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Die Geschichte der Farben ist älter als die Antike. Seit jeher beschäftigen sich Menschen mit der Entstehung und Wirkung von Farben. "Rot ist wohl die ausdrucksstärkste Farbe und bekam aller Wahrscheinlichkeit nach als eine der ersten Farben ihren Namen", weiß Medienpsychologe Carlo Sommer.
Doch erst im 19. Jahrhundert erkannte man, dass Licht aus elektromagnetischen Wellen besteht und dass das menschliche Auge diese Wellen in einem bestimmten Bereich (zwischen 380-780 Nanometer) wahrnehmen kann. Man fand heraus, dass das Auge 160 Farbtöne erkennen und unterscheiden kann. Dabei aktivieren die Lichtstrahlen auf der Netzhaut so genannte Zäpfchen. Das menschliche Auge besitzt drei unterschiedliche Zäpfchen, die jeweils für eine Farbe (rot, grün, violett) zuständig sind. Werden sie von Lichtstrahlen getroffen, senden sie entsprechende Signale an das Gehirn.
Die wichtigsten Farblehren
Naturwissenschaftler und Künstler versuchten sich an einer Erklärung der Farben. So entwickelte der englische Physiker und Mathematiker Isaac Newton 1704 eine der ersten bedeutenden Farbenlehren. Er war es, der die Spektralnatur des Lichts erkannte - nämlich, dass alle Farben zusammengesetzt weißes Licht ergeben.
Wohl die bekannteste Farbenlehre ist Johann Wolfgang von Goethes "Farbkreis" (1810). Den Anstoß zu seinen Studien erhielt der Dichter in Italien. Dort spürte er, "dass man den Farben, als physischen Erscheinungen, erst von der Seite der Natur beikommen müsse, wenn man in Absicht auf Kunst etwas über sie gewinnen wolle". Über zwei Jahrzehnte arbeitete Goethe an seiner umfangreichsten naturwissenschaftlichen Arbeit.
Goethes "Farbkreis" - Anordnung seiner Farben
Nach Goethe gehen alle Farbtöne auf drei Grund- oder Primärfarben zurück: Rot, Blau und Gelb lassen sich durch keine Farbe mischen, deshalb werden sie auch als reine Farben bezeichnet. Unter so genannten Sekundärfarben versteht man Farben wie Orange, Grün oder Violett. Diese Farbtöne lassen sich aus zwei Primärfarben mischen. Eine weitere Einteilung erfolgt durch die Gegenüberstellung im Farbkreis. Komplementärfarben liegen sich im Farbkreis gegenüber und zeigen somit intensive Gegensätze. Stellt man Rot neben Grün, Blau neben Orange und Gelb neben Violett, ergibt das besonders dekorative Kontraste: Gelb ist komplementär zu Violett, weil Violett aus den beiden Grundfarben Rot und Blau gemischt wurde und somit der dritten Grundfarbe gegenübersteht.
Auch wenn Goethes Farbkreis wesentliche Erkenntnisse gebracht und viele anderen Farbenlehren inspiriert hat, ist seine Theorie von Wissenschaftlern teilweise widerlegt und ergänzt worden. "Goethe ging wie viele Künstler von seiner eigenen Wahrnehmung aus. Die meisten bezogen sich auf den praktischen Aspekt von Farben - etwa wie sie sich mischen lassen. Viele dieser Lehren sind recht subjektiv", erklärt Carlo Sommer.













