenig Wasser und Fingerspitzengefühl lassen sich die Schnittkanten glätten. Für alle, denen das noch nicht glatt genug ist, gibt es die Möglichkeit, die Kanten später im trockenen Zustand mit etwas feinkörnigem Schmirgelpapier abzuschleifen.
17) Damit aus den Abdrücken Anhänger werden, brauchen sie ein Loch. Und Strohhalme machen perfekte Löcher. Ich liebe Strohhalme.
18) Anschließend heißt es auch hier warten. Die Modelliermasse braucht je nach Dicke und Raumtemperatur bis zu drei Tage, bis sie komplett durchgetrocknet ist. Vielleicht schnitzt Ihr ja in der Zwischenzeit schon an Eurem nächsten Druck. Ich sage Euch, das macht süchtig!

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Mir gefällt die Idee, verschiedene Kreativtechniken miteinander zu verknüpfen. Ganz besonders schön finde ich die Anhänger.
Liebe Grüße, Illa.