Nachhaltigkeit
Weihnachten ganz grün: So schmücken Sie natürlich

Krebserregende Substanzen in Schneesprays, Mineralöle im Adventskalender - die Negativ-Meldungen häufen sich und damit die Sehnsucht nach einem Weihnachten, das wirklich grün ist. So können Sie Schadstoffe in der Weihnachtszeit vermeiden.

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  • Kunstschnee

    Foto: Hans Huber/Westend61/Corbis

    Hübsch sieht es aus, wenn Tannenzweige oder der Weihnachtsbaum mit Silber- oder Goldspray eingenebelt werden oder sich auf den Fenstern Weihnachtsmänner und Rentiere aus Kunstschnee tummeln. Doch man sollte das richtige Produkt dafür wählen: Die Umweltschutzorganisation Greenpeace testete sechs verschiedene Schneesprays, vier von ihnen enthielten krebserregende Substanzen in hoher Konzentration. Und noch einen Nachteil hat der Schnee aus der Dose: Der Baum ist hinterher nicht mehr kompostierbar. Besser umweltfreundlichen Sprühschnee aus Stärke aus dem Bastelladen nehmen.
  • Lichterketten
    Der TÜV Rheinland testete 52 Lichterketten und kam zu erschreckenden Ergebnissen: 38 wiesen zum Teil erhebliche Sicherheitsmängel auf. Bei jeder fünften Lichterkette besteht akute Stromschlag- oder Verbrennungsgefahr. Besonders negativ waren die Ergebnisse einer Weihnachtsmann-Fensterdekoration für 4,99 Euro. Kabel und Stecker waren nicht in Ordnung, die Lämpchen liesen sich nicht richtig wechseln. Tipp: Greifen Sie zu Lichterketten mit LEDs. Sie verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom und haben zudem eine längere Lebensdauer. Vor allem für Familien mit kleinen Kindern sind Lichterketten mit LEDs ideal: Sie reduzieren die Stromspannung von 230 auf ungefährliche 12 bis 24 Volt. Neu für draußen: Lichterketten mit Solarpanel.
  • Kerzen
    Fünf Kerzen im Raum verbrauchen so viel Sauerstoff wie ein Mensch. Lüften Sie regelmäßig! Vorsicht ist vor allem bei bunten Billigprodukten aus Paraffin geboten - beim Abbrennen werden zahlreiche Giftstoffe frei, ebenso Kerzen mit Lacküberzug. Ein Qualitätshinweis ist das "RAL"-Gütezeichen. Oder greifen Sie gleich zu Stearinkerzen (aus nachwachsenden Rohstoffen) oder echten Bienenwachskerzen. Letztere sind zwar teuer, verbrennen aber nahezu schadstofffrei.
  • Wunderkerzen
    Wunderkerzen sorgen für große Kinderaugen - allerdings entstehen beim Verbrennen giftige Stickoxide. Deshalb: nicht zu viele auf einmal abbrennen und dabei am besten ins Freie gehen!
  • Lampenöle
    Auch beim Verbrennen von Lampenölen entstehen Schadstoffe. Verwenden Sie Öle ohne Farb- und Duftstoffe und lüften Sie die Räume gut. Nehmen Sie eine Lampe mit Sicherheitsverschluss. Immer wieder kommt es vor, dass Kinder Lampenöl verschlucken oder am Docht saugen.
  • Lametta
    Die meisten deutschen Hersteller verzichten mittlerweile auf giftiges Blei in Lametta. Doch in Importware kommt es noch vor (erkennbar zum Beispiel am Hinweis "aus Staniol"). Das Problem: Mit den entsorgten Weihnachtsbäumen wandern die Glitzerfäden in Kompostieranlagen. Blei reichert sich in der Umwelt und im Blut des Menschen an und kann bei Kindern zu Lernstörungen führen. Am besten verzichten Sie ganz darauf.
  • Weihnachtsbäume mit Ökosiegel
    Rund 25 Millionen Weihnachtsbäume werden jedes Jahr in Deutschland verkauft. 80 Prozent der Bäume stammen aus Plantagen, auf denen viel Chemie in Form von Pestiziden zum Einsatz kommt. Bevorzugen Sie einen Weihnachtsbaum, der das Siegel eines anerkannten Bio-Anbauverbandes wie Naturland oder Bioland oder das internationale FSC-Siegel trägt.Eine aktuelle Liste der Verkaufsstellen finden Sie unter www.robinwood.de. Die Umweltschutzorganisation Robin Wood warnt zudem vor Bäumen mit dem Logo "FairForest", sie werden konventionell produziert und nicht wie behauptet "besonders umweltverträglich" und "mit hohen ökologischen Standards". Übrigens: Weihnachtsbäumchen im Topf sehen zwar sehr öko aus, aber sie werden durch den Transport ins warme Wohnzimmer aus ihrem Winterschlaf gerissen und wachsen häufig nicht mehr an.
  • Geschenkpapier
    Greifen Sie zu Recycling-Geschenkpapier mit dem "Blauen Engel"oder verpacken Sie die Geschenke in bunte Tücher oder Kartons, die Sie gleich mitverschenken. Vermeiden Sie vor allem Metall- und Kunststofffolien sowie beschichtete Geschenkpapiere.
  • Text: Beate Koma
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