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BRIGITTE: Es wird Ernst mit dem Klimaschutz in Deutschland. Welche Gesetze kommen auf uns zu?
Felicitas Kraus: Die Klimaziele der Bundesregierung sind ehrgeizig: Ab Mitte des Jahres wird der Energieausweis für bestehende Gebäude zur Pflicht, für Neubauten gibt es ihn ja schon. Die Mindestanforderungen für neue Häuser werden ab Anfang 2009 um ca. 30 Prozent verschärft. Jetzt gilt: Ein Haus mit 100 Quadratmeter Wohnfläche darf maximal 1000 Liter Heizöl pro Jahr verbrauchen. Die neue Anforderung könnte 700 Liter pro Jahr sein, technisch machbar sind sogar 300 Liter. Geplant ist auch ein neues Wärmegesetz, wonach Neubauten einen bestimmten Anteil für Heizung und Warmwasser durch erneuerbare Energien erzeugen müssen.
BRIGITTE: Wird es irgendwann einen Zwang geben, ältere Häuser zu sanieren?
Felicitas Kraus: Keinen gesetzlichen. Aber die steigenden Energiepreise zwingen zum Handeln.
BRIGITTE: In einer Studie des Bundesverkehrsministeriums sagten die meisten, sie möchten nur investieren, wenn sich die Maßnahmen schnell lohnen.
Felicitas Kraus: Dabei berücksichtigen sie oft nicht, dass sich umfangreiche Modernisierungen oft schon nach zehn bis 15 Jahren bezahlt machen. Wer das lange vor sich herschiebt, verheizt viel Geld. Und es gibt auch einfache Maßnahmen für 2000 Euro, zum Beispiel Rohrleitungen und die oberste Geschossdecke dämmen. Die rechnen sich schon nach drei Jahren.
BRIGITTE: Auf welche Kosten müssen sich Mieter künftig einstellen?
Felicitas Kraus: Wenn der Eigentümer etwa einen neuen sparsamen Heizkessel einbaut, kann er elf Prozent der Kosten pro Jahr auf die Miete umlegen. Und der Mieter spart in Zukunft bei den Nebenkosten.
BRIGITTE: Wie geht man bei einer Modernisierung am besten vor?
Felicitas Kraus: Das ist individuell verschieden. Es kann sein, dass jemand eine gute Heizung hat, aber ungedämmte Außenwände. Nur eine Solaranlage einzubauen ist hier wenig sinnvoll, weil man die Energie weiter durch Fassade und Fenster hinausheizt. Der beste Zeitpunkt ist dann, wenn man sowieso modernisieren möchte.
BRIGITTE: Wann sollte man einen Energie-Fachmann zu Rate ziehen?
Felicitas Kraus: Eigentlich lohnt es sich immer. Mit welchen Maßnahmen erreiche ich den größten Effekt? Wo gibt es Fördermittel? Ein Experte hilft, teure Fehler zu vermeiden.
BRIGITTE: Wer kann bei Ihrer Hotline anrufen?
Felicitas Kraus: Jeder mit Fragen zum Stromsparen. Ich selbst habe mit einem Prüfgerät gemerkt, dass mein Kaffeevollautomat viel Strom verbraucht, wenn er nicht ganz ausgeschaltet ist. In Deutschland wären zwei Kernkraftwerke überflüssig, wenn alle Leute den Stand-by-Betrieb ihrer Geräte über eine Steckerleiste ausschalten würden.













