- In diesem Artikel:
Schick, schick: Der Schmutzradierer
Schön wie ein Beauty-Accesoire: Der Schmutzradierer
Manche mögen es quick and dirty. Ich mag es lieber quick and clean. Das Dasein ist viel zu kurz, um es mit Saubermachen zu verputzen. Zum idealen Accessoire der ausreichend beschäftigten Frau erkläre ich deshalb den Schmutzradierer. Weil er schnell und geräuschlos arbeitet, gut in der Hand liegt, nicht riecht und kein bisschen nach Putzen aussieht.
Ein wenig erinnert er an den iPod. Weiß, eckig, von unübertroffener Schlichtheit und Benutzerfreundlichkeit. Anders als den iPod muss man ihn aber nass machen, damit er funktioniert. Einfach eine Ecke mit ein wenig Wasser anfeuchten und loslegen. Sehr zu empfehlen für gestresste Kopfarbeiterinnen, denen alles ein bisschen zu viel ist. Die denken, dass sie so gern mal wieder was mit ihren Händen machen würden, aber dafür keine Zeit haben. Die eckige Weißheit namens Schmutzradierer hilft dabei, liefert sie doch eindrückliche Ergebnisse von effektiver Handarbeit, wie es Schrubber und Bleiche nicht besser könnten.
Mein Favorit: Schmutz radieren beim Telefonieren. Multitasking vom Feinsten. Keine feine Sache, wenn das Gespräch wirklich wichtig ist und der Mensch am anderen Ende der Leitung. Aber sehr fein, wenn Sie irgendwo in der Warteschleife hängen oder verbal zugemüllt werden von Ihrem Bankberater. Das Ohr liegt brav am Hörer, aber die Hand ist frei, etwas anderes zu tun. Ohne geeignetes Werkzeug ergeht sie sich in sinnlosen Telefonkritzeleien. Mit dem weißen Block aber können Sie nebenbei still vor sich hin radieren. Den Po-Abdruck von Ihrer neuen dunkelblauen Jeans an der weißen Wand auslöschen. Die kryptischen Bleifstiftmarkierungen, die der Handwerker beim letzten Besuch am Türrahmen hinterließ. Die Rotweinspritzer vom gestrigen Abend.
Während der Bankberater immer noch die aktuellen Zinssätze abspult und Ihr Hirn verstopft, leeren Sie Ihren Geist mit diesem kleinen Reinigungsritual. Putzen wäre ein zu profanes Wort dafür.
Ist gut für:
Alle, die schon als Kind in Radiergummi und Tintenkiller verliebt waren. Die gern schnelle Ergebnisse sehen wollen, sich aber ungern die Hände schmutzig machen. Perfekt für Ökos, die chemiefrei putzen wollen. Perfekt für Techno-Freaks, da das Ding mit neuester Nano-Technologie arbeitet (fragen Sie mich nicht, wie). Gut für weiß verputzte Wände, die wieder makellos aussehen sollen, für angeschmuddelte Türrahmen, Fußleisten und Parkett. Empfohlen auch für Tee- und Kaffeeränder, Kalkrückstände, Kugelschreiber- und Buntstiftflecken. Fans des Radierers berichten zudem von guten Ergebnissen bei Schuhcreme an Leisten, Wachsmalfarbe auf Tapeten und sogar Rost auf Armaturen.
Ist nicht so gut für:
Radikalinskis, für die richtiges Putzen nur mit schepperndem Feudeleimer geht. Weniger gut geeignet auch für Flecke in Stoffen, für Eingebranntes und alte Fettablagerungen. Nicht anwenden auf polierten Flächen, da diese stumpf werden könnten.
Fazit:
Eine unbedingte Bereicherung. Ein Schmutzradierer ist zwar relativ fix verbraucht, da die Radierfläche sich schnell abrubbelt. Aber er kostet auch nur zwischen einem und zehn Euro (gibt es von verschiedenen Herstellern in Drogerien und im Fachhandel). Das für diesen Test verwendete Modell ist von Profissimo und im Vierer-Pack erhältlich für etwa vier Euro.
Andrea Huss














Ich kaufe die Schmutzradierer gleich auf Vorrat, es lohnt! ;-)