Weihnachts-Chaos
"Mein total verrücktes Weihnachten"
Mein total verrücktes Weihnachten in der Schnee-Küche
BRIGITTE-Redakteurin Katja Jührend musste mit einem Heiligabend bei abgestelltem Wasser fertig werden
Nachmittags Tee und Plätzchen, dann ein schönes Menü mit Suppe, Braten und Knödeln, zum Nachtisch Käse und Espresso: Das war mein wunderbarer Essensplan für den Heiligabend 2009. Der Braten war schon im Ofen, Suppe und Knödel musste ich noch kochen, aber das wäre schnell gegangen. Um vier Uhr nachmittags, ich war gerade auf dem Weg in die Küche, um Teewasser aufzusetzen, klingelte es an der Tür. Ein Herr von den Wasserwerken stand draußen und teilte mir mit, wegen der anhaltenden Minustemperaturen sei in unserer Straße ein Rohr geplatzt - man habe soeben das Wasser abstellen müssen. Da Heiligabend sei, werde es vor dem nächsten Morgen nichts mit der Reparatur. Der Herr wünschte "Gesegnete Weihnachten" und ging.
Ich raste zum Hahn, drehte ihn auf, aber da kam nur noch ein kleines Rinnsal. Panik. Wie sollte ich ohne Wasser das ganze Weihnachtsmenü hinkriegen? Ein Blick auf unsere Sprudelkiste ergab: Diese Vorräte würden wir zum nackten Überleben benötigen. Damit kochen? Der reinste Luxus. Meine Tochter musste vor Aufregung aufs Klo. Da erst wurde mir klar: Wir hatten natürlich auch im Bad kein Wasser. Vor meinem inneren Auge fiel Weihnachten in sich zusammen, wie ein besiegter Avatar in einem Computerspiel. Game over, Christmas over! In diesem Moment zeigte meine Mutter auf unseren Balkon: "Da", rief sie, "da!" Auf dem Balkon und dem Balkontisch hatte sich, da es ja ständig schneite, eine fast meterhohe weiße Mütze gebildet. Wir begannen, den Schnee abzutragen, als handele es sich um Gold. Sieben Töpfe Schnee braucht man für eine Karottensuppe. Zehn Kannen Schnee für einen Tee. Unser Menü war gerettet, nur der langweilige Familien-Weihnachts-Fernsehfilm fand diesmal ohne uns statt. Wir nämlich schwärmten in der bitterkalten Heiligen Nacht noch einmal aus, um Schnee fürs Frühstück zu sammeln.













